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„Es muss sein“: Landrat Josef Niedermaier plädierte beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland im W olfratshauser Krämmel-Forum für den Ausbau der Infrastruktur im Münchner Süden – und bekam Beifall dafür. 

Neujahrsempfang im Krämmel-Forum

Landrat: „Die Region wird weiter wachsen“

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Beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsforum Oberland schlug Landrat Josef Niedermaier ernste Töne an. Er nahm Bund und Länder in die Pflicht und plädierte für „ein gutes Miteinander“ im Landkreis.

Wolfratshausen – Chorleiter Roland Hammerschmied und seine „Mixed Voices“ sorgten beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland für ein vergnügliches Intro. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion in der Flößerstadt begrüßte das Geretsrieder Vocal-Ensemble die illustre Gästeschar mit dem Song „Mambo“ von Herbert Grönemeyer: „Ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden... ich finde keinen Parkplatz, ich komm’ zu spät zu Dir mein Schatz.“

Ernste Töne („ein paar Empfindungen, die mich zurzeit bewegen“) schlug im Krämmel-Forum am Mittwochabend Landrat Josef Niedermaier an. Wirtschaftlich gesehen sei 2016 ein Rekordjahr gewesen. Die Steuereinnahmen sprudelten, „auf das Fiskalische reduziert geht es uns so gut wie nie zuvor“, stellte Niedermaier fest. Trotzdem hätten viele Bürger, Politiker und auch Unternehmer das Gefühl: „Es ist alles Sch, Punkt, Punkt, Punkt.“ Hier und da mache sich Zukunftsangst breit, viele Menschen würden sich in einen Cocon zurückziehen. Unbefangenheit und Offenheit, dazu zähle auch „Handel weltweit zu treiben“, drohten, verloren zu gehen. Diese Entwicklung forciere nicht nur der neue US-Präsident Donald Trump durch seine „America-First“-Politik.

Plädoyer für Solidarität und „ein gutes Miteinander“

Nachbarn, die Nachbarn beim Landratsamt denunzieren, würden dazu beitragen, „dass unser gemeinsames Werteverständnis in Frage gestellt wird“. Niedermaier, sein Miesbacher Amtskollege Wolfgang Rzehak und der Bezirkshauptmann für Schwaz in Tirol, Michael Brandl, plädierten am Mittwochabend für Solidarität, für „ein gutes Miteinander“. Die Zusammenarbeit in der Grenzregion zwischen Bayern und Österreich basiere auf einem „festen Fundament“, betonte Niedermaier. Allen „eigenartigen Tendenzen“ wie dem Brexit und der Trump-Politik zum Trotz, „müssen wir dagegenhalten, müssen wir die überregionale Zusammenarbeit fortführen“, unterstrich Brandl. „Schwaz wird ein verlässlicher Partner bleiben“, versprach der Bezirkshauptmann den beiden Landräten.

Niedermaier: Infrastruktur muss weiterentwickelt werden

„Die Region wird weiter wachsen“: Davon ist Niedermaier überzeugt. In den nächsten zehn Jahren müsse der Süden Münchens ein Plus von 300 000 Menschen verkraften. „Das heißt, die Infrastruktur muss weiterentwickelt werden“, sagte der Landrat. Doch das brauche einen breiten Konsens, den er leider häufig vermisse. Beispiel S7: Seit den 1970er Jahren werde über die Gleisverlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried diskutiert. Nun sei das Jahrhundertprojekt in einer ganz entscheidenden Phase – und es formiere sich Widerstand. „Stellen Sie sich das vor: Wir wollen die S-Bahn bauen, und es gibt 1500 Einwendungen.“ Dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen wie der S7-Ausbau dürften nicht am St.-Florians-Prinzip scheitern: S 7 ja, „aber bitte nicht vor meinem Gartenzaun“.

Bund und Freistaat sollen den Ausbau unterstützen

An den Bund und an den Freistaat Bayern richtete Niedermaier unter den Augen des CSU-Stimmkreisabgeordneten Martin Bachhuber den Appell, Geld für den Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Realisierung der zweiten Stammstrecke in der Landeshauptstadt, die ohne Zweifel „richtig“ sei, verschlinge Milliarden Euro. „Es muss sein“, Investitionen ihn ähnlicher Größenordnung im Süden Münchens zu tätigen, so der Landrat. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Verkehrskonzepte im Tölzer und Werdenfelser Land künftig „weiträumiger“ greifen müssten.

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