+
So macht die Heuernte Spaß: Nachdem von Mai bis Juli viel Regen gefallen war, hat sich das Wetter erholt. Auch heuer läuft es wohl darauf hinaus, dass fünf Mal Heu geerntet werden kann.

Erst gab es noch Probleme, aber dann...

Landwirte freuen sich über gute Ernte

  • schließen

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Ernte 2016 fällt gut aus: Das Gras sprießt, und der Mais wächst gut. Nur das Gemüse hat unter den Schnecken gelitten.

Der Start in die Saison verlief eigentlich höchst mäßig. „Im ganzen Mai gab’s kein Heu-Wetter“, berichtet Peter Fichtner, Kreisobmann des Bauernverbands. Auch danach waren die Zeitfenster winzig. Zwischen dem 23. und 26. Juni gab es mal ein paar schöne Tage, und dann noch mal vom 6. bis 7. Juli – das war’s. „Wegen der Feuchtigkeit hat das Wachstum gepasst, die Menge war gut – die Qualität leider nicht“, sagt der Obmann. Dies sei aber kein großes Problem, die Tiere essen nur mit etwas weniger Begeisterung. Fichtner verdeutlicht das mit einem Beispiel: „Das ist, wie wenn ich ein altes Brot kriege. Gegen den Hunger hilft’s, aber der Genuss bleibt auf der Strecke.“

Nach den Problem-Monaten Mai und Juni sei es deutlich besser geworden: „Der zweite und dritte Schnitt waren von der Menge und Qualität her gut.“ Unter Bauern gelte aber die Regel: „Wenn man viel Futter hat, braucht man viel Futter.“ Fichtner stellt sich daher auf einen langen und harten Winter ein.

Auch Kreisbäuerin Ursula Fiechtner ist zufrieden. In normalen Jahren könne man fünfmal Heu ernten. Auf diesen Wert wird es ihrer Einschätzung nach auch heuer herauslaufen. Bedauerlich fand sie, dass die Erntetage dieses Mal fast immer auf das Wochenende fielen: „Irgendwann möchte man auch mal einen Sonntag frei haben.“

Aber nicht nur bei Heu-Ernte sieht es gut aus: „Der Mais steht auch nicht schlecht da“, sagt Fiechtner. Ganz anders als im Vorjahr. Die Kreisbäuerin kann sich noch gut erinnern, wie sie damals durch Franken gefahren ist und sich darüber wunderte, dass die Pflanzen nur kniehoch gewachsen sind.

Peter Fichtner bestätigt: „Das warme Wetter hat dem Mais gut getan. Es sieht gut aus.“ Er gibt allerdings zu bedenken, dass die Ernte noch nicht unter dem Dach ist und allerhand passieren kann. Fatal könnten sich frühe Nachtfröste oder ein früher Wintereinbruch auswirken.

Gut sieht es auch beim Obst aus. „Die Zwetschgenbäume sind gut bestückt“, sagt Jürgen Gürtler vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege. Auch Äpfel gibt es laut Gürtler in diesem Jahr reichlich. Auffallend sei allerdings, dass sie aufgrund der Trockenheit in großer Zahl vom Baum fallen.

Mit schwierigen Bedingungen hatten dagegen die Gemüsegärtner zu kämpfen. Der Grund: Die Schneckenplage. „Die Schnecken hatten heuer durch den Regen zu viel Rutsch-Unterlage“, sagt Ursula Fiechtner. Die Kreisbäuerin hat deshalb vor allem „schneckenfeindliches“ Gemüse wie Kohlrabi und Sellerie angepflanzt. Doch auch davor machten die Schnecken nicht Halt. Lächelnd sagt sie: „Die Viecher wissen offenbar, dass ich nicht oft daheim bin. Ich habe die Pflanzen der Natur geopfert.“

pr

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wie kann man sich ohne Chemie vor Mücken schützen? 
Im Sommer hat die gute Laune schnell ein Ende, wenn die Mücken Überhand nehmen. Doch wie kann man sich vor den Plagegeistern schützen – am besten ohne Chemie? 
Wie kann man sich ohne Chemie vor Mücken schützen? 
72 Geretsrieder Mittelschüler haben ihren Abschluss in der Tasche
Sie stehen nun an einem Wendepunkt in ihrem Leben, wie Bürgermeister Michael Müller in seinem Grußwort feststellte: 72 junge Damen und Herren haben an der Geretsrieder …
72 Geretsrieder Mittelschüler haben ihren Abschluss in der Tasche
Waldramer Mittelschule verabschiedet Absolventen
Der Weg zum Schulabschluss kann steinig sein – geschafft haben ihn die Schüler der Mittelschule am Hammerschmiedweg trotzdem.
Waldramer Mittelschule verabschiedet Absolventen
So grandios war der „Brandner Kaspar“ beim Flussfestival
Die Loisachtaler Bauernbühne spielte beim Flussfestival. Mit ihrer Inszenierung der Kultgeschichte vom „Brandner Kaspar und das ewig‘ Lebn“ füllte sie die Floßlände …
So grandios war der „Brandner Kaspar“ beim Flussfestival

Kommentare