Der Hatzplatz in Wolfratshausen.
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Ebenerdig, bis auf Weiteres: Die Pläne, ein Parkhaus am Paradiesweg zu errichten, ruhen wegen einer Anwohnerklage. Auch am Hatzplatz wird vorerst nicht gebaut.

Zweigeschossiges Parkhaus für 106 Auto geplant

Langwierige Parkplatzsuche: Maßnahme am Paradiesweg pausiert – Hatzplatz-Pläne sind auf Null

Die Parkplatzsuche in Wolfratshausen steht weiter in der Schwebe: Zuerst wurde der Vertrag für den Bau eines Parkhauses am Hatzplatz ausgelöst, nun sind auch die Pläne für ein Parkdeck am Paradiesweg bedroht.

Wolfratshausen – Die Parkplatzpläne in der Loisachstadt stehen wohl unter keinem guten Stern: Bereits vor einigen Monaten wurde der Vertrag zur Errichtung eines Parkhauses am Hatzplatz aufgelöst (wir berichteten). Nun wurde bekannt, dass das Projekt der Stadt, am Paradiesweg ein Parkdeck zu errichten, ebenfalls bedroht ist. Ein Privatmann hat Klage gegen die Pläne eingereicht. Bis ein Gericht entscheidet, liegt das Vorhaben auf Eis.

Überraschend kommt die Nachricht nicht, dass ein Nachbar den Rechtsweg gegen die angedachte Bebauung des bestehenden Parkplatzes bestreitet. „Die Klage hatte sich bereits abgezeichnet“, sagt Bauamtschefin Susanne Leonhard. Dass sich der Privatmann, dessen Name nicht öffentlich genannt wird, erst jetzt zu diesem Schritt entschieden hat, liegt in der Natur der Sache. Dies war erst nach einer Genehmigung der Pläne durch das Landratsamt möglich. Kurz nachdem diese erfolgt sei, habe man im Rathaus von der Klage erfahren, die gegen den Freistaat Bayern gerichtet ist, so Leonhard.

Wolfratshausen: Pläne für Parkdeck am Paradiesweg ebenfalls bedroht

Die Kommune hängt durch den anstehenden Rechtsstreit in der Warteschleife. „Ich gehe davon aus, dass das Projekt nicht weiter geht, solange der Ausgang der Klage offen ist“, erklärt die Bauamtschefin. Die Kommune dürfte das Vorhaben zwar fortführen – die Klage hat aktuell keine aufschiebende Wirkung – „aber es bestünde natürlich das Risiko, große, zusätzliche Kosten auszulösen, wenn wir jetzt weitermachen“. Wie lange die Kommune warten muss, sei derzeit „überhaupt nicht abzusehen“, sagt Leonhard. Denn: „Die Unterlagen müssen erst einmal vollständig geprüft werden, bevor überhaupt ein Ortstermin festgelegt werden kann.“

Geplant ist am Paradiesweg ein zweigeschossiges Parkhaus für 106 Autos. Zwei Millionen Euro wurden dafür genehmigt. Die derzeit ebenerdige Parkebene soll „ein Stück abgesenkt“ werden. Darüber würde eine zweite Ebene entstehen. Es handelt sich bei dem geplanten Parkhaus in fußläufiger Entfernung zur Altstadt um eine städtische Baumaßnahme.

Paradiesweg: zweigeschossiges Parkhaus für 106 Autos geplant

Anders verhielt sich das bei den Plänen am Hatzplatz. Hier hatte die Kommune wie berichtet der PaWo (kurz für Parkhaus Wolfratshausen)-Gesellschaft den Zuschlag erteilt, ein mehrstöckiges Parkhaus für bis zu 150 Autos zu errichten. Ein Erbpachtvertrag zwischen Kommune und der Tölzer Gesellschaft wurde unterschrieben.

Letztere erarbeitete einen Entwurf. Der stieß aber auf äußerst wenig Zuspruch. Der Investor zog als Reaktion auf die deutliche Kritik aus Reihen des Stadtrats seinen Bauantrag zurück. Der Vertrag zwischen Stadt und PaWo ist inzwischen aufgelöst worden. Steht die Kommune also wieder bei Null? „Ja“, bestätigt Leonhard.

Stadtrat will sich nach Sommerpause erneut mit Parkhausfrage beschäftigen

So weit soll es am Paradiesweg nach Willen der Kommune nicht kommen. Nach der Sommerpause will sich der Stadtrat dem Vernehmen nach erneut mit der Parkhausfrage beschäftigen. Dass bis dahin eine Tendenz am Paradiesweg zu erkennen sein könnte, damit rechnen die wenigsten.

dst

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