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Die Zahl der freien Parkplätze in der Wolfratshauser Innenstadt erhöhen: Das ist das erklärte Ziel des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen.

LAW schlägt Sofort-Lösung vor

Parkplatz-Rochade soll Innenstadt beleben

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Wolfratshausen – Der Abriss und Neubau des ehemaligen Isar-Kaufhauses könnten die Wolfratshauser Innenstadt ebenso beleben wie die Umgestaltung des westlichen Loisachufers. Zugleich würden aber während der Bauarbeiten eine ganze Menge Parkplätze wegfallen. Höchste Zeit zum Handeln, findet der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) – und bringt als kostengünstige Sofortlösung eine „Parkplatz-Rochade“ ins Spiel.

Ziel der Rochade ist es, dass zentrumsnah Parkplätze frei werden. Wenn es nach den Vorstellungen der LAW geht, soll der Lehrerparkplatz an der Sauerlacher Straße auf den Parkplatz hinter der Sparkasse am Hammerschmiedweg verlegt werden. „Besuchern, Kunden und Touristen stehen so 36 zusätzliche Parkplätze nahe der Altstadt zur Verfügung“, erläutert LAW-Beiratsvorsitzender Ernst Gröbmair. „Die Lehrer haben keinen weiteren Weg – egal, ob sie hinter der Sparkasse parken oder an der Sauerlacher Straße.“

Die zweite Maßnahme betrifft die 40 Parklizenz-Inhaber vom Loisachhallen-Parkplatz. Auch sie sollen auf den Sparkassen-Parkplatz umgesiedelt werden. „So entstehen 40 weitere komfortable Parkplätze für Kunden und Besucher“, urteilt Gröbmair. Klar ist aber, dass durch die Umsiedlungen 76 Parkplätze hinter der Sparkasse dauerhaft belegt würden. Betroffen wären davon nach Gröbmairs Beobachtung vor allem Sparkassen-Mitarbeiter, S-Bahn-Nutzer und Autofahrer mit Tiefgaragen-Stellplatz, die aus Bequemlichkeitsgründen lieber auf der Straße parken. Gröbmair könnte damit ebenso gut leben wie Dietlind Diepen, Sprecherin des LAW-Arbeitskreises Stadtlandschaften. Die Ex-Stadträtin fordert: „Flächen, die der Stadt gehören, sollen für städtische Belange genutzt werden. Sie sollen nicht Unternehmen zur Verfügung stehen, die nicht ihrer Pflicht nachkommen, genügend Park-and-Ride-Parkplätze zur Verfügung zu stellen.“

Dem Verein sei bewusst, dass durch die Rochade kein einziger neuer Parkplatz geschaffen wird, räumt Gröbmair ein. „Aber es werden altstadtnah Parkplätze frei.“ Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: Für Investoren wird die Altstadt attraktiver, und die Neuansiedlungen von Geschäften wird erleichtert. Bislang seien an Dienstagnachmittagen stets alle Parkplätze an der Loisachhalle und am Hatzplatz ausgebucht. „Für Leute, die ein Geschäft eröffnen wollen, ist das schwierig“, so Gröbmair. „Wenn sie eine Aktion machen wollen, wo sollen die Kunden dann parken? Und dabei ist das ehemalige Isar-Kaufhaus noch nicht wiedereröffnet, und noch ein paar andere Geschäfte stehen leer.“

Weitere bauliche Maßnahmen könnten das Parkplatz-Angebot vergrößern. Beispielsweise am Paradiesweg. Zudem könnte an der Sportanlage neben dem Jugendhaus La Vida eine Tiefgarage oder ein Parkhaus entstehen. Auch am Lehrerparkplatz an der Sauerlacher Straße sei ein Pardeck möglich. All dies müsse gemeinsam mit der Neugestaltung des westlichen Loisachufers geplant werden. „Man muss sehen, was die Haushaltsmöglichkeiten hergeben“, meint Diepen. „2016 war das Jahr des Herantastens an die Belebung der Innenstadt. 2017 muss das Jahr der Entscheidungen und des Anpackens werden.“ Die Sondersitzung an diesem Dienstag ist ihrer Ansicht nach ein „vielversprechender Anfang“.

Thema Parken

Das Büro Plankreis stellt an diesem Dienstag (18 Uhr, Rathaus Wolfratshausen) in einer öffentlichen Sondersitzung des Stadtrates seine Untersuchungen zu Altstadtsanierung und Innenstadtentwicklung vor. Zentraler Punkt ist das Thema Parken.

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