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Auf der Piste immer noch schnell unterwegs: Michael Huber im getigerten DSV-Rennanzug bei den Stadt- und Vereinsmeisterschaften seines TSV Wolfratshausen.

Sportler-Porträt der Woche

Lehrer auf zwei Brettern

Einst fuhr Michael Huber Skirennen im erweiterten Nationalkader – Nun zeigt er dem Nachwuchs, wie’s geht

Wolfratshausen – Michael Huber ist Skifahrer aus Leidenschaft. Schon im zarten Alter von drei Jahren stand er – angeleitet von Papa Sepp – auf den Brettern, die ihm später einmal sehr viel bedeuten sollten. Wie es sich für einen waschechten Beuerberger gehört, war das natürlich auf dem um die Ecke gelegenen Hang von Otto Mannheim. Dort, wo fast alle Kinder aus dem nördlichen Landkreis ihre ersten Gehversuche auf Skiern machen.

Michael Huber Ex-Skirennfahrer mit Lehrauftrag.

Schnell zeigte sich, dass in dem kleinen Michi mehr Talent steckt als in anderen. Mit sechs Jahren meldete ihn der Vater bei der Skigruppe der Wolfratshauser Naturfreunde an. Die verfügte damals mit Albert Guggenberger über einen sehr versierten und engagierten Trainer. „Da war Zug dahinter“, erinnert sich Huber. Vom 1. November bis 31. März hieß es nun, jeden Samstag die Bretter anzuschnallen und um Stangerl zu kurven – egal wie das Wetter ist. Lag weiter unten kein Schnee, ging es hinauf auf die Gletscher. Abfahrt um 6 Uhr morgens, auf die Sekunde genau. „Wer zu spät kam, hatte Pech“, sagt der heute 44-Jährige. Er habe bei den Naturfreunden also nicht nur die perfekte Renntechnik, sondern auch Disziplin gelernt. Die Ausbildung trug bald Früchte: Erfolge bei den Rennen im Alpen-Cup brachten Michael Huber in die Gaumannschaft. Das hieß: noch mehr Training. Auch hier zeigte er sein Potenzial. Der Beuerberger wurde in den bayerischen Schüler- und Senioren-Kader aufgenommen. Bei den Deutschen Schüler- und Seniorenmeisterschaften fuhr er auf Rang fünf vor.

Dann wechselte Huber in die neue Skiabteilung des TSV Wolfratshausen, die sein Vater – selbst ein sehr guter Skifahrer – und sein Onkel Alois Werner mit ins Leben gerufen hatten. Huber rückte schnell in den C 2-Kader des Deutschen Skiverbands auf und bestritt bis zu seinem 21. Lebensjahr zahlreiche internationale FIS-Rennen. Hier half ihm nach seinem Realschulabschluss die Ausbildung bei der Polizei. „Ich habe vier Monate im Jahr gelernt und bin dann acht Monate nur Ski gefahren. Das ging zehn Jahre so.“

Polizist wollte Huber aber nicht bleiben. „Irgendwie sollte das nicht alles sein“, sagt der 44-Jährige, „also habe ich 1998 in Bad Tölz das Abitur nachgeholt und im Anschluss zweieinhalb Jahre bei einer Unternehmensberatung in der IT-Branche gearbeitet.“ Das war in Dresden – also weit weg von den geliebten Bergen. Das Skifahren ist da natürlich etwas zu kurz gekommen. Einer wie Huber hält das für kurze Zeit aus – aber nicht auf Dauer. Also zog es ihn zurück in die Heimat, diesmal nach Geretsried, wo er heute mit seiner Frau Monika und dem zwölfjährigen Sohn Leo lebt. Seit 2008 arbeitet Huber als Vertriebsleiter bei einem Software-Hersteller.

Und auch zu den Wölfen kehrte er zurück. „Nach der kleinen Flaute in den Jahren 2001 bis 2003 haben Lorenz Much und Xaver Fischer die Skiabteilung wiederbelebt“, sagt der Wahl-Geretsrieder. Für ihn sei es keine Frage gewesen, ebenfalls wieder mitzumachen. Wozu ist er schließlich ein staatlich geprüfter Skilehrer? Als Sportwart unter der Abteilungsleitung von Markus Fischer ist der Ex-Rennläufer jetzt einer von acht Trainern und Übungsleitern, die die Renngruppe der U 14- bis U 16-Jährigen betreuen.

Als Coach und Vater eines skibegeisterten Buben weiß Huber natürlich, wie schwierig ambitionierter Rennsport für einen Flachlandverein zu stemmen ist. Die weiten Fahrten, das zweimal wöchentliche Wintertraining in Achenkirch – „das ist alles sehr zeitaufwendig und auch eine finanzielle Belastung für die Eltern. Wir trainieren ja ab August bereits auf Gletschern.“ Der Anspruch in der Skisparte des TSV ist hoch: „Unsere Abteilung ist klar auf den Rennsport ausgerichtet“, betont Huber „wir sind keine Skischule. Von unseren Kindern erwarten wir neben der Begeisterung und der Bereitschaft zum Rennsport auch, dass sie bereits parallel schwingen können, bevor sie zu uns kommen.“

Das professionelle Training trägt auch innerhalb der Familie Früchte: Filius Leo ist – als Skifahrer in der dritten Generation der Hubers – bereits Mitglied der Talmannschaft Isartal.

Die Familie, der Job, seine Aufgabe als Trainer – wie bringt Michael Huber das alles unter einen Hut? Erstens habe er die „volle Unterstützung“ seiner Frau, sagt der 44-Jährige. Und dann ist da noch diese besondere Motivation: „Ich kann all das Schöne weitergeben, das ich selbst als Schüler und Jugendlicher erleben durfte. Das ist mir wichtig.“ gbm

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