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Hohe Kunst: Hisae Nagakura (Klavier), Claudia Elze (Querflöte) und Heini Zapf (Klarinette) spielten das tänzerisch-verspielte Concertino von Caspar Kummer.

Musikschule Wolfratshausen

Lehrerkonzert mit Maiblume und Morgenstern

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Beim Lehrerkonzert der Musikschule Wolfratshausen war das Haus voll. Yoshihisa Kinoshita  besang mit seiner sonoren Stimme „die Maiblume“ und „den Morgenstern“.

Wolfratshausen – Die äußeren Umstände für das Lehrerkonzert am Sonntag in der Wolfratshauser Musikschule waren nicht ideal. Man hätte auf Schlittschuhen durch die Altstadt gleiten können, so spiegelglatt waren die Straßen. Doch davon ließen sich die Klassik-Fans nicht abhalten. Die Zuschauerreihen waren gefüllt, wobei reife Herrschaften die Mehrheit bildeten. Wo war der Nachwuchs? Kammermusik vom Barock bis zum modernen Jazz scheint nicht die bevorzugte Musik der Jugend zu sein.

Schulleiter Manfred Heller entschuldigte sich bei den Gästen, dass das Programm im letzten Moment komplett umgestellt werden musste: Geigen-Lehrer Josef Vorbuchner musste wegen Grippe passen. Mit einer Sonate in zwei Sätzen von Johann Sebastian Bach wurde der Konzertnachmittag eröffnet. Ein Klangerlebnis der besonderen Art bildete die Kombination von hölzerner Blockflöte mit dem zierlich-federnden Klang des Cembalos, gespielt von Elisabeth Schäfermeyer und Hannes Schempp. Fröhlich, tänzerisch und verspielt kam das Concertino von Caspar Kummer (1795 – 1870) daher. Wie in einem Dialog gaben sich Heini Zapf (Klarinette) und Claudia Elze (Querflöte) im Spiel Rede und Antwort, teils im Einklang, teils im Dialog. Hisae Nagakura begleitete die beiden am Flügel. Zwischendurch gab es kurze Umbaupausen. Jedes Stück war anderen Instrumenten gewidmet, wobei der spezifische Charakter des jeweiligen Instruments gut zur Geltung kam.

Mit russischer Melancholie ging es weiter – zum Klingen gebracht mit der Gitarre (Manfred Heller) und dem dunklen Ton des Violoncellos (Catarina Wendtlandt). Es folgte südamerikanisches Gefühl. Yoshihisa Kinoshita besang mit seiner sonoren Stimme „die Maiblume“ und „den Morgenstern“, begleitet von Rainer Krüger an der Gitarre. Dass Kinoshita selbst zum Mikrofon greift und singt, ist öffentlich eher ein seltenes Erlebnis. Man kennt ihn als rührigen Leiter des Wolfratshauser Kinderchors. Mit einem opulenten, teils rhythmisch bewusst kantigen Klaviersolo von Lehrerin Hisae Nagakura ging es schließlich in die Pause.

Im zweiten Teil wurde die Musik etwas zeitgenössischer: österreichische Volksmusik, eine rumänische „Zugfahrt“ mit dem „Transylvania Express“, amerikanischer Jazz und Klassik aus Jerusalem. Es ging also interkulturell ins neue Schuljahr 2018.

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