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Ob Rock, Country, Reggae oder Polka: Die „Bananafishbones“ bewiesen beim Festival D’Amato einmal mehr ihre Vielseitigkeit.

Leichtes Spiel für die Lokalmatadoren

„Bananafishbones“ rocken Festival D'Amato

Wolfratshausen – Die „Bananafishbones“ rockten ausverkauftes Zelt in Wolfratshausen beim Festival D'Amato.

„Immer wenn ich Richtung Wolfratshausen fahre, geht mir das Herz auf“, gestand Sänger Sebastian Horn zu Beginn des Konzerts. Der Grund: Im Stadtteil Waldram besuchte der heute 45-Jährige schon als Kind oft seine Oma und vertiefte sich in „Reader’s Digest“-Ausgaben. Die mitunter skurrilen Kurzgeschichten inspirierten ihn später beim Schreiben von Songtexten. Zudem gewann die 1987 in Bad Tölz gegründete Band „Bananafishbones in jungen Jahren in der Wolfratshauser Loisachhalle einen Bandwettbewerb – und schrieb damit das erste Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte.

Rund drei Jahrzehnte später müssen Sebastian Horn (Gesang, Gitarre), Florian Rein (Schlagzeug, Gesang) und Peter Horn (Gitarre, Gesang) niemanden mehr etwas beweisen. Fast provozierend lässig betrat das Trio am Donnerstagabend die Bühne im D’Amato-Zelt und setzte sich auf Stühle, die es in den folgenden drei Stunden nur während der Pause verließ. Die erste Konzerthälfte war manch langjährigem Fan dann auch fast zu moderat. Die ruhigen Countrysongs passten zwar gut zu dem draußen vor dem Zelt entzündeten Lagerfeuer, rissen aber nur wenige Besucher von den Bänken. Vor allem den 1990er-Jahre-Hit „Come To Sin“ hatten viele wesentlich druckvoller in Erinnerung. Und auch „Just Like Heaven“ von The Cure kam nicht ansatzweise an die gelungene Coverversion der US-Alternativeband „Dinosaur Jr.“ heran. Als Horn beim Song „I Love Countrymusic“ das Publikum zum Mitsingen aufforderte, klappte die Interaktion dennoch hervorragend.

Nach der Pause jedoch riefen die „Bananafishbones“ ihr Potenzial komplett ab. Am eindrucksvollsten zeigte sich das in der Nummer „Weedy Bong“, die rockig begann und in einen entspannten Reggae-Groove mündete. Die Eigenkomposition „Croco Tears“ ging danach nahtlos in die Johnny-Cash-Songs „I Walk The Line“ und „Ring Of Fire” über. Und der Song „Lepracy“ erinnerte an feuchtfröhliche russische Hochzeitsfeiern.

Dem Publikum gefiel diese abwechslungsreiche Mischung, sodass das Trio am Ende gerne Zugaben spielte. Mit dem wohl bekanntesten „Fishbones“-Stück („Easy Day“) und einer Coverversion der Joan-Jett-Hymne „I love Rock’n’Roll“ endete das viertletzte Konzert auf dem Festival D’Amato.

von Peter Herrmann

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