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Festlich: Drei geschmückte Flöße legen am Samstag gegen 21.30 Uhr an der alten Floßlände an. 

Prozession zu Ehren des Heiligen Nepomuk

Lichterspiel auf der Loisach

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Die Johanni-Floßprozession ist weltweit einmalig. Am Samstag wird dieses feierliche Ereignis erneut an der Loisach begangen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter mitspielt. 

Wolfratshausen Bei der Bewerbung ist die Flößerstadt nicht bescheiden: Die Johanni-Floßprozession ist „einmalig auf der Welt“, stellen Bürgermeister Klaus Heilinglechner und die städtische Kulturmanagerin Marion Klement unisono fest. Am kommenden Samstag ist es wieder soweit: Nach Einbruch der Dunkelheit feiert die Kommune gemeinsam mit der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde sowie den ortsansässigen Flößereibetrieben die Prozession auf der Loisach. Die Veranstaltung ist wie berichtet eingebettet in den Deutschen Flößertag, zu dem am Wochenende mehr als 120 Teilnehmer in Wolfratshausen erwartet werden.

Heuer sind es drei, nicht zwei Flöße

Der Ablauf der Floßprozession ist heuer laut Gleißl ein etwas anderer: Um 19 Uhr findet am Samstag zu Ehren des Heiligen Johannes Nepomuk, Schutzpatron der Brücken, in der St.-Andreas Kirche in der Wolfratshauser Altstadt ein Hochamt statt. Im Anschluss geben die Münsinger Musikkapelle und der Geltinger Spielmannszug ein Standkonzert auf dem Marienplatz. Von dort aus bewegt sich der Festzug gegen 21 Uhr zur alten Floßlände. „Etwa zur selben Zeit können Kinder am Uferweg beim Japanischen Garten kleine, selbstgebastelte Lichtflöße auf die Loisach gleiten lassen“, berichtet Gleißl. Eltern können beruhigt sein: Einsatzkräfte der Wolfratshauser Feuerwehr und der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen werfen laut der Kulturmanagerin ein waches Auge auf die Mädchen und Buben. Die Flöße der Kinder werden über eine kleine Rutsche aus dem Japanischen Garten auf den Fluss gleiten.

Ein Feuerwerk beschließt das romantische Szenario

Ein Floß mehr als sonst üblich, konkret drei, legen gegen 21.30 Uhr – abhängig von der Fließgeschwindigkeit der Loisach – an der alten Floßlände an. Besetzt sind die festlich geschmückten Holzgefährte unter anderem mit Ehrengästen der Kommune, Stadträten und Mitgliedern der Deutschen Flößerei-Vereinigung. Stadtpfarrer Dekan Gerhard Beham und sein evangelischer Amtskollege Florian Gruber segnen die Floße – und steigen anschließend auf eins der Holzgefährte. Die Geistlichen fahren an der Spitze der Prozession bis kurz vor das Kastenmühlwehr mit, das von Flößen nicht passiert werden kann. „Ein Feuerwerk am Ufer der Loisach beschließt das romantische Szenario“, kündigt Klement an. Die Johanni-Floßprozession findet auch bei Regen statt – nur bei Hochwasser oder Unwetter fällt sie aus.

Die Veranstalter hoffen, dass der Starkregen ausbleibt

Flößer Josef Seitner ist zuversichtlich. Er hat gleich mehrere Wetterberichte im Auge. „Im Großen und Ganzen wird’s wohl passen“, sagt Seitner. Er rechnet mit kühlen Temperaturen und setzt darauf, dass es keinen Starkregen gibt. Hochwassergefahr schließt der erfahrene Flößer allerdings nicht gänzlich aus: „Wenn sich schwere Gewitter mit 40, 50 Liter Wasser pro Quadratmeter bei uns über Nacht entladen, kann’s kritisch werden.“

Vor Regen kann Seitner die Geistlichkeit und Ehrengäste auf den Flößen nicht schützen. Anders als bei den Vergnügungsfahrten von Weidach nach Thalkirchen muss bei der Floßprozession auf provisorische Dächer auf den Holzgefährten verzichtet werden. „Aber wir werden das schon hinbringen“, sagt Seitner, der seit 1994 bei jeder Johanni-Floßprozession dabei war. Ein bisschen Hilfe erbittet er dennoch von den Wolfratshausern: „Es kann sicher nicht schaden, wenn alle kräftig die Daumen drücken.“

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