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Krämmel: „Schnelle Impf- und Teststrategie für Rückkehr zur Normalität erforderlich“

IHK-Konjunkturumfrage: Lockdown dämpft Stimmung

  • vonPeter Borchers
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Bad Tölz-Wolfratshausen – Der zweite Lockdown hat die Stimmung der Unternehmen im Oberland erneut abkühlen lassen. Das ergab eine Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. Demnach sank der IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau von 104 Punkten auf 94 Punkte.

Ihre Geschäftslage bezeichneten 37 Prozent der Unternehmen als gut, heißt es in einer Pressemitteilung der IHK. 32 Prozent der Unternehmen bewerteten sie als schlecht. Im bayerischen Vergleich sank damit die Bewertung überdurchschnittlich stark. Ursache dürfte die hohe Bedeutung des Tourismus’ im Oberland sein, der durch die Corona-Pandemie praktisch zum Erliegen gekommen ist. Gleichzeitig bewerteten die Unternehmen ihre Geschäftslage aber deutlich besser als während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 – vermutlich deshalb, weil das verarbeitende Gewerbe seine wirtschaftlichen Aktivitäten weitestgehend aufrechterhalten konnte.

Mit Blick auf die kommenden Monate verunsichert die Pandemie große Teile der Unternehmerschaft. Die Geschäftserwartungen verharren auf niedrigem Niveau. Eine schnelle Belebung scheint nicht in Sicht. Nur jedes fünfte Unternehmen rechnet mit mehr Geschäft, 28 Prozent gehen von einer Eintrübung aus. Die Verunsicherung führt außerdem dazu, dass sich die Unternehmen bei ihren Investitionsplänen zurückhalten. Lediglich 15 Prozent möchten mehr investieren. Weitere 15 Prozent wollen ihre Investitionen zurückfahren, und jedes vierte Unternehmen will vollständig darauf verzichten. Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt bleiben ebenfalls getrübt. Jedes fünfte Unternehmen möchte Stellen abbauen, nur rund jedes zehnte neue schaffen.

„Sinken die Infektionszahlen weiterhin beziehungsweise verweilen sie stabil auf niedrigem Niveau, wird sich die Wirtschaft schrittweise erholen können“, zeigt sich Reinhold Krämmel, Sprecher des IHK-Forums Region Oberland, überzeugt. „Um diesen Prozess zu unterstützen, brauchen wir jetzt unbedingt eine durchschlagende Impf- und Testkampagne. Nur so können wir eine branchenübergreifende Normalisierung in der Wirtschaft anstreben.“ Unabhängig davon werde die Corona-Pandemie „noch lange unser Wirtschaftsleben bestimmen“.

Der Forum-Sprecher fordert von der Politik mehr Rückendeckung und neue Impulse für den Weg aus der Krise. „An erster Stelle brauchen die Betriebe Entlastung. Die Politik darf in dieser schweren Zeit die überbordende Bürokratie nicht noch durch weitere Vorschriften, Gesetze oder Richtlinien aufblähen.“ Zudem müsse der Staat den Wirtschaftsstandort „fitter für die Zukunft“ aufstellen, deshalb „massiv in Digitalisierung und Infrastruktur investieren und Strompreise sowie die Unternehmenssteuern auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau absenken“.  

peb

IHK fordert schnelle Impf- und Teststrategie

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