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Ein volles Haus garantierte auch 2016 das Starkbierfest. Für einen vollen Stadtsäckel sorgte es aber nicht. 

Ausgaben für Kultur

Loisachhalle reißt die Latte

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Eigentlich wollte die Stadt Wolfratshausen 2016 weniger Geld für Veranstaltungen in der Loisachhalle ausgeben. Das ist nicht gelungen, wie der Budgetabschlussbericht zeigt. 

Wolfratshausen– Im Februar vergangenen Jahres bereiteten CSU, SPD und Grüne dem Wolfratshauser Bürgermeister kurz vor der Haushaltsberatung eine Überraschung: Die drei Fraktionen präsentierten Klaus Heilinglechner eine mit dem Rotstift geschriebene Streichliste. Auf der fand sich auch die Loisachhalle. Die Ausgaben für das Veranstaltungsmanagement sollten 2016 um 100 000 auf 500 000 Euro reduziert werden. Nun steht fest: Das Ziel ist nicht erreicht worden.

Im Budget-Abschlussbericht 2016, der allen Stadträten vorliegt, heißt es wörtlich: „Trotz großer Bemühungen war es nicht möglich, die geforderten Einsparungsvorgaben in Höhe von 100 000 Euro zu erfüllen.“ Der Grund: Das Kulturprogramm für das vergangenen Jahr sei bereits Ende 2015 „komplett geplant und vertraglich abgesichert“ worden. Allerdings verzichtete die städtische Kulturmanagerin Marion Klement darauf, zusätzliche Veranstaltungen ins Programm 2016 aufzunehmen. Summa summarum ließ sich die Kommune den Bereich Veranstaltungsmanagement, Tourismus und Wirtschaftsförderung 1 171 100 Euro kosten. Abzüglich 270 300 Euro Einnahmen – knapp 185 000 Euro stammen aus dem Loisachhallenbetrieb – blieb ein Defizit von 900 800 Euro. 25 städtische Veranstaltungen sowie drei Konzerte der städtischen Musikschule gab’s im vergangenen Jahr im Kulturtempel an der Loisach. Zweimal (Rosenmontagsball der Kolpingfamilie, 50 Jahre Kreisklinik Wolfratshausen) konnte die Kommune die Loisachhalle vermieten. Im Foyer trat die Stadt viermal als Veranstalter in Erscheinung – ein fünftes geplantes Event musste abgesagt werden.

Laut Budgetbericht wurden 2016 auch über den Loisachhallen-Etat abgerechnet:-Sportlergala der Stadt (18 400 Euro); Senioren-Starkbierfest (6300 Euro); Bürgerversammlung (3000 Euro); Seniorenweihnacht (4600 Euro); Musikschulveranstaltungen (3500 Euro). Vorgenannte Veranstaltungen spülten laut Klement wenige bis gar keine Einnahmen in den Stadtsäckel. Dasselbe galt unter anderem für den Kinderfasching, das Starkbierfest, die Isar-Loisach-Gewerbeausstellung (Iloga) sowie eine Benefizveranstaltung mit der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen in der Adventszeit.

„Imagine“ wird heuer nicht auf dem Programm stehen - es ist zu teuer

Um die Bilanz der Loisachhalle künftig zu verbessern, sind nach Angaben der Kulturmanagerin einige Weichen gestellt worden. Die „sehr hochpreisige“ Varieté-Veranstaltung „Imagine“ von und mit dem Waldramer Choreograf und Tänzer Dominik Halamek findet sich heuer nicht im Programm. Das Theater-Abonnement wird durch ein Wahl-Abo ersetzt, und ab 2018 die Zahl der hochpreisigen Theaterproduktionen von sechs (und mehr) auf drei pro Jahr reduziert.

Nach wie vor werde darauf geachtet, dass gemeinsam mit dem Betreiber (Traunsteiner Hofbräuhaus/Flößerei-Pächter Dominik Tabak) sowie durch Vermietungen ein vielseitiges Programm in der Loisachhalle angeboten wird, betont Klement. „Aufgrund der steigenden Ausgaben ist allerdings künftig mit einer Anpassung der Veranstaltungspreise zu rechnen.“

Auf der Kippe steht laut Klement das Kino-Open-Air an der alten Floßlände. Die Kosten für die Technik seien sehr hoch – und ließen sich angesichts der auf der Loisach schwimmenden riesigen Leinwand mutmaßlich auch nicht signifikant verringern. Für die Loisachhalle wird für 2018 ein Generalvertrag mit einer Firma für Veranstaltungstechnik angestrebt. Eine entsprechende Ausschreibung soll heuer im Herbst erfolgen.

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