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Der Wolfratshauser Stadtrat streitet weiter über den Loisachhallen-Vertrag. Bürgermeister Klaus Heilinglechner will einen Schlussstrich unter das Kapitel ziehen.

„Den Blick nach vorne richten“

Loisachhallen-Vertrag: Bürgermeister will Schlussstrich ziehen

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Der Wolfratshauser Stadtrat streitet weiter über den Loisachhallen-Vertrag. Bürgermeister Klaus Heilinglechner erklärt, warum das Thema in der nächsten Sitzung nicht weiter behandelt wird.

Wolfratshausen –  Ist für den Bau des Wirtshauses Flößerei mehr Steuergeld verwendet worden, als der Stadtrat seinerzeit bewilligt hatte? Und: Warum ist der Maximalbetrag von rund 400 000 Euro nicht im Loisachhallen-Vertrag fixiert worden? Fragen, auf die CSU-Stadtrat Alfred Fraas gerne Antworten hätte. Fraas verlangt von allen Stadträten, die am 2007 unterzeichneten Vertragswerk mehr oder weniger beteiligt waren, eine schriftliche Erklärung: War es ihnen bewusst, dass es keine Limitierung des städtischen Zuschusses für den Wirtshausbau am Loisachufer gab? Der CSU-Rat bat Bürgermeister Klaus Heilinglechner, das Thema auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung an diesem Dienstag zu setzen.

Daraus wird nichts, räumt der Rathauschef auf Nachfrage unserer Zeitung ein. Auf seiner Prioritätenliste stehe das Thema Loisachhalle/Wirtshaus Flößerei derzeit nicht ganz oben. Unter anderem aufgrund der Tatsache, dass Fraas auch die Stadtverwaltung in die Pflicht nahm: „Wer sind die Ersteller und die Verantwortlichen für Besprechungen und Beschlüsse der causa Loisachhalle, insbesondere die, die die Begrenzung des Zuschusses für das Gasthaus Flößerei beschreiben oder nicht beschreiben?“ Die Beantwortung dieser Frage setzt eine arbeitsintensive Recherche voraus, da die Loisachhallen-Unterlagen mutmaßlich mehr als einen Aktenschrank im Rathauskeller füllen.

Heilinglechner will Kapitel beenden

„Endlich den Deckel draufmachen“: Heilinglechner macht im Gespräch mit unserer Zeitung keinen Hehl aus der Tatsache, dass er gerne einen Schlusspunkt unter das Thema setzen würde. Zum selben Ergebnis seien die Vorsitzenden aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen in einem Gespräch mit ihm gekommen. Zuvor hatten die Rechtsaufsicht des Landratsamts sowie ein von der Stadt Wolfratshausen beauftragter Jurist den Loisachhallen-Vertrag noch einmal unter die Lupe genommen. Die Kreisbehörde halte ihn für wasserdicht, der Rechtsanwalt habe angemerkt, dass man „hier und da“ damals „etwas anders hätte machen können“, berichtet Heilinglechner. Unterm Strich sei es „ein notariell beglaubigter Vertrag“, an dem es zehn Jahre später nichts mehr zu rütteln gebe.

„Mag sein, dass damals nicht alles 100-prozentig optimal gelaufen ist“, bilanziert der Bürgermeister rückblickend. Aber irgendwann sei das Ende der Fahnenstange erreicht: „Wir haben mit der modernisierten Loisachhalle wieder ein schönes Kulturzentrum, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.“ Heilinglechner stimmt mit Stadtrat Manfred Menke (SPD) überein: „Wir sollten den Blick nach vorne richten.“

Stadtverwaltung hält Vertrag unter Verschluss

Da Stadtrat Fraas das Thema in einer öffentlichen Sitzung angesprochen hatte, „werden wir darüber auch reden“, verspricht der Rathauschef. Aber nicht mehr vor der politischen Sommerpause, die in dieser Woche eingeläutet wird. Und: Ob der Loisachhallen-Vertrag Gegenstand einer öffentlichen Sitzung der Bürgervertreter wird oder die Diskussion hinter verschlossenen Türen stattfindet, werde er noch prüfen.

Der Vertrag wird wie berichtet in der Stadtverwaltung unter Verschluss gehalten. War es geraume Zeit so, dass ihn Stadträte nur nach entsprechender Bitte im Rathaus lesen durften, hat mittlerweile jeder Bürgervertreter von Heilinglechner ein Exemplar frei Haus geliefert bekommen. Mit dem Hinweis: Über den Inhalt ist absolutes Stillschweigen zu bewahren.

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