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Das Geländer am Sebastianisteg wird nicht verlängert. Dafür fand sich im Bauausschuss keine Mehrheit. 

Bauausschuss lehnt Grünen-Antrag ab

Loisachufer wird nicht abgesichert

Drei Kinder und ein Betrunkener sollen in den vergangenen Wochen die Böschung am westlichen Loisachufer hinuntergestürzt sein. Die Stadtratsfraktion der Grünen hat deshalb beantragt, das Holzgeländer zu verlängern. Doch der Bauausschuss erteilte dem eine Absage. 

Wolfratshausen - Das Geländer zwischen dem Sebastianisteg und der Johannisbrücke endet wenige Meter hinter der kleinen Holzbrücke über den Bach. Dahinter folgt eine ungesicherte Böschung. Drei Kinder – so erklärte Dr. Hans Schmidt (Grüne) – seien diese bereits in der jüngeren Vergangenheit mit ihrem Fahrrad hinuntergefallen. Dazu kommt ein Betrunkener, der den Weg verfehlte und im Wasser landete. Die zitierten Fälle endeten alle glimpflich. „Aber wir sollten nicht warten, bis etwas Schlimmeres passiert“, plädierte Schmidt für eine Absicherung des Rad- und Fußweges. Gerade, da viele Kinder betroffen seien, sei die Maßnahme sinnvoll. Der Radweg führt zwar noch einige Meter hinter dem Sebastianisteg weiter. Diese Teilfläche sei aber „weniger frequentiert“, und könne vorerst ungesichert bleiben, so Schmidt. Die Bauarbeiten sollten von den Wolfratshauser Stadtwerken vollzogen werden. 

Man kann nicht die ganze Stadt kindersicher gestalten

Der Großteil des Gremiums hielt die verlängerte Absicherung allerdings nicht für notwendig. CSU-Stadtrat Dr. Manfred Fleischer befürchtete einen Rattenschwanz. „Wenn wir das jetzt machen, wo müssen wir das denn fortsetzen?“, fragte der Waldramer. Der Radweg führt in südlicher Richtung noch lange an der Loisach entlang – ohne eine Absperrung. „Wenn wir das eine tun, müssen wir das andere auch machen.“ Das ist für Fleischer „nicht der richtige Ansatz“. Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller pflichtete ihm bei: „Wir werden es nicht schaffen, die Stadt komplett kindergesichert gestalten zu können.“ Mit Blick auf den vierten Fall fügte er an: „Und betrunkenensicher auch nicht.“ Der SPD-Rat schlug als Alternative vor, kleinere „feste Büsche“ am oberen Ende der Böschung anzubringen. Eine Verlängerung des Geländers lehnte er ab.

Bürgermeister sieht auch die Eltern in der Pflicht

Das tat auch der Bürgermeister. Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) betonte, dass es in der Aufgabe der Eltern liege, „Kinder auf die Gefahren des Lebens vorzubereiten“. Zwar wolle er – wie jeder im Raum auch – nicht, dass es tatsächlich einen tragischen Fall gäbe. „Aber wir als Stadt können nicht vor allen Gefahren des Lebens schützen.“ Auch Gerlinde Berchtold (SPD) appellierte an die Eltern, an neuralgischen Punkten auf ihre Kinder aufzupassen. „Wir können nicht alles auspolstern.“ Kinder zwischen vier und acht Jahren – wie sie im Grünen-Antrag als Beispiel angeführt wurden – sollten ohnehin nicht allein mit Rädern auf öffentlichen Straßen fahren. Die Stadträtin hatte sich vor der Sitzung bei der Polizei informiert: „Dort ist kein einziger Unfall an dieser Stelle bekannt.“ Das Gremium lehnte den Antrag ab. Acht Räte stimmten gegen den Zaunbau, Peter Plößl (CSU) votierte gemeinsam mit dem Grünen-Stadtrat Schmidt für die Absicherung. Dominik Stallein

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