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Das Pumpspeicherkraftwerk am Jochberg wird nicht gebaut – für den Bund Naturschutz ein großer Sieg.

Lust und Frust liegen nah beisammen

Gespräch mit Friedl Krönauer: Wie geht's der Natur?

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ende Februar ist Friedl Krönauer als Vorsitzender der Kreisgruppe des Bund Naturschutz bestätigt worden. Zehn Jahre ist er mittlerweile im Vorstand und hat schon einiges erlebt.

Herr Krönauer, gibt es Ereignisse, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind?
 
Ein großer Sieg war natürlich das Abwenden des geplanten Pumpspeicherkraftwerks am Jochberg in Zusammenarbeit mit einem Aktionsbündnis. Worüber ich mich auch sehr freue, ist die Tatsache, dass wir unsere Vorstandschaft verjüngt und die Umweltbildung sehr erfolgreich weitergeführt haben. Auf dem Lenggrieser Acker und im Tölzer Garten betreiben wir außerdem praktischen Naturschutz. Dort haben Menschen die Möglichkeit, selbst Gemüse anzupflanzen. Ansonsten lebt unsere Arbeit vor allem von kleinen Erfolgen. Naturschutz ist ein Feld, in dem man keinen Turn-Around in kurzer Zeit erreichen kann. Es geht vor allem darum, durch Umweltbildung und Information ein Bewusstsein zu schaffen. Was aber leider auch im Gedächtnis bleibt, sind die Rückschläge in unserem Engagement.

Nennen Sie uns ein Beispiel.

Friedl Krönauer, Chef der Kreisgruppe des Bund Naturschutz

Es ist oft sehr schwer, eine kontroverse Debatte zu führen. Die Diskussionen werden meist persönlich. Man lernt zwar, das abzutun, ärgerlich ist es aber trotzdem. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir von manchen Wirtschaftsvertretern belächelt werden – nach dem Motto „Lass die Spinner halt reden“. So etwas wurmt einen schon.
 
Was überwiegt: Der Frust über solche Erlebnisse oder die Lust an der Arbeit?
 
Ganz klar die Freude. Es ist sehr zufriedenstellend zu wissen, dass man sich für eine gute Sache einsetzt, die Verbesserungen und unsere Unterstützung braucht. Außerdem kommen viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung für unser Engagement.

Ist Umweltschutz wieder sexy?

Es mag sein, dass einige Menschen Sehnsüchte nach einer heilen Welt verspüren. Manche stellen sich das ein bisschen verklärt vor. Ich vermute, dass bei den meisten der Verzicht nicht weit genug gehen würde. Anders gesagt: Wenn es zur Nagelprobe käme, glaube ich nicht, dass alle vermeintlichen Umweltschützer bereit wären, den eigenen Wohlstand in dem Umfang aufzugeben, wie es notwendig wäre.

Das Gespräch führte Dominik Stallein

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