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Verarbeiten in der Malerei ihre Flucht: Fazel Sharifi aus dem Iran und Nastarin Javadi aus Afghanistan.  

Wolfratshauser Kunstmeile

Malen gegen böse Träume: Nastarin Javadi und Fazel Sharifi im Porträt

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In einer Serie stellen wir die Künstler vor, die heuer erstmals an der Wolfratshauser Kunstmeile vom 22. September bis 8. Oktober teilnehmen. Zum Schluss die jungen Künstler Nastarin Javadi und Fazel Sharifi.

Wolfratshausen – Malerei kann helfen, in eine andere Welt einzutauchen. Nicht um zu vergessen, aber um zu verarbeiten. So erlebt es die 18-jährige Nastarin Javadi aus Afghanistan. Sie kam mit ihrer Familie 2015 als Flüchtling nach Deutschland. Seit ihrer Kindheit malt die Schülerin, die heute in Wolfratshausen die letzte Klasse der Mittelschule besucht. Sie kommt regelmäßig ins Atelier der Wolfratshauser Künstlerin Roswitha Muth, um dort mit Pinsel und Farbe zu arbeiten. Denn dabei fühle sie sich frei, sagt die Schülerin. „Es ist für mich, wie das Eintauchen in eine andere Welt“ – eine Welt ohne Krieg und Angst.

Form und Farbe sind ausschlaggebend

Ihr Vater war Maler. Nastarin schaute ihm schon als Kind gerne über die Schulter. So bekam sie den Zugang zur eigenen künstlerischen Begabung. Für die junge Frau aus Afghanistan sind Form und Farbe ausschlaggebend, um Emotionen zu transportieren. Vorwiegend Gegenständliches bringt Nastarin in Öl auf die Leinwand. Zum Beispiel zeigt ein Großformat eine „Frau mit Geige“. Auf einem anderen Bild wabern spektralfarbig schimmernde Seifenblasen umher. Ihre Motive strahlen eine stille Sehnsucht nach ein bisschen Glück und Unbeschwertheit aus.

Fazel hat nie zuvor gemalt

Nastarin spricht nach der kurzen Zeit, die sie in Wolfratshausen lebt, fast fließend Deutsch. Sie würde gerne weiter auf die Schule gehen, sagt sie, um später eine künstlerische Ausbildung zu machen. Im Atelier von Roswitha Muth hat sie den 16-jährigen Fazel Sharifi aus dem Iran kennengelernt. Auch Fazel ist über die Balkan-Route nach Deutschland gekommen. Heute besucht er regelmäßig Muths Atelier, obwohl er, wie er gesteht, im Leben nie gemalt hat.

Malen soll eine Nebenrolle spielen

Dafür hatte der Minderjährige in seiner Heimat auch keine Zeit. Er musste in den Straßen von Teheran als Händler Geld verdienen. Vor zwei Jahren – mit gerade mal 14 Jahren – schloss er sich dem Flüchtlingsstrom an. Ein Minderjähriger ohne Begleitperson, wie es die deutschen Behörden nennen. Also, ein Kind, allein unterwegs. Diese Erlebnisse haben Fazel geprägt. Die Bilder von Krieg und Flucht holen ihn in seinen Träumen ein. Fazel malt mit Kohle- und Bleistiftzeichnungen dagegen an. Es sind Szenen von einem ganz normalen Leben eines jungen Menschen, in friedlichen Zeiten. Fazel Sharif hat ein Talent entdeckt, das er vorher nicht kannte. Später, sagt er, möchte er Krankenpfleger werden und vielleicht sogar irgendwann Medizin studieren. Das Malen soll dabei nur eine Nebenrolle spielen.

Info

Nastaran Javadi und Fazel Sharifi stellen gemeinsam während der Kunstmeile in der Galerie „Kunst im Mittelpunkt“ von Roswitha Muth am Obermarkt 52 aus. Hier stellen wir zwei weitere Künstler vor, die erstmals an der Wolfratshauser Kunstmeile beteiligt sind: Eine Eglingerin und eine Königsdorferin

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