+
Meister der Wolfratshauser Märkte: Hubert Bernwieser hat die Nachfolge von Peter Steinberger angetreten.

Neuer Marktmeister

„Man muss sich Respekt verschaffen“

  • schließen

Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen: Das sind zwei Grundvoraussetzungen, die Hubert Bernwieser zur Ausübung seines Jobs braucht. Der 37-Jährige ist der neue Marktmeister der Stadt Wolfratshausen.

Wolfratshausen– Der sympathische Mann mit den kurz geschorenen Haaren und dem rot-blonden Dreitagebart ist in der Flößerstadt kein gänzlich Unbekannter. Seit mehreren Jahren arbeitet der Münsinger schon im Wolfratshauser Rathaus. Nachdem Marktmeister Peter Steinberger vor einigen Wochen seinen Ruhestand angetreten hat, übernahm Bernwieser diese verantwortungsvolle Tätigkeit. Ob Grüner Markt am Freitag, Mittefastenmarkt beziehungsweise Nepomukmarkt und Martinimarkt mit verkaufsoffenem Sonntag, das Volksfest auf dem Loisachhallen-Parkplatz oder der dreitägige Christkindlmarkt: Der 37-Jährige ist an vielen Fronten gefordert. „Die Werbung, die Organisation von Straßensperrungen, das jeweilige Sicherheitskonzept und die Platzierung der Stände – das alles läuft bei mir zusammen“, sagt Bernwieser im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zugegeben, die Diskussion mit Fieranten sei nicht immer eine helle Freude. Beispiel Marktstraße: Jeder Händler poche auf den mutmaßlich besten Platz zwischen Reiser- und Schwankl-Eck. „Genau genommenmöchte jeder seinen Stand auf dem Marienplatz aufbauen“, weil er sich an der Stelle den größten Umsatz erwarte. Dafür hat Bernwieser Verständnis. Aber eine gute Fee, die alle Wünsche erfüllen kann, ist er nicht. „Die Stadt ist der Hausherr“, betont er. Die Kommune entscheide, wer, wo seine Waren anpreisen darf. Dasselbe gelte für die Auswahl der Marktbeschicker. Bernwieser prüft alle Anfragen penibel, „denn wir wollen ja nicht, dass vier oder fünf Händler auf dem Grünen Markt oder beim Mittefastenmarkt Käse anbieten“. Er räumt ein: „Ja, hier und da muss man sich schon Respekt verschaffen.“ Denn das Gros der fliegenden Händler seien alte Hasen und mit allen Wassern gewaschen. Bernwieser behält im Falle des Falles einen kühlen Kopf, doch unterm Strich gilt sein Machtwort. „Man darf aber nicht vergessen: Der eine oder andere Händler nimmt eine mehrstündige Anfahrt in Kauf und ist nicht entzückt, wenn er keinen Platz im Zentrum der Altstadt zugewiesen bekommt.“ Allerdings lernte der neue Marktmeister schon in der Zeit, als er seinen Vorgänger Peter Steinberger begleitete: „Jammern gehört zum Geschäft.“

Bernwieser legt Wert darauf, die Wolfratshauser Einzelhändler in die diversen Märkte zu integrieren – „wenn sie das wollen“. Schließlich sollten nicht nur die Kassen der Fieranten klingeln. Der Münsinger hält vor diesem Hintergrund die 2014 von Bürgermeister Klaus Heilinglechner getroffene Entscheidung, den Grünen Markt in die Innenstadt zu verlegen, nach wie vor für absolut richtig: „Das sorgt für Frequenz, das belebt die Altstadt.“

Der 37-Jährige und seine Mitarbeiter arbeiten im Schichtdienst. Das Motto lautet: „Nach dem Markt ist vor dem Markt.“ Zu Hause allerdings überlässt der Vater von zwei Mädchen und einem Buben den Fachbereich Organisation seiner Ehefrau: „Und das ist auch gut so“, sagt er mit einem Lächeln.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Countdown für das Loisachgaufest läuft
Lange ist geplant und organisiert worden, jetzt geht es endlich los. Der Countdown für das Loisachgaufest in Egling läuft. Die Macher von Feuerwehr, Trachten- und …
Der Countdown für das Loisachgaufest läuft
Bezahlbarer Wohnraum: Baugenossenschaft hadert mit Stadt
Kritik an der Politik hagelte es in der Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft. Die Vorstandsmitglieder beklagten, dass es ihnen als Bauwerber schwer gemacht werde, …
Bezahlbarer Wohnraum: Baugenossenschaft hadert mit Stadt
Audi erfasst betrunkenen Radler (17)
Mit dem Rettungshubschrauber musste ein 17-jähriger Wolfratshauser am frühen Sonntagmorgen ins Krankenhaus geflogen werden.
Audi erfasst betrunkenen Radler (17)
Claudia Lichtenberg fährt letzten Giro Rosa: „Nicht an den Abschied denken“
Radsportlerin Claudia Lichtenberg bricht zu ihrem letzten großen Rennen, dem Giro Rosa, auf, bevor die Wolfratshauserin ihre Karriere beendet. Vorher haben wir mit ihr …
Claudia Lichtenberg fährt letzten Giro Rosa: „Nicht an den Abschied denken“

Kommentare