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Marienbrunnen-Versetzung: Gegner monieren „unfaire Mittel“ der Befürworter

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Von: Jannis Gogolin

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Beschwerdeführer Helmut Forster, Richard Kugler, Hermann Paetzmann, Erich Brockard und Dr. Manfred Fleischer
Stemmen sich gegen die vom Stadtrat beschlossene Versetzung des Marienbrunnens: (v. li.) Helmut Forster, Richard Kugler (Stadträte der Liste WOR), Hermann Paetzmann (Mitglied der Liste WOR), der Wolfratshauser Erich Brockard und Dr. Manfred Fleischer (Stadtrat der Liste WOR). © Sabine Hermsdorf-Hiss

Der Flyer des Vereins „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ hat bei den Gegnern der Brunnen-Verschiebung Unmut ausgelöst. Sie sprechen von einer „unseriösen“ Information der Bürger.

Wolfratshausen – Die Causa Marienbrunnen beschäftigt die Bürger der Loisachstadt seit Monaten. Jetzt bestimmen die Wolfratshauser am Sonntag, 11. Dezember, in zwei parallel durchgeführten Bürgerentscheiden final über das Vorgehen. Bürgerentscheid 1 (kontra Brunnen-Verschiebung) haben die drei Stadträte der Wolfratshauser Liste initiiert, dem stellte der Stadtrat Bürgerentscheid 2 (pro Brunnen-Verschiebung) entgegen. Die Argumente fliegen hin und her – in einem Pressegespräch kritisierten die Gegner des Vorhabens am Mittwoch im Gasthaus Löwenbräu den Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW).

Marienbrunnen-Versetzung: Beschwerdeführer monieren „unfaire Mittel“

Der Verein wirbt wie berichtet mit Flyern für die Versetzung des Brunnens in Richtung Marktstraße. Dr. Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste) wirft der LAW um Vorsitzenden Ernst Gröbmair „einseitige, unkorrekte und unseriöse Information der Bürger“ vor. Das sei weit entfernt von einer „fairen und offenen Diskussionskultur über das historische Bild der Altstadt“. Fleischer unterstrich den am Dienstag in unserer Zeitung veröffentlichten Leserbrief von Ex-CSU-Stadtrat Peter Plößl. Der im Flyer der LAW abgebildete Stimmzettel sei deutlich verkürzt, so Plößl. „Wenn hier also Meinungsbildung durch Weglassen betrieben wird, hat das für mich einen manipulativen Charakter.“ Fleischer pflichtete seinem ehemaligen Parteifreund zu. Die LAW bediene sich „unlauterer und unfairer Mittel“.

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Verschiebungs-Befürworter haben „Angst vor Gesichtsverlust“

Ein weiterer Aspekt stößt bei Fleischer auf Unverständnis. „Es heißt ja, dass der Brunnen mehr ins Zentrum gehört. Nun ja, zentraler wie jetzt geht es gar nicht. Der Brunnen steht im Herzen der Altstadt. Noch zentraler hieße vor dem Schreibtisch von Bürgermeister Heilinglechner.“ Die vehemente Verteidigung des 15:5-Beschlusses des Stadtrats, den Brunnen im Zuge der Altstadt-Aufwertung nach Osten zu verschieben, erfolge eher aus „Angst vor einem Gesichtsverlust“ als aus Notwendigkeit, mutmaßt Fleischer.

Keine Firma will‘s machen - Initiative spürt Rückenwind

Für seinen Fraktionskollegen Richard Kugler ist die Tatsache, dass bis dato keine Fachfirma gefunden worden ist, die den Brunnen versetzen möchte, ein weiterer Grund, sich gegen das Vorhaben zu stemmen. Wie berichtet hatten die Gegner am vergangenen Samstag am Marienplatz die Verschiebung des Brunnens mit einem Holzlatten-Modell simuliert. Die Reaktionen der Passanten, so Kugler, seien eindeutig ausgefallen: „Eigentlich alle, mit denen wir gesprochen haben, haben uns zugestimmt, den Brunnen da zu lassen, wo er ist.“

Hohe Kosten für Verschiebung - für Helmut Forster unpassend in aktueller Zeit

Ex-Bürgermeister Helmut Forster (Wolfratshauser Liste) ist überzeugt, dass es für Bürgerentscheid 1 eine deutliche Mehrheit geben wird. Er verwies am Mittwoch auf die mehr als 2500 Wolfratshauser, die mit ihrer Unterschrift den Antrag für das Bürgerbegehren „Schutz der historischen Altstadt“ unterstützt hatten. Forster, Wirtschaftsreferent des Stadtrats, warnte erneut vor der „Verschwendung von Steuergeld“. Er rechnet mit rund 200 000 Euro Kosten für die Brunnen-Verschiebung. „Es ist jetzt nicht die Zeit, so viel Geld für ein ,Nice-to-have-Projekt‘ auszugeben.“

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