Eine Halle voll mit Pflanzen

Marihuana-Plantage in Wolfratshausen: Münchner stehen vor Gericht

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Zwei Münchner haben ein Jahr lang eine Marihuana-Plantage in einer Lagerhalle in Wolfratshausen betrieben. Sie wollten im großen Stil anbauen. Dann flogen sie auf. 

Wolfratshausen – Ihr Einsatz war nahezu perfekt. Zucht, Anbau, Ernte und Buchführung, alles passte – wäre nur das Engagement nicht hochgradig kriminell gewesen. Ein Jahr lang betrieben zwei Münchner (32 und 33 Jahre) in einer Lagerhalle in Wolfratshausen eine durchaus rentable Marihuana-Plantage. Dann flogen sie auf. Morgen beginnt ihr Prozess vor dem Landgericht München II.

Die Nachbarn störten sich bereits am süßlichen Geruch der Pflanzen

Es war der eigenwillig süßliche Geruch der Pflanzen, der den Nachbarn an der Königsdorfer Straße nahe der Shell-Tankstelle zu schaffen machte. Irgendwann empfanden sie den Duft einfach nur noch als penetrant. An einem Märzabend 2016 alarmierten sie gegen 21.30 Uhr die Polizei. Die ging den Hinweisen nach und entdeckte die Quelle in einer etwa 250 Quadratmeter großen Halle.

Sie observierten das Objekt und schlugen gegen Mitternacht mit 20 Beamten zu. In der Lagerhalle trafen sie auf zwei Männer bei der Marihuana-Ernte. Sie standen inmitten einer riesigen Plantage mit jungen und ausgewachsenen Pflanzen. Die Beamten fanden 20 Kilogramm frisches Marihuana (Pflanzen, geerntete Blütendolden, Blattmaterial) sowie 5,5 Kilogramm getrocknetes, verkaufsfertiges Marihuana.

Die Münchner wollten Marihuana im großen Stil anpflanzen

Die Männer wurden festgenommen. Sie sitzen seitdem in U-Haft. Bei der Durchsuchung der jeweiligen Münchner Wohnungen stießen die Fahnder noch auf 50 Gramm Kokain sowie 3000 Euro Bargeld und detaillierte Aufzeichnungen über Aufzucht und Pflege der Pflanzen, aber auch Mengen und Erlös vergangener Ernten. Demnach hatten die Männer im Herbst 2014 den Plan entwickelt, Marihuana im großen Stil anzubauen. Im März 2015 ging es dann mit etwa 200 Pflänzchen los.

Im März beginnt der Prozess

Etwa vier bis sechs Wochen dauerte es, bis die Marihuana-Pflanzen geerntet werden konnte. Spätestens ab Mai wurde die Premierenanzucht durchmischt. So ging es dann Ernteperiode um Ernteperiode weiter. Deshalb stießen die Polizisten auch auf Pflanzen unterschiedlichster Größe. Der Mindestwirkstoffgehalt lag etwa bei fünf Prozent Tetrahydrocannabinol (THC), die Qualität war damit eher gering. Gute Qualität beginnt ab zehn Prozent. Angesichts der riesigen Menge Marihuana, die geerntet wurde, dürfte der geringe THC-Gehalt bei den Strafen nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Üblicherweise richtet sich das Strafmaß unter anderem nach der Qualität des Rauschgifts.

Der Prozess ist auf sechs Verhandlungstage bis Mitte März terminiert.

Rubriklistenbild: © dpa Symbolbild

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