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An der Realschule Geretsried war Max Mannheimer zwei Mal zu Gast, um aus seinem Leben zu erzählen - zuletzt im Juli 2016. 

Im Gespräch mit Dr. Sybille Krafft

„Max Mannheimer wollte bewusst unser erstes Mitglied werden“

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Waldram –Er war ein prominenter Fürsprecher des Vereins „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“: Der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer, der am Freitag im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Mannheimer hatte die Mitgliedsnummer 1 im Badehausverein.  Ein Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Dr. Sybille Krafft.

Dr. Sybille Krafft: Vorsitzende des Vereins „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“.

Frau Dr. Krafft, seit wann kannten Sie Max Mannheimer persönlich? Was war er für ein Mensch?

Wir kannten uns seit meiner Arbeit an dem Buch- und Ausstellungsprojekt „Zwischen den Fronten. Münchner Frauen in Krieg und Frieden“ – also seit gut 25 Jahren. Max war ein wunderbarer Mensch: lebensklug, humorvoll, charmant, hart in der Sache, versöhnlich im Ton, ein grandioser Geschichtenerzähler und ein präziser Zeitzeuge. Er konnte die Herzen und das Gewissen der Menschen berühren.

Welche Bedeutung hatte er für das Badehausprojekt in Waldram? Und das Badehausprojekt für ihn?

Max Mannheimer hat unser Erinnerungsprojekt von Anfang an unterstützt. Er wollte bewusst unser erstes Mitglied werden, um damit politisch ein Zeichen zu setzen. Später wurde er unser Ehrenmitglied. Als erster prominenter Gast hat er 2012 das Badehaus besucht und mahnend gerufen: „Hier war etwas!“, um auf die besondere Bedeutung von Föhrenwald aufmerksam zu machen. Max Mannheimer kannte das DP-Lager aus eigener Erfahrung, weil er dort nach dem Krieg die so genannten „hardcore cases“ betreut hatte. Das waren durch den Holocaust und die Konzentrationslager schwerst verletzte und traumatisierte Menschen, um die er sich im Auftrag der Amerikaner kümmerte.

Max Mannheimer war einer der letzten Zeitzeugen des Holocaust. Wie schwer wird es, die Erinnerung an diese Zeit ohne ihn weiter aufrechtzuerhalten?

Max ist unersetzlich. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für die Erinnerungskultur in diesem Land. Wir hatten das große Glück, seine Zeitzeugenschaft, seine Erzählungen noch persönlich erleben zu dürfen. Im Badehaus wollen wir das, was er uns inhaltlich und menschlich mit auf den Weg gegeben hat, an die nächste Generation weitergeben. Dazu werden wir Filmausschnitte mit ihm zeigen sowie seine Lebensgeschichte und insbesondere seine Verbindung zu Föhrenwald dokumentieren. Getreu nach seinen Worten: „Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht.“

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