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Steht seit kurzem am Autobahnzubringer: Das Original-Floß muss nach dem Flößertag aber möglicherweise wieder abgebaut werden.

Wirtschaftsreferent will Alleinstellungsmerkmal besser vermarkten

Mehr Floß für die Flößerstadt

Wolfratshausen – Kulturreferent Alfred Fraas möchte Wolfratshausen zu einer lebendigen Flößerstadt machen. Schließlich ist die Kommune im kommenden Jahr Ausrichter des Internationalen Flößertages.

„Wenn wir uns Flößerstadt nennen, sollten wir das auch leben“, forderte der CSU-Stadtrat vor kurzem im Kulturausschuss. Das Holzfloß, das wie berichtet kürzlich am Autobahnzubringer aufgestellt wurde, soll nur ein Anfang sein. „Schön wäre es, wenn wir noch ein zweites Floß neben der Ausfahrt auf der anderen Seite platzieren könnten“, ergänzte Fraas. Bürgermeister Klaus Heilinglechner hält diesen Plan für schwer durchsetzbar. Er habe bereits für das eine Bauwerk drei Stunden mit dem Straßenbauamt diskutieren müssen. Die Behörde äußerte Bedenken in puncto Verkehrssicherheit (siehe Kasten).

Fraas hatte noch weitere Vorschläge in petto: „Ich würde gerne ein Schaufloß am Loisachufer aufstellen.“ Ein passendes Holzgefährt habe er dafür bereits. „Das wäre keine große Investition.“ Heilinglechner gab zwar zu bedenken, dass der Platz „relativ ausgereizt“ sei, kündigte aber an, sich den Plan anzusehen.

Bereits vor einigen Monaten hatte der Kulturreferent die Verwaltung gebeten, zu überprüfen, ob ein regelmäßiger Floßverkehr innerhalb der Loisachstadt möglich sei. „Insbesondere soll eine zu schaffende Floßlände beim Wertstoffhof und angedachten Volksfestplatz auf ihre Realisierung hin untersucht werden. Erforderliche Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme der Floßrutsche am Kastenmühlwehr und der zu schaffenden Floßlände sollen technisch und kostenmäßig dargestellt werden“, lautet der Antrag im Wortlaut.

Heilinglechner verkündete im Ausschuss, dass die Wolfratshauser Flößer derzeit nicht bereit wären, dieses Angebot zu stemmen. „Es ist für sie nicht durchführbar, noch eine weitere Lände zu unterhalten. Außerdem ist es auch wirtschaftlich uninteressant. Man müsste für die Fahrt so viel verlangen, dass es nicht angenommen würde.“

Fraas möchte das Projekt trotzdem nicht begraben: „Das ist eine Vermarktungsfrage. Wir sollten erst einmal herausfinden, ob die Fahrten überhaupt möglich sind.“ Er schlug vor, das Angebot zu bezuschussen, sollte das Projekt lediglich an der Wirtschaftlichkeit scheitern. „Wir sollten nicht nach Gründen suchen, warum es nicht klappt, sondern nach Lösungen, wie es klappen könnte.“

Heilinglechner möchte sich dem Projekt nicht versperren: „Wir brauchen dafür aber einen, der die Fahrten durchführt. Wenn wir uns dann finanziell einigen, bin ich der Letzte, der das ablehnt.“

Bereits beschlossen ist die Aufstellung einer Flößerskulptur im Gewerbegebiet. Im Rahmen eines Wettbewerbs entschied sich die Stadt für ein Werk von Jürgen Batscheider aus Memmingen. Bis spätestens März soll – wenn es keine verkehrsrechtlichen Bedenken der Polizei gibt – auf dem Kreisel an der Pfaffenrieder Straße zwischen McDonalds und dem ehemaligen Möbel Mahler eine Skulptur stehen. Laut dem Vize-Chef der Wolfratshauser Polizei, Christian Neubert, ist in dieser Frage noch keine Tendenz abzusehen. „Nächste Woche könnte eine Entscheidung fallen“, kündigt er jedoch an.

dst

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