Ein Einkaufszentrum und Wohnungen sollen auf dem Kraft-Areal in Bahnhofsnähe entstehen. Jetzt gibt es eventuell eine Planänderung.
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Ein Einkaufszentrum und Wohnungen sollen auf dem Kraft-Areal in Bahnhofsnähe entstehen. Jetzt gibt es eventuell eine Planänderung. 

80 Stellungnahmen gingen ein

Mehr Wohnungen auf dem Wolfratshauser Kraft-Areal ?

Nicht alle befürworten die Pläne, auf dem Kraft-Areal in Bahnhofsnähe  ein Einkaufszentrum und 16 Wohnungen zu bauen. Der Wolfratshauser Bürgermeister hat nun eine Sondersitzung zum Thema angekündigt. 

Wolfratshausen – Das Projekt polarisiert: Auf dem Kraft-Areal in Bahnhofsnähe könnten ein Einkaufszentrum und 16 Wohnungen entstehen. Während ein Großteil des Stadtrats in den Plänen eines privaten Investors ein großes Potenzial für die Loisachstadt sieht, haben rund 80 Bürger Einwände gegen die entsprechende Änderung des Bebauungsplans erhoben. In einer Sondersitzung will Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf die Schreiben eingehen.

80 Stellungnahmen sind bei der Stadtverwaltung eingegangen, „mehr als bei einer normalen Bebauungsplanänderung“, so Heilinglechner. Bei der Größe des Vorhabens sei dies aber nicht ungewöhnlich. „Einige Anwohner haben auf ein solches Projekt oftmals einen anderen Blick.“ Zum Vergleich: Bei Entscheidungen zur S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried sind laut Heilinglechner rund 700 Schreiben im Rathaus eingegangen. Mit dem Inhalt der Einwände zum Kraft-Areal muss sich der Stadtrat auseinandersetzen. „Wir haben von Verwaltungsseite entschieden, dass es sinnvoller ist, dieses große Thema in einer Sondersitzung zu diskutieren“, erklärt der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung. Ursprünglich war geplant, die Stadtratsmitglieder im eigentlich sitzungsfreien Januar zusammenzutrommeln. Ob das zeitlich möglich ist, ist unklar. „Wir warten noch auf eine Rückmeldung vom Investor, die wir benötigen“, sagt Heilinglechner. Da dieser bislang nicht zu erreichen war, findet die Sitzung eventuell erst im Februar statt. „Auf die Rückmeldung warten wir täglich“, sagt der Rathauschef. Die Sondersitzung birgt möglicherweise eine Menge Zündstoff. Zur Frage, ob das Einkaufszentrum eine unumstößliche Planung ist, möchte sich Heilinglechner mit Hinweis auf die Sitzung nicht äußern. „Dazu sage ich jetzt nichts. Lassen wir uns überraschen“, lautet die knappe Antwort.

Das besagte Grundstück an der Sauerlacher Straße ist im Besitz der Kraft-Stiftung. Deren Gesellschafter ist Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler, der in engem Kontakt mit dem Investor steht. Der hat auf dem Grundstück östlich des S-Bahnhofs große Pläne: Angedacht ist ein dreigeschossiges Einkaufszentrum mit insgesamt 6500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Dort könnten ein Lebensmittelvollsortimenter, ein Discounter, ein Sport-, ein Textil- und ein Elektromarkt unterkommen. Außerdem plant der Investor die Ansiedelung einer Bäckerei und eines Kiosks.

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Wie Dr. Harald Mosler im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, gibt es Überlegungen, die Planungen zu modifizieren. Die eingereichten Einwände seien zwar „juristisch überwindbar“, aber: „Auf dem Areal soll etwas entstehen, was von einer großen Mehrheit getragen wird. Wir wollen diesen Plan nicht durchboxen“ Nach den Worten Moslers hat die Kraft-Stiftung „eine große soziale Komponente“. Auch aus diesem Grund sei es denkbar, dass mehr Wohnflächen als die im aktuellen Plan vorgesehenen 16 Wohnungen entstehen. „Dafür würden wir das Einkaufszentrum etwas abspecken.“ Eine komplette Abkehr von diesem Gebäudekomplex schließt Mosler aber aus. Eine endgültige Entscheidung, wie der Investor weiterplant, steht noch aus. Die möglichen Änderungen sollen aber nicht zu einer Verzögerung führen, so Mosler. Man wolle darauf achten, dass der Prozess, den Bebauungsplan zu ändern, weiterlaufen kann.

Die Absender der 80 Stellungnahmen zum Bebauungsplan haben übrigens bislang keine Rückmeldung von der Stadtverwaltung erhalten. „Das ist nicht Usus“, erklärt Heilinglechner. „Die Einwände werden in der Sitzung behandelt.“

Dominik Stallein

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