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Jung und Alt an einem Tisch: Bei der Stadtmeisterschaft im „Mensch ärgere Dich nicht“ geht es nicht nur ums Gewinnen. Organisator Willibald Diwo will auch die Generationen einander näher bringen.

Und jetzt der Bayern-Cup

Meisterschaft im "Mensch ärgere Dich nicht"

Wolfratshausen – Es hat indische Wurzeln und zählt zu den Klassikern unter den deutschen Brettspielen: „Mensch ärgere Dich nicht“. Jetzt wurde die Wolfratshauser Stadtmeisterschaft gespielt.

"Mensch ärgere Dich nicht“ wurde 1907/1908 von Josef Friedrich Schmidt erfunden und erschien erstmals 1910. Bis heute wurden mehr als 70 Millionen Exemplare verkauft. Einige davon waren am Samstag in in Gebrauch: bei der zweiten Wolfratshauser Stadtmeisterschaft. 

Von echtem Ärger war bei der bestens organisierten Veranstaltung kaum etwas zu spüren. Am Samstagnachmittag trafen sich 28 Spieler aus Wolfratshausen, Geretsried und der Umgebung in den Räumen der Evangelischen Gemeinschaft an der Pfaffenrieder Straße, um herauszufinden, wer von ihnen das meiste Würfelglück und das beste Rauswerfgeschick im „Mensch ärgere Dich nicht“ haben würde. Andreas Müller, Pastor der Gemeinschaft, eröffnete den Wettbewerb mit den Worten: „Ich hoffe, Sie haben alle Ihre Atemübungen gemacht“ – und verlieh so scherzhaft seiner Hoffnung Ausdruck, dass kein Teilnehmer den Spielspaß allzu ernst nehmen und möglicherweise aufkeimenden Unmut herunterschlucken würde.

Selbstverständlich ging es bei der Stadtmeisterschaft vor allem um die Gaudi. Jung und alt saßen an Vierertischen zusammen, der jüngste Teilnehmer war zehn Jahre alt. In je 20 Minuten dauernden Partien erhielten die Spieler auf Grundlage eines ausgeklügelten Systems Punkte, je nachdem, wie weit sie ihre Kegel gebracht hatten. Nach vier Runden traten die vier besten Figurenschubser im Endspiel gegeneinander an. Zu gewinnen gab es neben einem Wanderpokal auch diverse Spiele, die Spielwaren Tausend aus Wolfratshausen gesponsert hatte.

Initiiert hatte die Stadtmeisterschaft zum zweiten Mal Willibald Diwo, nachdem er gehört hatte, dass es in diesem Spiel auch Weltmeisterschaften gibt. „Mein Ziel ist es, Jung und Alt zusammenzubringen“, erläuterte Diwo. „Außerdem versuchen wir, unsere Gemeinde bekannter zu machen und letztendlich vielleicht auch, die Menschen nicht nur zu uns, sondern auch zu Gott zu bringen. Hier drin muss aber niemand Angst haben, missioniert zu werden.“

Betrachtete man die Teilnehmer, so scheinen ihm zumindest die ersten zwei Punkte gelungen zu sein. Zehnjährige Kinder saßen neben Senioren, viele Mitspieler waren keine Gemeindemitglieder. Eigentlich ist Diwo die Resonanz aber noch zu gering: „Das könnte mehr sein. Am liebsten würde ich das alles viel größer aufziehen, wir könnten ja auch einen Bayern-Cup veranstalten. Ich organisiere das gerne, nur bräuchten wir dafür Sponsoren.“

Unter den Teilnehmern war auch der 15-jährige Farnad Salazad. Der Junge stammt ursprünglich aus Afghanistan und lebt heute mit seiner Familie in Eurasburg. Ob sie zu Hause auch spielen? „Ein bisschen“, sagt er. Genauso wie die anderen Kinder war er mit Feuereifer bei der Sache.

Der Pokal ging nach über drei Stunden schließlich an Leni Ganz, die sich im Finale gegen ihre drei männlichen Mitstreiter durchsetzen konnte. Der Name der 83-jährigen Waldramerin wird nun auf dem Pokal eingraviert.

von Carina Sappl

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