Farbenspiel am Loisachufer: In Wolfratshausen gibt es strenge Regeln, wo geballert werden darf und wo nicht.

Nicht überall darf geballert werden

Menschen, Tiere, Sensationen: Was beim Silvesterfeuerwerk alles zu beachten ist

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Ein echter Knaller ist das Feuerwerk an Silvester. Wo es erlaubt ist, wo verboten und was es sonst noch zu beachten gilt, lesen Sie hier.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Silvesternacht steht in der Regel für ausgelassene Partys, gute Laune, laute Musik und Feuerwerk. Des einen Freud ist in einigen Fällen aber des anderen Leid: Tiere flüchten, wenn am frühen Abend die ersten Kracher losgehen – und kehren oft tagelang nicht zurück. Der Nachbar freut sich nicht zwingend über Techno-Bässe in Konzert-Lautstärke. Und der Umgang mit Raketen und Knallern erfordert Umsicht. Wir haben zusammengetragen, was man in der finalen Nacht des Jahres beachten muss.

Wer einen Vierbeiner besitzt, sollte seinem Liebling Stress ersparen. „Wichtig ist, dass Haustiere in der Wohnung sind und nicht draußen im Freien“, sagt Bernhard Wahler vom Geltinger Josefa-Burger-Tierheim. Am sichersten fühlen sich Hund und Katze in einem Raum mit geschlossenen Fenstern, Rollläden und Zimmertüren, das halte Lärm und Lichtblitze von ihnen fern.

Raketen und Böller sind allerdings auch für Menschen nicht ohne. Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) rät, „nur geprüfte und zugelassene Feuerwerkskörper zu verwenden“. Selbstgebastelte Knaller und Raketen seien absolut tabu – ebenso das Aufheben und neuerliche Anzünden von Blindgängern oder das Entzünden in der Hand. „Bei Verstößen sind Bußgelder von bis zu 50 000 Euro sowie Freiheitsstrafen möglich“, warnt das LKA.

Die Knallerei kann beim Menschen „Schwerhörigkeit und Tinnitus verursachen“, schreibt Sabine Wagner von der Deutschen Tinnitus-Liga (DTL) in einer Pressemitteilung. Rund 8000 Menschen hierzulande erleiden jährlich eine Verletzung des Innenohrs durch explodierende Feuerwerkskörper. Mit den Knalltraumen haben die Betroffenen – das sind speziell junge Menschen zwischen sechs und 25 Jahren – oft ein Leben lang zu kämpfen. Schützen kann man sich, indem man vom Feuerwerksspektakel Abstand hält. Wer unbedingt ballern möchte, dem empfiehlt die DTL das Tragen von Ohrenstöpseln.

Lesen Sie auch: Was Nachbarn an Silvester dürfen

Feuerwerk darf man auch nicht überall zünden. Am Ober- und Untermarkt in Wolfratshausen sowie den angrenzenen Straßen ist das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände der Klasse zwei – Silvesterraketen und Knallkörper – wegen der Brandgefahr verboten. Freigegeben für die Knallerei ist laut Rathaus die Fläche an der alten Floßlände. Buchstäblich gebrannte Kinder sind die Eurasburger: In der Silvesternacht von 1975 auf 1976 zerstörte ein Feuer das Schloss bis auf die Grundmauern. Ein Ballerverbot existiert in der Kommune zwar nicht, jedoch ein Gebot, wie Moritz Sappl betont. Der Bürgermeister empfiehlt, auf das Abrennen von Feuerwerk in der Nähe des nachts unbewohnten Beuerberger Klosters und des Schlosses zu verzichten. Die Gebäude seien sehr verwinkelt, sagt Sappl, der auch Kommandant der örtlichen Feuerwehr ist. „Somit würde es dort nicht gleich auffallen, wenn etwas Feuer fängt.“ Wer ballern möchte, sollte sich eine freie Fläche suchen, Raketen senkrecht nach oben abfeuern und „darauf achten, dass keine Wiese mit trockenem Gras in der Nähe ist“. Zudem bittet Sappl die Hobbyfeuerwerker darum, die Reste ihrer Knallerei an Neujahr selbst zu beseitigen und ansonsten Vorsicht walten zu lassen: „Wir Feuerwehrleute haben an Silvester auch lieber ein Glaserl Sekt als einen Schlauch mit Löschwasser in der Hand. 

hel/peb

Sollte Feuerwerk an Silvester verboten werden?

Ja, findet Redakteurin Susanne Weiß: Warum das Silvesterfeuerwerk abgeschafft gehört

Nein, findet Redaktionsleiter Carl-Christian Eick: Warum das Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel gehört

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