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Das aufwendig restaurierte Modell der Wolfratshauser Burg aus dem Jahr 1952 steht in einem leeren Laden in der Loisachpassage.

20 Meter Hoilzleisten, fünf Kilo Gips

Altes Burgmodell aufwendig restauriert

Wolfratshausen – Im Farcheter Freizeitpark wurde vor zwei Jahren das originale, erste Modell der Wolfratshauser Burg von 1952 wiedergefunden, das zuvor vier Jahrzehnte lang als verschollen galt. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten, zu denen auch die Loisachtaler Bauernbühne maßgeblich beigetragen hat, präsentierte der Burgverein das maßstabsgetreue Abbild am Wochenende erstmals der Öffentlichkeit.

„Im Märchenwald wurde ein Märchen wahr“ – so heißt es in einer Broschüre des Burgvereins Wolfratshausen. Der Hintergrund: Im Farcheter Freizeitpark wurde vor zwei Jahren das originale, erste Modell der Wolfratshauser Burg von 1952 wiedergefunden, das zuvor vier Jahrzehnte lang als verschollen galt. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten, zu denen auch die Loisachtaler Bauernbühne maßgeblich beigetragen hat, präsentierte der Burgverein das maßstabsgetreue Abbild am Wochenende erstmals der Öffentlichkeit.

Auf das Modell aufmerksam wurde der Verein über seinen Vorsitzenden Torsten Sjöberg. „Durch einen Zufall kam ich mit einem Handballkollegen ins Gespräch über die Burg“, berichtet er. Der meinte, er hätte seit Jahren ein Holzmodell in seinem Keller liegen. Sjöberg nahm es kurzerhand in Augenschein und hatte gleich die Vermutung, dass es sich bei dem Exponat um das Schlossmodell von 1952 handeln könnte. „Uns war relativ schnell klar, dass wir es restaurieren wollen“, berichtet Sjöberg bei der feierlichen Präsentation in einem leerstehenden Laden in der Loisachpassage am Obermarkt.

Zwei Mitglieder des Vereins, Max Prestel und Thomas Schmidt, leisteten über 150 ehrenamtliche Stunden, in denen sie im Keller schufteten, um das historische Modell fertig zu stellen. Sie brauchten 20 Meter Holzleisten, zirka acht Quadratmeter Hasenstallgitter, fünf Kilo Gips und etwa zwei Quadratmeter Grasmatte, um das historische Wahrzeichen Wolfratshausens wieder aufleben zu lassen.

Herausgekommen ist ein auf historischen Maßen beruhendes Modell. Ins Auge sticht es dem Betrachter vor allem durch seine Liebe zum Detail. Die beiden Restauratoren zogen nicht nur Hauswände, Türme und Mauern in die Höhe. Sie bemalten auch die Fassaden mit Verzierungen, legten ein kleines Kräuterbeet außerhalb und viele winzige Sträucher innerhalb der Burgmauern an und fertigten eine Miniatursonnenuhr an. „Ich denke, die Ergänzungen hätten den Originalerbauern sehr gut gefallen“, mutmaßt Burgvereins-Chef Sjöberg. Für die Arbeit verlieh der Obmann den ehrenamtlichen Handwerkern Prestel und Schmidt die Ehrenmitgliedschaft des Wolfratshauser Vereins.

Das Burgmodell soll dem Vorsitzenden Sjöberg zufolge „eine Zeit lang“ in der Loisachpassage ausgestellt bleiben. „Danach hoffen wir, dass wir einen Ehrenplatz für unsere Burg finden können“, sagt er in Richtung des anwesenden Kulturreferenten Alfred Fraas (CSU) und des Zweiten Bürgermeisters Fritz Schnaller (SPD). Außer den Stadtratsmitgliedern reihten sich Mitglieder des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen und nahezu die komplette Belegschaft der Loisachtaler Bauernbühne um das Exponat in der Loisachpassage. Sie alle schossen unzählige Fotos von allen Details der Burg, musterten die winzigen Verzierungen und genossen den restlichen Nachmittag bei einem Glas Prosecco.

dst

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