Irrwitzige Wortgefechte: (v. li.): Pierre (Winfried Frey), Antoine (Dieter Fischer) und Clotilde (Judith Toth). 
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Irrwitzige Wortgefechte: (v. li.): Pierre (Winfried Frey), Antoine (Dieter Fischer) und Clotilde (Judith Toth). 

„Ich denke, unsere Freundschaft ist noch zu retten“

Metropoltheater München schafft nackte Tatsachen in der Loisachhalle

  • vonPeter Herrmann
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Auf Sofas saßen die Zuschauer am Wochenende im Foyer der Loisachhalle - und damit mitten im Wohnzimmer eines Ehepaars. Das Metropoltheater München führte das „Abschiedsdinner“ auf.

Wolfratshausen – Es war eine gute Entscheidung des städtischen Kulturmanagements, die vom Metropoltheater München inszenierte Aufführung in das Foyer der Loisachhalle zu verlegen und locker mit Sofas zu bestücken. So saßen die jeweils 80 Besucher am Freitag- und Samstagabend sozusagen mitten im Wohnzimmer des Paares Clotilde (Judith Toth) und Pierre (Winfried Frey), die den langjährigen Freund Antoine (Dieter Fischer) und seine Lebensgefährtin Bea zu einem Abschiedsdinner erwarteten.

Die Idee, den Kontakt nach einem opulenten Mahl für immer zu beenden, erweist sich in der Umsetzung als schwierig. Denn Antoine kommt alleine und ahnt sehr bald, dass er abserviert werden soll. Es folgen irrwitzige Dialoge und Szenen, bei denen das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes hautnah am Geschehen ist. So lassen Winfried Frey und Dieter Fischer einmal sogar die Unterhosen runter, um als Akt der gemeinsamen Verbundenheit ihre Kleider zu wechseln. „Ich denke, unsere Freundschaft ist noch zu retten“, gibt sich Antoine kämpferisch. Der Anblick der nackten Hinterteile ist wahrlich kein schöner. Auch Judith Toth läuft in einer Szene nur in Unterwäsche bekleidet herum. Als Antoine berichtet, dass seine Lebensgefährtin Bea vor vielen Jahren einmal mit Pierre geschlafen hat, scheint sogar dessen Ehe mit Clotilde kurz gefährdet.

Bis zum vermeintlichen Happy End, das musikalisch von dem Dionne Warwick-Hit „That’s what friends are for“ untermalt wird, werden die Besucher im ausverkauften Foyer mit weiteren irrwitzigen Lebenslügen konfrontiert. Dass das von den beiden Franzosen Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière geschriebene Stück in der Inszenierung von Philipp Moschitz in bayerischer Mundartfärbung präsentiert wird, schafft beim Publikum Vertrautheit. Und die Gewissheit: Das könnte uns genauso passieren! 

Peter Herrmann

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