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Lockerer Gedankenaustausch: (v. li.) Münsings Bürgermeister Michael Grasl, Eurasburgs Rathauschef Moritz Sappl, Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Dietramszells Dritter Bürgermeister Josef Hauser und der Eglinger Rathauschef Hubert Oberhauser kamen am Donnerstag in der BVW-Lounge im Schwankl-Eck zusammen.

Vorschlag: Ein Seniorenheim im Nordlandkreis

„Mia san mia“ war gestern: Diese Rathauschefs wollen gemeinsame Sache machen

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Die Bürgermeister von Wolfratshausen, Egling, Münsing und Eurasburg wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen - und bringen den Bau eines Pflegeheims ins Spiel.

Wolfratshausen – Was haben der Wolfratshauser Klaus Heilinglechner, der Münsinger Michael Grasl, der Eurasburger Moritz Sappl und der Eglinger Hubert Oberhauser gemeinsam? Richtig, sie alle sind amtierende Bürgermeister und gehören keiner Partei an, sondern unterm Strich dem Kreisverband der Freien Wähler. Bei einer Info-Veranstaltung in der BVW-Lounge im Schwankl-Eck plädierte das Quartett am Donnerstagabend für eine verstärkte Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden.

Das interkommunale Hallenbad, das derzeit in Geretsried entsteht, sei nur der Anfang: „Es kann und muss noch mehr geben“, meinte Oberhauser. Das „Kirchturmdenken“ sei aus der Zeit gefallen. „Eigenbrödeln“ habe keine Zukunft, pflichtete Grasl seinem Eglinger Amtskollegen bei. Vom „Mia san mia“ habe man sich in Münsing längst verabschiedet. Interkommunale Kooperationen würden allerdings den Mut verlangen „etwas anzupacken“, sagte Heilinglechner. Es sei wenig hilfreich, immer von der Vergangenheit zu schwärmen. Heilinglechner: „Früher ist nicht mehr und wird auch nicht mehr kommen.“

„Das ist ein Lottogewinn für Egling“

Der Wolfratshauser Rathauschef erinnerte am Donnerstag an die Verkehrsanalyse des Büros Obermeyer. Demnach strömt extrem viel Verkehr aus dem Gemeindebereich Egling in die Flößerstadt. „Keine Kommune kann das Verkehrsproblem alleine lösen“, stellte Heilinglechner fest. Er und Oberhauser lobten die Entscheidung des Kreistags, die dazu führt, dass voraussichtlich Ende 2021 ein Schnellbus im 20-Minuten-Takt entlang des S-Bahn-Strangs Wolfratshausen/Deisenhofen rollt (wir berichteten). „Das ist ein Lottogewinn für Egling“, sagte Oberhauser, der schon lange für das Vorhaben gekämpft hatte.

Ein weiteres positives Beispiel für den interkommunalen Schulterschluss sei das Projekt Sozialraum Nord. Das nahm seinen Anfang in Wolfratshausen, inzwischen existiert ein enges Netzwerk zahlreicher Kommunen im Landkreis. „Es war ein Pilotprojekt, das zu einem Musterprojekt wurde“, bilanzierte Sappl.

Ein Seniorenheim im Nordlandkreis?

Das Quartett hatte sich für den Info-Abend der BVW keine Denkverbote auferlegt. Heilinglechner nannte das Stichwort Seniorenbetreuung. Die demografische Entwicklung zeige, dass nicht zuletzt die Städte und Gemeinden vor einer großen Herausforderung stehen würden. Schon jetzt seien Pflegeplätze Mangelware, so Heilinglechner. Warum also nicht gemeinsame Sache machen: „Der eine hat die Flächen, der andere das Kapital“, schlug der Rathauschef vor. „Richtig“, sekundierte Oberhauser, „wir müssen hier im Norden das Thema Pflegeheim angehen.“ Und er ergänzte: „Das müssen wir gemeinsam angehen.“ Oberhauser legte in dem Kontext Wert auf die Feststellung, „dass die Zusammenarbeit der Bürgermeister im Kreis schon immer sehr gut und zielführend war.“ cce

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