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Am Wolfratshauser Amtsgericht wurde eine Betrügerin zu einer Geldstrafe verurteilt

Amtsgericht

Mietwagen behalten - Betrügerin verurteilt 

Wolfratshausen - Weil sie einen Mietwagen nicht zurück gegeben hat, fand sich eine Frau vor dem Amtsrichter wieder. Der verurteilte die Wolfratshauserin zu einer Geldstrafe. Viel zu sagen hatte die Angeklagte nicht.

Die Angeklagte schweigt. „Ich werde mich dazu heute nicht äußern“, macht die 56-jährige Bürokraft zu Beginn der Verhandlung deutlich, dass sie nicht gewillt ist, dabei mitzuwirken, die gegen sie erhobenen Vorwürfe aufzuklären. So muss sich das Gericht sein Urteil nach den Schilderungen der einzigen Zeugin bilden, und die hat viel zu erzählen.

Am 11. Oktober 2014 mietete die Angeklagte bei einem Wolfratshauser Autoverleiher einen Opel Corsa, „für eine Woche, eventuell auch für zwei“. Die Frau hinterlegte für die erste Woche 500 Euro Kaution. Später habe sie weitere 500 Euro gezahlt. Die Fahrzeugmiete betrug 59 Euro pro Tag. Als die Kaution nicht mehr reichte, um die Mietkosten zu decken, habe man versucht, mit der Frau Kontakt aufzunehmen. Vergeblich. Kurz vor Weihnachten habe sich die Frau dann von sich aus gemeldet und einen Scheck über 4000 Euro angekündigt. Der kam jedoch nie an.

Stattdessen habe die immer neue Ausreden aufgetischt. „Der Scheck sei irrtümlich bei einer Firma in Franken gelandet. Sie müsse Seminare halten, könne sich deshalb nicht gleich kümmern“, erzählte die Zeugin. „Ich war bei jedem Anruf gespannt, welche Märchen sie uns auftischt.“

Am 27. März vorigen Jahres, mehr als fünf Monate nachdem der Wagen vom Hof gerollt war, entdeckte der Ehemann der Zeugin das Fahrzeug zufällig in der Egerlandstraße in Geretsried und schleppte es ab. Die offenen Mietkosten betragen 8983 Euro. Inklusive Reinigung und einer neuen Schließanlage beläuft sich der Schaden auf insgesamt rund 13 000 Euro. Die Angeklagte blieb auch nach der Aussage der Zeugin bei ihrer Strategie: „Ich sage gar nichts.“

Die 56-Jährige saß nicht zum ersten Mal vor Gericht. Bei ihren vier Vorstrafen gab es zwei Verurteilungen wegen Betrugs. Zuletzt war sie im Januar 2015 zu 60 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt worden, weil sie an einer Tankstelle in Icking einen Opel voll tankte ohne zu bezahlen.

Angesichts der Vorstrafen beantragte die Staatsanwältin acht Monate Gefängnis auf Bewährung und 150 Stunden Soziale Dienste. Richter Helmut Berger verurteilte die derzeit arbeitslose Angeklagte wegen Betrug zu 120 Tagessätzen zu je 15 Euro, insgesamt 1800 Euro.

Rudi Stallein

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