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Der Fall ist in Wolfratshausen vor Gericht verhandelt worden.

Der Vorwurf: Schwerer sexueller Missbrauch

19-Jähriger hatte Sex mit junger Geretsriederin (12)

Geretsried - Sie war erst zwölf Jahre alt: Ein 19-Jähriger hat eine Geretsriederin (12) übers Internet kennengelernt. Sie hatten Sex. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs landete der Mann vor Gericht.

Detailliert listete die Anklageschrift die Straftaten auf, die dem 19-Jährigen zur Last gelegt werden. Mitte Oktober 2014 trafen sich die zwei zum ersten Mal in der Wohnung der Mutter der Schülerin. Sie tauschen Zungenküsse aus; am Nachmittag traf man sich in einem Wald, dort geschah eine erste sexuelle Handlung. Tags darauf kam es zu weiterem Intimverkehr.

Sie hat schmerzen: 19-Jähriger bricht Geschlechtsverkehr ab

Weil das Mädchen dabei Schmerzen hatte, brach der Mann den Geschlechtsverkehr ab. Soweit die Fakten, die in der Regel drastische Freiheitsstrafen nach sich ziehen. Eine Zwölfjährige sei „noch ein Kind und deshalb absolut geschützt und jeglicher Sexkontakt verboten“, betonte Staatsanwalt Konrad Veitenhansl in der Verhandlung des Jugendschöffengerichtes am Wolfratshauser Amtsgericht. Aber das Geschehene hatte auch eine starke emotionale Komponente.

"Die Liebe war stärker als der Verstand"

„Meine Liebe zu ihr war stärker als der Verstand“, sagte der Angeklagte. Anfangs habe sich das Mädchen für 14 ausgegeben. Als sie ihr wahres Alter verriet, war es zu spät. „Da hatte ich mich schon verliebt“, so der Azubi. Nach zwei Monaten Internet-Kontakt und Telefonaten habe er sich in den Zug gesetzt, um „die Liebe meines Lebens zu treffen“. Der Rest habe sich „so ergeben“, ergänzte Verteidiger Stevan Krnjaic. „Alles was passiert ist, war einvernehmlich. Er hat sie zu nichts gezwungen.“ 

Das bestätigte die Geretsriederin, als sie Ende Februar 2015 vernommen wurde. „Es ging von uns beiden aus“, betonte das zierliche Mädchen mit den blonden Haaren in dem Video der Vernehmung, das in der Verhandlung gezeigt wurde. Um ihren Freund daheim treffen zu können, habe sie sich „eine Woche krank gestellt“, erklärte die Zwölfjährige.

Ungeniert schilderte sie dem vernehmenden Richter pikanteste Details des intimen Beisammenseins. „Wir haben uns darüber unterhalten, dass es verboten ist. Aber das war uns egal“, sagte das Mädchen. Das Jugendschöffengericht wertete es am Dienstag als strafmildernd, dass „von beiden Seiten intensive Gefühle im Spiel waren“ und verurteilte den 19-Jährigen zu 500 Euro Geldstrafe – zu zahlen an die Oberlandwerkstätten.

Das Urteil des Jugendrichters

„Das Ganze hört sich sehr schwerwiegend an und ist strafbar. Aber es handelte sich – wie heute für alle deutlich geworden ist – um eine einvernehmliche Liebesbeziehung“, begründete Jugendrichter Urs Wäckerlin, warum die Tat „in den Bereich des minderschweren Falls rückt“. Angezeigt hatte den 19-jährigen Ende Oktober 2014 der Vater der Schülerin, seither hat das Paar keinen Kontakt mehr. Der Brandenburger hat eine neue Liebe gefunden.

rs

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