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Ausflugtipps: Mit dem X-Bus auf Genuss- und Museumstour

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Von: Susanne Weiß

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Kaiserliches Gefrorenes: Veilcheneis soll Sisi, Großcousine von König Ludwig II., am liebsten als Nachspeise gegessen haben.
Kaiserliches Gefrorenes: Veilcheneis soll Sisi, Großcousine von König Ludwig II., am liebsten als Nachspeise gegessen haben. © Susanne Weiss

Mit dem Expressbus X970 bieten sich Ausflüge nach Bad Tölz, Geretsried, Wolfratshausen und Starnberg an. Die beiden Landkreise präsentieren einige Ideen.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Starnberg – Der Tölzer hat den Starnberger See nicht so auf dem Schirm – und von Geretsried führt der Weg auch selten nach Bad Tölz. Mit dem X-Bus rücken die Städte näher zusammen. Zu Werbezwecken haben Kommunalpolitiker, ÖPNV-Experten und Tourismusbeauftragte sich am Freitag auf „eine tolle Zeitreise mit einem modernen Fortbewegungsmittel“ (Stefan Frey, Starnberger Landrat) durch die beiden Landkreise begeben. Die Tour auf den Spuren von Monarchie und Brauchtum lässt sich nachfahren – oder einzelne Stationen davon.

Ausflugtipps mit dem X970 in Starnberg

In und um Starnberg haben König Ludwig II. und seine Großcousine Sisi, die spätere Kaiserin Elisabeth von Österreich/Ungarn, ihre Spuren hinterlassen. Die Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung (gwt) Starnberg macht die beiden Hoheiten mit einem Audiospaziergang erlebbar. „Es hat Hörspielcharakter und ist schön anzuhören“, sagt Projektleiterin Isabell Bauch.

Haltestelle: Starnberg (Endstation des X970)

Eintritt: kostenlos mit dem eigenen Smartphone

Adresse: Erste Station mit QR-Code am Bahnhof Starnberg, weitere Infos im Internet auf www.starnbergammersee.de

Einkehr: Bei der Starnberger Eiswerkstatt am Kirchplatz gibt es „Sisi´‘s Veilcheneis“, das einem überlieferten Rezept aus der königlichen Hofküche nachempfunden ist. Es soll der Kaiserin liebstes Gefrorenes gewesen sein.

Mit dem Expressbus X970 nach Berg

Eine Station des Audiospaziergangs befindet sich auf dem Seenschiff zwischen Starnberg und Berg. Die Strecke ist aber auch mit dem X970 möglich. Die Episode „Der König und der Komponist“ von Cosima Wagner ist über die Seite www.starnbergammersee.de zu finden – auch ohne QR-Code. Vom Dampfersteg oder der Bushaltestelle aus lässt sich die Votivkapelle erkunden. Dort befindet sich ein Kreuz im See an der Stelle, wo Ludwig II. ertrunken ist. Berg hat außerdem das Marstallgebäude zu bieten, die erste Baumaßnahme von Ludwig II. Auf dem Weg befindet sich die Kirche St. Johannes Baptist. „Der Turm war ein Geschenk von König Ludwig II.“, erklärt Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger.

Haltestelle: Berg/Grafstraße Eintritt: Eine Streckenfahrkarte mit der Starnberger Seenschifffahrt von Starnberg nach Berg kostet 4,10 Euro; Votivkapelle frei

Öffnungszeiten: Die Votivkapelle lässt sich von außen immer begutachten, ein Blick durch die Eingangspforte ist möglich zwischen 1. April und 31. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr

Einkehr: Die Motto-Picknickkörbe „Sissi“ und „Ludwig“, lassen sich überall an den See bestellen. Infos online auf www.manufaktur089.de

Wolfratshausen bietet X-Bus-Fahrgästen Flößergeschichte

Die 19.000-Einwohnerstadt ist mit ihrer über 1000-jährigen Geschichte „älter als die Landeshauptstadt“, betont Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Die Flößerei spielte für die Menschen an der Loisach eine entscheidende Rolle. Die älteste Urkunde, die davon zeugt, stammt von 1416. Jahr um Jahr wurde mehr Handel getrieben – bis der Güterverkehr auf die Schienen verlagert wurde. Die Isartalbahn brachte aber auch viele Touristen nach Wolfratshausen, die gerne mit dem Floß zurück nach München fuhren. Stadtarchivar Simon Kalleder erzählt gerne die Anekdote um ein Ratsprotokoll von 1912. Offenbar tranken Studenten gerne auf den Flößen und badeten anschließend nackt. „Der Markt hatte Sorge um die Sittsamkeit und verhängte ein Nacktbadeverbot auf Flößen.“

Haltestelle: Wolfratshausen

Eintritt: frei Adresse: Bahnhofstraße 12, Internet www.stadtarchiv.wolfratshausen.de

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr

Einkehr: Wirtshaus Flößerei, Sebastiani-Steg 1, Telefon 0 81 71/3 86 25 80

Flößerei-Fans: Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner (li.) und Stadtarchivar Simon Kalleder.
Flößerei-Fans: Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner (li.) und Stadtarchivar Simon Kalleder. © Susanne Weiss

Außergewöhnliche Entstehungsgeschichte von Geretsried

Geretsried ist die jüngste Stadt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – und zugleich die größte. Das Museum hinter dem Rathaus erzählt die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte um die „Schokoladenfabrik“ im Wald. In der NS-Zeit sei diese Lüge erzählt worden, um zu verheimlichen, dass im Wolfratshauser Forst Sprengstoff hergestellt wurde, erklärt Kulturamtsmitarbeiterin Anita Zwicknagl. Nach Kriegsende bauten Heimatvertriebene sich in den Bunkern ein neues Leben auf und brachten ihre Bräuche mit. Vor dem Museum baut die Stadt derzeit die „Neue Mitte“. „Aufgrund der Entstehungsgeschichte hatten wir kein klassisches Ortszentrum“, so Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller.

Haltestelle: Geretsried Rathaus/B11

Eintritt: 4 Euro

Adresse: Graslitzer Straße 1, Internet www.geretsried.de/museum

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag bis Sonntag 14 bis 16 Uhr sowie Donnerstag 17 bis 19 Uhr

Einkehr: Ratsstuben, Karl-Lederer-Platz 1, Telefon 0 81 71/6 20 17, Montag Ruhetag

Lesen Sie auch: Geretsried hofft auf die Verlegung einer X-Bus-Haltestelle

X-Bus-Haltestelle: Als Bad Tölz 23 Brauereien beheimatete

Wie Wolfratshausen hat auch die Kurstadt Flößergeschichte zu bieten. So kam Isarwinkler Holz nach Wien, um den Stephansdom zu bauen. Transportiert wurde aber auch Bier nach München. „Wir hatten 22 Brauereien für die Öffentlichkeit und eine für die Franziskaner“, berichtet Museumsleiterin Elisabeth Hinterstocker. Bad Tölz profitierte dabei vor der Erfindung des Kühlschranks von seiner geologischen Beschaffenheit. In den Tuffstein konnten relativ kostengünstig Keller geschlagen werden, um das Bier zu kühlen. Apropos Abkühlung: Ein Exponat, das auf König Ludwig II. zurückgeht, ist auch im Tölzer Stadtmuseum zu finden. Seine Badewanne, die er sich gern auf den Grammersberg hinauftragen ließ, um beim Plantschen die Aussicht genießen zu können.

Haltestelle: Bad Tölz/Brauerei Eintritt: 2 Euro

Adresse: Marktstraße 48, Internet www.bad-toelz.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Einkehr: Tölzer Bräustüberl, Wachterstraße 21, Telefon 0 80 41/4 42 24 04

sw

Info

Der X970 fährt werktags zwischen 4.36 und 23.22 Uhr im 20-Minuten-Takt. Sonn- und feiertags ist er zwischen 7.16 und 22.42 Uhr im 60-Minuten-Takt unterwegs.

Die Haltestellen sind Starnberg/Bahnhof, Starnberg/Landratsamt/Seebad, Berg/Grafstraße, Aufkirchen, Dorfen, Wolfratshausen, Waldram, Geretsried Rathaus/B11, Geretsried/Am Stern, Bad Tölz/Jahnstraße, Bad Tölz/Brauerei, Bad Tölz/Bahnhof.

Im Juli und August gilt im X-Bus das Neun-Euro-Ticket. Ansonsten kostet die Einzelfahrt von Bad Tölz bis Starnberg 5,30 Euro oder drei Streifen (4,56 Euro). Eine Single-Tageskarte ist mit 9,30 Euro veranschlagt. Es gibt Wochen- und Monatskarten.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter.

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