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Der  Opa: Der Kontakt mit seinen Enkelkindern hält ihn jung, wie der zehnfache Großvater Otmar Huber sagt.

Alt-Landrat Otmar Huber feiert 90. Geburtstag

„Mit den Jungen bleibt man jung“

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Zu Amtszeiten galt Otmar Huber als sportlichster Landrat Bayerns. Seine Ausdauer kam ihm auch im Beruf zugute: Er erreichte außerordentlich viel für die Region. Diesen Sonntag feiert der Tölzer seinen 90. Geburtstag – und treibt noch immer regelmäßig Sport.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Otmar Huber prägte den Landkreis wie kein zweiter. 29 Jahre lang war er Landrat, setzte in dieser Zeit unter anderem die Kreisreform durch, regelte die Abfallwirtschaft neu, baute Schulen für 160 Millionen Mark und ein neues Landratsamt. Für seine Leistungen erhielt er das Bundesverdienst Kreuz 1. Klasse und den Bayerischen Verdienstorden. 30 Jahre lang war er Vorsitzender der Alpenvereinssektion Bad Tölz. Die Liste der Gratulanten dürfte also lang sein, wenn der promovierte Jurist an diesem Sonntag seinen 90. Geburtstag feiert.

Wo er feiert, verrät Huber nicht. Dafür aber seinen Herzenswunsch: „Dass es meiner Familie gut geht.“ 58 Jahre lang ist er mit seiner Bilhilde verheiratet, zusammen zog das Paar vier Kinder groß. Die drei Söhne und die Tochter sind regelmäßig zu Besuch in Bad Tölz, ebenso wie die zehn Enkelkinder. „Mit den Jungen bleibt man jung“, sagt Huber und lacht.

Jung hält ihn auch der Sport. Nach einer Schüssel Haferflocken am Morgen setzt sich Huber auch mit 90 Jahren noch regelmäßig aufs Ergometer, trainiert mit Fitness-Bändern seine Armmuskulatur oder macht Gymnastik. Seit 1974 hat er keinen Tropfen Alkohol angerührt, ernährt sich von viel Obst und Gemüse. Für diese Disziplin und seinen eisernen Willen war Huber schon immer bekannt. Geradezu berühmt wurde er seinerzeit als sportlichster Landrat Bayerns. Egal ob Radeln, Windsurfen, Langlaufen oder Leichtathletik: Der Sport bot Huber die Möglichkeit abzuschalten. Er half ihm aber auch im Beruf, sagt er und spielt damit auf Eigenschaften wie Durchhaltevermögen oder Durchsetzungskraft an.

Trotz aller Ausdauer: Eilig hatte es Otmar Huber immer. In Sitzungen sagte er oft: „Die Zeit drängt“, wenn für seinen Geschmack zu viel diskutiert wurde und zu wenig vorwärts ging. Auch in jungen Jahren konnte es Huber oft nicht schnell genug gehen: Nach dem Krieg und vier Jahren Zwangsarbeit in einem Bergwerk in Oberschlesien machte der gebürtige Franke in nur fünf Jahren das Abitur. Sein Jura-Studium schloss er als Drittbester seines Jahrgangs ab. 1962 versetzte ihn sein damaliger Arbeitgeber, das Innenministerium, nach Bad Tölz. Hier gewann er fünf Jahre später für die CSU die Landratswahl. Als „Parteipolitiker“ sah sich Otmar Huber trotzdem nie. Nicht umsonst bezeichnete ihn der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber als „kritisch bis sehr kritisch“. Otmar Huber nahm’s als Kompliment.

Aus der Politik zog sich Huber nach seiner Verabschiedung 1996 komplett zurück. Trotzdem verfolgt er die aktuellen Entwicklungen auch heute noch aufmerksam, zum Teil mit Sorge. „Es ist schwer, wenn man in vieles Einsicht hat, aber keine Möglichkeit, etwas zu ändern“, sagt Huber. Als Beispiel nennt er die Nordspange. Mehrere Änderungsvorschläge brachte er in das Projekt ein – ohne Erfolg.

An seinem Humor und dem freundlichen Wesen haben solche Enttäuschungen nichts geändert. Seinem 90. Geburtstag sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen, das Interesse an seiner Person kann er nicht ganz nachvollziehen. „Ich habe einfach getan, was nötig war.“

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