Kokain und ein Geldschein.
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Verbotenes Pulver: Ein Wolfratshauser konsumierte Kokain – und rauschte kurz darauf in eine allgemeine Verkehrskontrolle der Polizei. Foto: dpa

26-Jähriger fliegt bei Verkehrskontrolle auf

Finger-Test geht nach Koks-Konsum in die Hose: Wolfratshauser steht vor Gericht

  • vonRudi Stallein
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Mit Kokain und Alkohol im Blut setzte sich ein Wolfratshauser hinters Steuer seines Autos. Die Polizei zog ihn aus dem Verkehr, nun verurteilte das Amtsgericht den 26-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe.

Wolfratshausen – Den richtigen Riecher hatten Polizeibeamte bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle am Steiner Ring in Geretsried. Der Wolfratshauser (26), der aus seinem Kleintransporter stieg, hatte „Schweißperlen auf der Stirn und sehr rote Augen“, wie eine Beamtin vor Gericht berichtete. Ihr Eindruck, „irgendwas stimmt hier nicht“, wurde bestärkt, als der Mann sich beim Finger-Test an seinem Auto festhalten musste. Ein freiwilliger Urintest auf der Polizeiinspektion und eine anschließende Blutprobe wiesen darauf hin, dass der 26-Jährige Kokain konsumiert hatte. Deshalb musste er sich wegen fahrlässiger Trunkenheit vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten.

Drei, vier Gläser Whisky und ein, zwei Bier

Der Angeklagte gab an, am Abend vorher mit Freunden in einer Münchner Disco gefeiert und etwas getrunken zu haben. Drei, vier Gläser Whisky mit Red Bull und vorher zu Hause ein, zwei Bier. Nicht die Welt, deshalb habe er sich auch nicht betrunken gefühlt, als er am nächsten Tag wider Erwarten arbeiten musste. Eigentlich hätte er frei gehabt, aber dann habe sein Chef ihm keine Wahl gelassen. „Herkommen, arbeiten oder Kündigung“, ließ der Beschuldigte die Dolmetscherin übersetzen.

Dass er außer dem Alkohol noch andere Substanzen zu sich genommen hatte, daran könne er sich nicht erinnern, antwortete der 26-Jährige auf Nachfrage des Richters. „Vielleicht hat mir jemand was ins Getränk getan.“ Laut Analyse eines medizinischen Gutachters muss in jedem Fall ein Kokainkonsum stattgefunden haben. Der Grenzwert, mit dem die Sache noch als Ordnungswidrigkeit behandelt worden wäre, sei um das Doppelte überschritten gewesen. „Das führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems und drastischen Ausfallerscheinungen. Er war drogenbedingt nicht mehr in der Lage, ein Auto sicher zu führen“, betonte der Gutachter.

Beim nächsten mal gibt‘s eine Freiheitsstrafe

Richter Helmut Berger folgte dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte den Wolfratshauser zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten. Einen Führerschein darf ihm erst in frühestens einem Jahr wieder ausgestellt werden. Strafschärfend wirkte sich aus, dass der Mann bereits zum vierten Mal binnen vier Jahren vor Gericht stand. Bisher war er jeweils mit Geldstrafen davongekommen. „Wenn man sich die nicht zur Warnung dienen lässt, ist die nächste Stufe eine Freiheitsstrafe“, sagte Berger in der Urteilsbegründung. Als Auflage muss der Verurteilte 1000 Euro an die Caritas Suchtberatung zahlen.

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