Christus ist da: Damit möglichst viele Gläubige die Geburt Jesu mitfeiern können, haben die Kirchen ihr Angebot erweitert.
+
Christus ist da: Damit möglichst viele Gläubige die Geburt Jesu mitfeiern können, haben die Kirchen ihr Angebot erweitert.

Corona: Viele Kirchen bieten an Heiligabend Freiluftgottesdienste an

Mit Schal und Mütze in die Christmette

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
    schließen

Aufgrund der Pandemie wird das Weihnachtsfest heuer anders sein als sonst. Die Kirchen reagieren auf die Beschränkungen mit Gottesdiensten und Metten der anderen Art.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Weihnachtsfest wird heuer für alle ein ganz besonderes. Für Pfarreien und Seelsorger wird es mit Sicherheit herausfordernd und anstrengend. Trotz der Corona-Beschränkungen wollen sie möglichst vielen Gläubigen die Teilnahme an einem Gottesdienst ermöglichen. Deshalb haben die Kirchen ihr Angebot aufgestockt, und viele weichen ins Freie aus.

Von 24. bis 27. Dezember soll es in der katholischen Stadtkirche Geretsried insgesamt 15 Gottesdienste geben, berichtet Pfarrer Stefan Scheifele auf Nachfrage. „Wir bieten ein breites Spektrum an, damit sich nicht alles so konzentriert.“ So habe man die Anzahl der Kindermetten verdoppelt. Wer teilnehmen möchte, muss vorher eine Karte ausfüllen, die er zum Besuch mitbringt. Ab 13. Dezember werden die Anmeldungen in den Pfarreien Heilige Familie und Maria Hilf nach den Gottesdiensten ausgegeben. Ab 14. Dezember gibt es die limitierten Tickets auch im Pfarrbüro.

Normalerweise stehen in der Maria-Hilf-Kirche 400 Sitzplätze zur Verfügung. Jetzt dürfen nur etwas über 100 Plätze genutzt werden, da aufgrund der Corona-Abstandsregeln jede zweite Bank abgesperrt sein muss. Im Gartenberger Gotteshaus sind es statt 250 nur 96 Sitzplätze. Pfarrer Scheifele glaubt, dass diese Anzahl ausreichen wird. „Es gibt in Geretsried sehr viele vernünftige Menschen, die bewusst zu Hause bleiben.“ Aber man überlege derzeit, zwei der 15 Gottesdienste im Freien zu veranstalten.

Ausschließlich Freiluftveranstaltungen bietet die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde heuer an Heiligabend an: ein Gottesdienst, eine Christvesper und eine Christmette im Garten des Kindergartens der Petruskirche sowie eine Christvesper vor der Versöhnungskirche.

Mit der Weihnachtsbeleuchtung in der Marktstraße und dem Christbaum wird das bestimmt eine schöne Atmosphäre.

Wolfratshausens Pfarrer Gerhard Beham

In der Nachbarstadt Wolfratshausen weicht man ebenfalls nach draußen aus: Alle Kinderkrippenfeiern sowie eine Christmette (20.30 Uhr) finden im Freien statt, und zwar vor dem Brunnen auf dem Marienplatz. Dafür wird die Marktstraße laut Pfarrer Gerhard Beham von 13.30 Uhr bis 22 Uhr für den Verkehr gesperrt. Damit sich ein Teil der Gläubigen setzen kann, sollen Bierbänke aufgebaut werden. Beham empfiehlt, sich warm einzupacken. „Mit der Weihnachtsbeleuchtung in der Marktstraße und dem Christbaum wird das bestimmt eine schöne Atmosphäre.“ Einzelne Schneeflocken, die vom Himmel rieseln, wären in Ordnung. Regen wünscht er sich natürlich nicht.

Um 22.30 Uhr folgt in der St.-Andreas-Kirche eine zweite Christmette. „Dazu muss man sich telefonisch anmelden“, kündigt der Dekan an. 140 bis 180 Personen könnten daran teilnehmen. Wenn sich zwei Hausstände zusammentun, erhöhe sich die Anzahl der Sitzplätze. Eine telefonische Anmeldung ist auch für die Christmette in St. Josef der Arbeiter um 23 Uhr in Waldram nötig. Reservierungen nimmt das dortige Pfarrbüro entgegen.

Die Gläubigen von St. Michael müssen sich ebenfalls warm anziehen. Fast alle Gottesdienste finden draußen statt. Lediglich die Christvesper für die ältere Generation wird im evangelischen Gemeindehaus in Waldram veranstaltet. Teilnehmer müssen sich vorher anmelden. Des Weiteren gibt es einen ökumenischen Familiengottesdienst auf dem Eurasburger Sportplatz.

Weg zur Krippe in Königsdorf

Der Pfarrverband Königsdorf-Beuerberg bereitet sich ebenso auf dieses heuer etwas andere Weihnachtfest vor, und zwar mit einem speziellen Angebot für Familien und Kinder. Laut Pfarrsekretärin Tina Wachter gibt es in Königsdorf am Heiligen Abend ab 15 Uhr und an den Weihnachtsfeiertagen einen „Weg zur Krippe“. Sofern es die Witterung zulässt, werden im Freien nahe der Kirche drei Stationen aufgebaut. Für den Besuch der Christmetten und der Gottesdienste an den Feiertagen in den Kirchen in Königsdorf und Beuerberg müssen sich die Gläubigen anmelden.

nej

Lesen Sie auch: So reagieren die Pfarreien St. Andreas und St. Michael auf die Corona-Krise

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare