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Hingucker: Am Aktionstag der Wolfratshauser Kunstmeile besprühte Graffitikünstler Benjamin Becker das Kratzmeier-Haus an der Seilergasse. „Die rote Farbe ergibt einen guten Kontrast zur Wand“, findet der 19-Jährige.

Mit Spraydose, Pinsel und Meißel

Aktionstag der Kunstmeile lädt zum Mitmachen ein

Im Rahmen der Kunstmeile fand am Samstag in der Stadt Wolfratshausen ein Aktionsnachmittag statt. Vor allem Jugendliche nutzten das bunte Angebot.

Wolfratshausen – Die schlechten Wetterprognosen, die vor allem den Graffitisprayern einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten, bewahrheiteten sich am Samstagnachmittag nicht – sehr zur Freude von Hans-Werner Kuhlmann, Chef des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen und Mitorganisator der Kunstmeile sechs. „Heute hat alles gepasst“, zog er ein positives Fazit.

Graffitisprayer am Werk

Schon vor dem offiziellen Beginn um 12 Uhr weißelten die Münchner Graffitisprayer „Trim One and Eat“ eine Garagenwand an der Johannisgasse, um später verschiedene Farbschichten auftragen zu können. Das plastisch wirkende Landschaftsbild mit dem roten Pfeilgiftfrosch animierte viele Besucher zum Stehenbleiben. „Fast alle fanden’s schön“, zeigte sich einer der beiden Sprayer zufrieden. Nur ein Passant hätte gefragt, wann denn das Bild wieder entfernt werden würde.

Nur knapp 100 Meter weiter besprühte Benjamin Becker die Hauswand des Kratzmeier-Hauses an der Seilergasse. „Die rote Farbe ergibt einen guten Kontrast zur Wand“, erklärte der 19-Jährige. Während der junge Sprayer viele Schaulustige um sich scharte, unterhielt sich Kulturreferent Alfred Fraas am Birnmühlplatz mit Maximilian Fenzl. Der 68-Jährige bearbeitete mit einem Meißel ein Holzstück, aus dem eine „Skulptur gegen Braun und Blöd“ entstehen soll. Auf seiner Skizze ist ein heruntergefallenes Hakenkreuz und eine blonde Perücke des US-Präsidenten Donald Trump eingezeichnet. „Ganz werde ich damit heute nicht fertig“, räumte Fenzl ein. Wo sein Kunstwerk aufgestellt wird, stehe auch noch nicht fest.

So geht’s: Kulturreferent Alfred Fraas (li.) schaute Schnitzer Maximilian Fenzl über die Schulter.

Fest in Kinderhand war die benachbarte „Klecks-Schule der Phantasie“. Dort malte der Nachwuchs unter anderem am längsten Bild der Stadt, töpferte oder schliff Specksteine. Im Rathausinnenhof stiegen am Stand von Kathrin Maier riesige Seifenblasen in der Luft und erhoben sich über der Schreibspirale des Künstlers „Ruben fun Hunter“. Der bat die Besucher, mit einem Pinsel jeweils ein Wort eines Gedichtes von Oskar Maria Graf auf die Pflastersteine zu malen.

Eifrige Künstler: In der Klecks-Schule der Phantasie malten Kinder das längste Bild der Stadt.

Etwas ruhiger ging es in der Loisachpassage am Obermarkt zu. Dort zeigten der ehemalige Kunstlehrer des Gymnasiums Geretsried, Wolfram Weiße, sowie Klaus Hünerbein diverse Maltechniken an ihren Staffeleien. Nach der über zweiwöchigen Ausstellung zeigten auch sie sich zufrieden: „Die Kunstmeile hat uns allen viel Spaß gemacht“, schwärmte Weiße.

Peter Herrmann

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