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Amtsgericht

Mit vier Promille auf dem Fahrrad

Wolfratshausen – Der Wolfratshauser (46) spielte mit seinem Leben. Und das in mehrfacher Hinsicht.

„Es ist ein Wunder, dass Sie noch leben“, sagte der Staatsanwalt. „Wer so oft wie Sie schwer alkoholisiert Fahrrad fährt, wird irgendwann von einem Auto umgemäht.“

Am 28. Mai dieses Jahres hatte der Wolfratshauser (46) rund vier Promille Alkohol im Blut, als er gegen 21.15 Uhr in der Karwendelstraße mit seinem Radl das Gleichgewicht verlor. Dabei schrammte er am Caddy eines Geretsrieders entlang, der am Straßenrand parkte. Deshalb musste er sich nun wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs vor Gericht verantworten.

„Ich hatte zu viel getrunken gehabt, bin aus Versehen einfach in den Wagen reingefahren“, erzählte der Angeklagte. Er erinnere sich, dass er zur Tankstelle habe fahren wollen. „Aber wo ich vorher getrunken habe und wie der Tag abgelaufen ist, das weiß ich nicht mehr.“ Wegen seines massiven Alkoholproblems befindet sich der 46-Jährige seit drei Monaten in einer Suchtklinik. „Seine Taten sind nicht Ausdruck krimineller Energie, sondern seiner Sucht geschuldet“, erläutert der Bewährungshelfer, der den mehrfach vorbestraften Wolfratshauser begleitet, seit dieser 2013 wegen Hausfriedensbruch zu vier Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden war.

„Es geht um sein Leben“

„Die Klinik bescheinigt ihm eine gute Entwicklung, momentan ist er auf dem richtigen Weg“, so der Bewährungshelfer. „Er weiß, dass er was tun muss. Es geht um sein Leben.“ Den guten Weg wollte ihm das Gericht nicht verbauen. „Der Einzige, der das macht, ist er selber, wenn er die Therapie abbricht“, mahnte Richter Helmut Berger in seiner Urteilsbegründung.

Er verurteilte den Angeklagten, dem eine medizinische Gutachterin „eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit“ zugebilligt hatte, trotz der offenen Bewährung noch zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen. Deren Höhe legte er mit fünf Euro (insgesamt 600 Euro) fest, weil der Verurteilte während der Therapie nur ein monatliches Taschengeld erhält.

Von Rudi Stallein

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