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Neun Monate Arbeit stecken in dem Modell von „Mittelerde“, das die P-Seminaristen des Gymnasiums St. Matthia s jetzt der Öffentlichkeit präsentierten. 

„Mittelerde“ liegt in Wolfratshausen

In 1000 Arbeitsstunden: Waldramer Schüler bauen „Herr der Ringe“-Welt

Neun Monate Arbeit haben sich gelohnt: In dem Modell, das das P-Seminar Kunst des Gymnasiums St. Matthias gebaut haben, stecken 1000 Arbeitsstunden. Nun kann die „Herr der Ringe“-Welt namens „Mittelerde“ in Waldram bewundert werden. 

Waldram – Nach Monaten harter Arbeit war es endlich soweit: Musikalisch begleitet von der Schulband und Martin Mösenlechner stellte das P-Seminar Kunst unter Leitung von Eva-Maria Wawatschek einem großen Publikum seine Ergebnisse vor. Eines davon kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen: In der Eingangshalle von St. Matthias steht ein drei mal drei Meter großes Modell von „Mittelerde“, der Welt aus der Roman-Trilogie „Herr der Ringe“.

Autor John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973) war Professor für Germanische Philologie in Oxford. Der überaus gebildete Mann langweilte sich mit der Wissen- und Studentenschaft unendlich und schuf sich ergo seine eigene Welt, eben „Mittelerde“. Dort siedelte er den „Hobbit“ an, aber auch die Trilogie „Herr der Ringe“ und sein Spätwerk „Das Silmarillion“. Mussten sich die älteren Schüler hier mit der alten Übersetzung von Margaret Carroux abmühen – drei giftgrüne Paperbacks von Klett –, konnte die „Wilde 13“ des P-Seminars beim „Herr der Ringe“ auf die neue Übersetzung von Wolfgang Krege zurückgreifen. Zudem stand den Schülern die 300 Millionen Dollar teure Filmtrilogie von Peter Jackson zur Verfügung.

Abstriche bei Licht und fließendem Wasser

„Zu Anfang waren wir hochmotiviert, aber auch viel zu ambitioniert“, gesteht Maximilian Engel. „Wir mussten beim Licht und vor allem beim fließenden Wasser Abstriche machen, sonst hätten wir noch das ganze Schulhaus überschwemmt“, ergänzt Eric Kell.

In annähernd 1000 Arbeitsstunden in zwei Ateliers im ehemaligen Seminar entstanden aus neun, jeweils ein Quadratmeter großen Platten sowie Papier, Holz, Styropor, Gips und verschiedenen Folien die Landschaften. „Moos, Steine, Sand und Flechten holten wir aus den Isarauen, und die Asche klauten wir aus den heimischen Öfen“, berichtet Maximilian. Anfangs waren die Bäume so hoch wie die Berge, dann wurden sie immer kleiner, bis alle 13 Baumeister zufrieden waren. „Wir mussten die Karte ,raffen‘, vieles musste gestrichen werden“, gesteht Eric. So liegt der Schwerpunkt auf zentralen Orten wie Erebor, Minas Tirith oder Hobbingen. Aber auch Helms Klamm ist zu entdecken und die vielen Berge, Türme und Vulkane.

Wird „Mittelerde“ für einen guten Zweck versteigert? 

„Wir hatten ein sehr gutes Arbeitsklima. Alle brachten sich ein, jeder mit seinen speziellen Fähigkeiten“, berichtet Maximilian über die neunmonatige Schufterei, die viele Abende und freie Samstage kostete. Vor allem in ihrer Kursleiterin, Kunsterzieherin Eva-Maria Wawatschek, hatten die Schüler eine ruhige, stets hilfsbereite Ratgeberin, „die aber manchmal sicherlich an uns verzweifelt ist“.

Ein Problem stellt sich noch: Wo soll das gute Stück bleiben? „Am liebsten würden wir es in einer Charity-Aktion für einen guten Zweck versteigern“, sind sich die Schüler einig. Wer Ideen oder sogar Interesse hat, kann sich an die E-Mail-Adresse amelieknoblich@gmail.com wenden. In den nächsten Wochen kann das Modell noch im Foyer der Schule besichtigt werden. 

Dieter Klug

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