Ein Corona-Test.
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Mehr als 1500 Tests haben die Ehrenamtlichen in Wolfratshausen in den Räumen des Kulturvereins Isar-Loisach am Schwankl-Eck seit 22. Dezember bereits durchgeführt.

Ehrenamtliche hadern mit Entscheidung

Modellregion ab Inzidenz von 100: „Das ist doch paradox“

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Das „Tagesticket WOR“ sollte den Wolfratshausern in der Corona-Pandemie Lockerungen bringen. Doch sogenannte Modellregion wird die Loisachstadt offenbar nicht.

Wolfratshausen – Eine offizielle Antwort von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder steht noch aus. Doch dass Wolfratshausen eine Modellregion wird, in der mit Blick auf Handel und Gastronomie Öffnungsszenarien vorstellbar sind, ist mehr als unwahrscheinlich. Trotzdem werden die Ehrenamtlichen „den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken“, betont Dr. Ulrike Krischke, Seniorenreferentin des Stadtrats.

Gemeinsam mit Dritter Bürgermeisterin Annette Heinloth, Ines Lobenstein (Caritas) und Robert Klingel DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen) hat Krischke wie berichtet ein detailliertes Konzept ausgearbeitet. Das Corona-Schnelltestangebot soll massiv ausgeweitet werden, mit einem kostenlosen, 24 Stunden gültigen „Tagesticket WOR“ könnte den Bürgern Zugang zu Geschäften, Biergärten und Kulturveranstaltungen erlaubt werden. In diesem Zusammenhang lautet die Bitte an Söder: Handel und Außengastronomie, die (wie aktuell) bei einer Inzidenz von mehr als 50 schließen mussten, dürfen in der Modellregion Wolfratshausen öffnen.

Lockerungen mit steigender Inzidenz: „Das ist doch paradox“

Nach dem Vorbild Tübingens haben sich inzwischen mehr als 80 bayerische Kommunen als Modellregion beworben. Maximal acht, so Söder, sollen es werden. Grundsätzlich kommen für ihn nur Städte in Frage, die eine Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 100 und 150 haben. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liegt sie bei 92,2; zu wenig, um zur Modellregion erklärt zu werden.

Wir geben bestimmt nicht auf.“

Dr. Ulrike Krischke, Seniorenreferentin des Wolfratshauser Stadtrats

„Das ist doch paradox“, stellt Krischke verärgert fest. Lockerungen mit steigender Inzidenz erlauben? „Das ist ein Fehler.“ In ihren Augen müssten die Städte, konkret die Bürger „belohnt“ werden, „die in den vergangenen Wochen sehr vorsichtig, sehr verantwortungsbewusst waren“ – und so maßgeblich die Zahl der Corona-Neuinfektionen reduziert hätten. Krischke erinnert an die mehr als 1500 Schnelltestes, die seit 22. Dezember in den Räumen des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL) am Schwankl-Eck durchgeführt worden sind: „Wir haben reichlich Erfahrung und jetzt auch ein schlüssiges, sehr sicheres Konzept.“ Es sei nicht nachvollziehbar, dass stattdessen in anderen Städten Experimente erlaubt werden sollen.

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„Wir geben bestimmt nicht auf“, sagt die Seniorenreferentin des Stadtrats. Mittlerweile sei die Zahl der potenziellen Unterstützer auf mehr als 200 angewachsen. Hinter den Kulissen werde weitergearbeitet. Nahziel sei der Ausbau des Testangebots, die Modalitäten müssten nun mit Landrat und Bürgermeister abgestimmt werden. (cce)

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