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Rund 10000 Quadratmeter groß ist das Kraft-Areal östlich des Wolfratshauser S-Bahnhofs. Die gemeinnützige Kraft-Stiftung will auf dem Grundstück unter anderem einen Lebensmittel-Vollsortimenter ansiedeln.

Kommt Media Markt nach Wolfratshausen?

„Gut für Wolfratshausen, gut für uns“

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Wolfratshausen - Harald Mosler reagiert gelassen auf eine mögliche Ansiedlung von Media Markt im Gewerbegebiet. Die Entwicklung des Kraft-Areals würde das nicht gefährden, sagt der Rechtsanwalt

„2016 geben wir Vollgas“, sagt Dr. Harald Mosler. Der Rechtsanwalt vertritt die gemeinnützige Kraft-Stiftung, die ihr rund 10 000 Quadratmeter großes Grundstück östlich des Wolfratshauser S-Bahnhofs wie berichtet bebauen möchte. Geplant ist unter anderem die Ansiedlung eines Supermarktes sowie eines Elektrofachhandels. Die Idee von Bürgermeister Klaus Heilinglechner, den Elektronik-Riesen Media Markt in die XXX Lutz-Immobilie im Gewerbegebiet zu locken, „ist für uns kein Problem“, betont Mosler im Gespräch mit unserer Zeitung. „Im Gegenteil: Alles, was für Wolfratshausen gut ist, ist auch für uns gut.“

Der Stadtrat hat den Weg zur Entwicklung des Kraft-Areals im Januar dieses Jahres beschritten. Mit 22:2 Stimmen beschloss das Gremium in einer Sondersitzung die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Grundstück. Zwingende Voraussetzung für die Verwirklichung des Projekts ist jedoch das positive Ergebnis eines Verkehrsgutachtens, dass die Kommune in Auftrag gibt und der potenzielle Bauherr zahlt. Das hat die Kraft-Stiftung getan, laut Mosler soll nun noch eine vertiefte Analyse erstellt werden. „Der Auftrag dazu liegt gerade auf meinem Schreibtisch“, sagt der Jurist.

Auf dem Grundstück plant die Stiftung nach erster Skizzierung ein Einkaufszentrum mit Lebensmittel-Vollsortimenter, Discounter, Elektromarkt und Sportfachgeschäft. Ein Parkdeck plus eventuell eine Tiefgarage sollen die Stellplatzsituation entzerren. Zudem ist auf dem nördlichen Grundstücksteil der Bau von Wohnungen vorgesehen. Laut Beschluss des Stadtrates darf das Sondergebiet „Einkaufszentrum“ eine maximale Verkaufsfläche von 6500 Quadratmetern nicht übersteigen. „In erster Linie geht es uns um einen Nahversorger“, betont Mosler. Der wäre der „Anker“ für das ehrgeizige Vorhaben. Etwa 1800 Quadratmeter Mindestverkaufsfläche würde ein Lebensmittel-Vollsortimenter benötigen, „wir haben also genügend Fläche zur Verfügung“, stellt der Sprecher der Kraft-Stiftung fest. Dies sei nicht zuletzt auf die „Weitsicht des Stadtrates“ zurückzuführen, der die maximale Verkaufsfläche ausreichend groß definiert habe. Potenzielle Mieter hätten sich bereits gemeldet. „Und zwar mehrere“, sagt Mosler, auch Aufsichtsratsvorsitzender des Kraft-Baustoff-Handelskonzerns. „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Namen möchte er „in diesem frühen Stadium noch nicht nennen“. Nach den Feiertagen wolle man die Anfragen genauer unter die Lupe nehmen.

Doch zunächst gelte es, gemeinsam mit dem Stadtrat einen Bebauungsplan für das Grundstück zu entwickeln. In puncto Verkehrsanbindung ist Mosler zuversichtlich. Er geht aufgrund des ihm und der Stadt vorliegenden Gutachtens und der beabsichtigten S-Bahn-Verlängerung sowie einer vom Straßenbauamt Weilheim in Aussicht gestellten optimierten Ampelschaltung in der Flößerstadt davon aus, dass sich die zusätzliche Belastung in sehr engen Grenzen halten wird. Bereits im Januar hatte Mosler in einem Gespräch mit unserer Zeitung darauf hingewiesen: „Man darf bei der Bewertung nicht nur die Mikrolage rund um den Bahnhof bewerten, sondern muss sich die Makrolage, also die ganze Stadt, anschauen.“

Die Cima Beratung und Management GmbH, die für die Stadt ein Einzelhandelskonzept erstellt hat, kommt zu dem Schluss, dass das Projekt am S-Bahnhof „nicht zu unerwünschten städtebaulichen Auswirkungen auf die Entwicklungs- und Funktionsfähigkeit der Innenstadt und in relevanten Zentren des Umlandes führt“. Mosler fasst sich kürzer: „Wir wollen die Altstadt befruchten.“ Weder ein Media Markt noch ein Bürgerladen gefährde den Erfolg des Kraft-Entwurfes. „Ja“, sagt Mosler, „die Debatte über den Bürgerladen verfolge ich natürlich. Aber nein, hinter dem Bürgerladen steckt im Vergleich mit unserem Vorhaben ein ganz anderen Konzept.“

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