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Die Ausreden vor Gericht sind oft originell. Diesmal mussten Schnapspralinen für eine Trunkenheitsfahrt herhalten.

Geretsriederin vorm Amtsgericht

Mon-Chéri-Rausch am Steuer

Wolfratshausen – Mit Schnapspralinen verhält es sich offenbar genauso, wie mit alkoholischen Getränken. Im Übermaß genossen, kann die Wirkung verheerend sein. Jedenfalls wollte das eine Geretsriederin (57) dem Gericht weismachen.

Am 29. Oktober dieses Jahres war die Frau gegen 16.30 Uhr alkoholisiert auf der Böhmerwaldstraße unterwegs. Ein an Ort und Stelle durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,24 Promille. „Ich habe ein paar Mon Chéri gegessen. Das waren wohl zu viel“, erklärte die Frau verschämt. Richter Helmut Berger schüttelte den Kopf. „Wie viele Schachteln? Das müssen ja Tonnen gewesen sein“, entgegnete er ungläubig. „Jetzt wäre es gut, einen Gerichtsmediziner hier zu haben, der das mal berechnet. Bei 1,2 Promille kann ich mir die Menge nicht vorstellen.“

Die Angeklagte zuckte mit den Schultern. Ihr fiel keine andere Erklärung ein. Auch als Berger ihr etwas ungehalten zu verstehen gab, dass er mit dieser Einlassung Probleme hatte („Sie können mir gerne diesen Unsinn erzählen, das bin ich gewöhnt“), hielt die Frau an ihrer Version fest. „Montags beim Stammtisch ein Spritz und zum Abschluss einen Limoncello“: Mehr ließ sie sich zu ihren Trinkgewohnheiten nicht entlocken.

Will keine Schnapspralinen mehr essen 

Als sie erwischt wurde, war es Samstagnachmittag. In einer Sportbar habe sie einen Cappuccino getrunken. „Die Bayern haben gespielt“, erklärte die Frau. Doch als Robert Lewandowski damals kurz nach der Pause das 3:0 zum späteren 3:1-Sieg für die Münchner beim FC Augsburg erzielte, war sie schon wieder auf dem Heimweg und wurde von der Polizei angehalten. Eine Tochter der Angeklagten hatte schon eine Weile zuvor die Fahne ihrer Mutter gerochen. Da das wohl nicht zum ersten Mal passiert war, hatte die Tochter daraufhin die Polizei informiert.

Richter Berger verurteilte die Geretsriederin, die bisher weder strafrechtlich noch im Straßenverkehr aufgefallen war, zu einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je 30 Euro (gesamt 1050 Euro). Ihr Führerschein, den die Frau schon am 29. Oktober hatte abgeben müssen, bleibt noch weitere sieben Monate eingezogen. „Sieben Monate sind schon sehr, sehr hart. Ich brauche den Führerschein doch“, gab die Angeklagte zu bedenken. Sie beteuerte: „Ich trinke ja nichts mehr, und ich esse auch keine Schnapspralinen mehr.“ 

Von Rudi Stallein

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