Dutzende Verletzte bei S-Bahn-Unfall in Barcelona

Dutzende Verletzte bei S-Bahn-Unfall in Barcelona
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Leiter aufstellen und loslegen: Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts bei der Betriebsprüfung am Kastenmühlwehr.

Kastenmühlwehr

Moos, ein Ball und glitschige Fische

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Wolfratshausen – Kalt ist es, so richtig nasskalt. Die Männer in den Watthosen und leuchtenden Jacken sind wirklich nicht zu beneiden. Seit 8 Uhr sind sie dabei, das Kastenmühlwehr auf Herz und Nieren zu prüfen. „Das müssen wir alle fünf Jahre machen“, gibt Robert Patri vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim Auskunft. Nur so kann die Betriebssicherheit der zwischen 1991 und 1994 errichteten Wehranlage gewährleistet werden.

Das Kastenmühlwehr gilt als eines der ersten Walzenwehre und wurde in seiner Konstruktion dem historischen Vorbild nachempfunden.

Die heutige Arbeitsliste ist lang: Messungen in der Loisach und an der Anlage müssen durchgeführt werden, die Konstruktion des Steges, der Sturzbetten, der Fischwanderhilfe und die Floßgasse auf Risse, Aufplatzungen und Verschleiß kontrolliert werden. „Natürlich wird in diesem Zug auch gleich das Treibgut entfernt.“ Damit die Männer des Wasserwirtschaftsamtes und der Stadtwerke ihre Arbeiten überhaupt ausführen können, wurde das Wasser ab drei Uhr früh gestaut und der Holzsteg gesperrt.

Franz Fischer greift zu einem Schaber und klettert über die Brüstung. Sekunden später steht er im Wasser und befreit die Seitenwände der Floßrutsche von Moos und Unrat. Weiter oben hantiert ein Kollege mit dem Dampfstrahler, um die Ablagerungen von den Holzplanken zu lösen. Die schweißtreibende Arbeit hat immerhin einen großen Vorteil: Die Kälte ist schnell vergessen. Neben Fischer wird eine Tauchpumpe vorbereitet, die helfen soll, eines der Becken zu entleeren. Rudi Böck verteilt inzwischen großzügig Streusalz auf den Stufen, die zur Anlage hinunter führen. „Soll ja keiner ausrutschen. Das braucht’s wirklich nicht.“

Auch auf der anderen Seite des Wehres sind die Männer fleißig. Hier sollen die Fischwanderhilfen gesäubert werden. Die ersten Leitern werden heruntergelassen, Schaufeln verteilt. Das Wichtigste jedoch sind große Müllbeutel. Denn außer Ästen und Stämmchen liegen in den Becken jede Menge Flaschen. Auch ein Untersetzer findet sich, ebenso wie die traurigen Überreste eines rot-weißen Balls, der sich in einem Stück Treibholz verfangen hat.

Anton Waldherr setzt erst einmal andere Prioritäten: Er betätigt sich als Tierretter. In einer kleinen flachen Lache zappeln ein paar Fische. „Komm’ ja schon“, sagt er, greift beherzt zu und befördert eine Forelle in hohen Bogen über den Beckenrand zurück in die Loisach. Die anderen Fische machen es Waldherr nicht so leicht: Sie wehren sich aus Leibeskräften. „Die sind schon brutal glitschig“, kommentiert der Tierfreund, als ihm ein Fisch zum wiederholten Male aus der Hand flutscht. Doch Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Wenige Minuten später ist auch der letzte bei seinen Artgenossen auf der anderen Seite. Waldherr wendet sich seiner nächsten, eher unerfreulichen Arbeit zu: dem Aufsammeln von Flaschen. Sechs oder sieben liegen auf einem Haufen, das restliche Dutzend verteilt sich im Schlamm.

Stunden später sind die gröbsten Arbeiten beendet, die Brücke kann wieder freigegeben werden. Nur eine Deichschau am rechten Ufer muss noch ausgeführt werden, dann hat die Betriebsamkeit um die Brücke ein Ende – zumindest für die nächsten fünf Jahre.

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