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Wegen des Vorwurfs der Unfallflucht musste sich ein 75-jähriger Münchner vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten.

Amtsgericht

Münchner verlässt Unfallstelle in Ascholding: 3000 Euro Geldstrafe

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75-Jähriger touchiert entgegenkommendes Auto und kümmert sich nicht um den Schaden. Der Amtsrichter verurteilt ihn wegen Unfallflucht.

Ascholding/Wolfratshausen Ein kurioser Fall von Unfallflucht beschäftigte das Amtsgericht Wolfratshausen. Auf der Staatsstraße 2072 in der Nähe von Ascholding hatte der BMW eines Münchner Kaufmanns den entgegenkommenden Dacia einer Dietramszellerin touchiert. Obwohl der Seitenspiegel seines Fahrzeugs zerborsten war, setzte der Mann seine Fahrt nach Hause fort. Nun musste er sich wegen des Vergehens der Unfallflucht vor Gericht verantworten.

„Er war der Meinung, dass er der Geschädigte ist, und dass er des Unfallgegners nicht mehr habhaft werden würde“, begründete die Verteidigerin das Verhalten ihres Mandanten (75), nachdem auch sonst offenbar niemand angehalten hatte. Eine Verwaltungsfachangestellte aus Bad Tölz, deren Opel durch herumfliegende Teile ebenfalls demoliert worden war, hatte ihn zwar mit Lichthupe zum Stoppen bewegen wollen. Dies hatte der Mann jedoch ignoriert oder nicht wahrgenommen.

„Ich wollte nur schnell was einkaufen. Auf einmal knallte es – und ich saß mitten von Scherben“, so schilderte die Unfallgegnerin (60) den Vorfall, der sich am Faschingsdienstag dieses Jahres gegen 16.15 Uhr ereignet hatte. Durch den Zusammenstoß war das Seitenfenster ihres Dacias zersplittert. Sie habe bei nächster Gelegenheit „kurz angehalten und meine Kleidung ausgeschüttelt“. Anschließend sei sie zurückgefahren und habe, nachdem an der Unfallstelle niemanden mehr war, die Polizei angerufen.

„Klar, er hätte anhalten sollen“, räumte die Verteidigerin ein, machte aber die „irritierende Situation“ für die Vorgehensweise ihres Mandanten verantwortlich. „Er hat sich gesagt: ,Bevor ich jetzt hier einen Zauber mache, zahl’ ich den Schaden lieber selbst‘“, so die Rechtsanwältin. „Das war ein Missverständnis im wahrsten Sinne“. Ein Missverständnis, das dem Münchner nun – neben 1600 Euro Schaden am eigenen Auto – auch noch 3000 Euro Geldstrafe (60 Tagessätze à 50 Euro) sowie drei Monate Fahrverbot einbrockte. „Wer Schuld hat, ist unwichtig“, erklärte Richter Helmut Berger und stellte klar: „Bei einer Kollision muss jeder Beteiligte anhalten.“

rst

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