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Münsinger Liedermacher liefert Soundtrack zur Pollenzeit

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Jan Wannemacher in einer filmischen Polizeikontrolle
Verkehrskontrolle: Korbinian Schiebl (Polizeihauptmeister, li.) und Wowo Habdank (Polizeioberkommissar) kontrollieren den vermeintlichen Drogenkonsument Jan Wannemacher. © Privat

Jan Wannemacher hat sich von seinem Heuschnupfen inspirieren lassen und einen Song darüber geschrieben. Der Ohrwurm des Münsinger Liedermachers erscheint heute.

Münsing – Ein-, zweimal angehört – und man hat den ganzen Tag diesen Ohrwurm im Kopf: fröhliche Melodie, bayerischer Gesang, dezent begleitet von Gitarre, Tuba und Cajon. Das allein wäre eine prima Voraussetzung für einen Sommerhit. Was Jan Wannemachers Song aber von anderen, eingängigen Liebes- und Gute-Laune-Liedchen unterscheidet, ist der originelle Inhalt: Der 31-jährige Liedermacher aus Münsing besingt nämlich ein Thema, mit dem sich fast 15 Prozent der Deutschen alljährlich zur Pollenzeit herumplagen: den Heuschnupfen.

Von Mai bis Juli, wenn die Gräser bei uns im Oberland in voller Blüte stehen, jucken und tränen Jan die Augen, läuft ihm die Nase und niest er in einer Tour. Der Münsinger nimmt’s aber mit Humor. Bereits vor einem Jahr um diese Zeit schrieb er den Text zu „Heischnupfa“. Der Münchner war gerade von der Großstadt aufs Land gezogen. Sein Immunsystem wehrte sich mit aller Macht gegen die geballte Ladung Natur. „Heischnupfa“, das humorvolle Leidensprotokoll, kam bei Freunden und beim Konzertpublikum super an.

Münsing: „Heischnupfa“ von Liedermacher Jan Wannemacher erscheint diesen Freitag

Eine witzige Textpassage hat Jan genau so gleich mehrmals erlebt. Wenn der Allergiker während der Pollen-Hochsaison mit feuerroten, verquollenen Augen im Auto in München unterwegs war, geriet er öfters in eine Polizeikontrolle. Verdacht auf Drogenkonsum. „Mit meinen langen Haaren passte ich voll ins Raster“, sagt er. Der Aufforderung, zwecks Nachweis illegaler Substanzen „bittschön schnell mal in den Becher zu bieseln“, kam er reinen Gewissens gerne nach. („I bin bloß stoned auf Bleamewiesn“, singt er).

Weil es noch mehr solcher anschaulicher Stellen im Lied gibt, beschloss der Münsinger, zusätzlich zur Single, die diesen Freitag auf iTunes, Amazon, Spotify & Co erscheint, ein Musikvideo zu drehen. Es läuft ab 24. Juni auf seinem YouTube-Kanal. Der Radiosender egoFM spielte den „Heischnupfa“ bereits am 10. Juni, und weitere Radiosender nehmen ihn ebenfalls ins Programm auf.

Aufwendiges Video zu „Heischnupfa“ in Münsing gedreht

Jan Wannemacher singt mit Bandkollegen vor der Kamera
Die Band in Aktion: (v. li.) Dominik Heron (Cajon), Moritz Huber (Tuba), Jan Wannemacher (Gitarre und Gesang) sowie Kameramann Maximilian Lamm. © Privat

Als freiberuflicher Komponist, Textdichter und Musiker wirkte Jan Wannemacher bereits an einigen Projekten mit, unter anderem an einem TV- und Radio-Werbesong für die Apotheken Umschau oder an der Filmmusik für die Kino-Reihe „Fünf Freunde“. Sogar auf kleinere Auftritte als Schauspieler blickt er zurück. Sein Musikstück „Obandln“ ist als Akustik-Version auf YouTube eingestellt. Doch während dort nur er selber an der Gitarre zu sehen ist, handelt es sich beim neuen Clip um eine richtig aufwendige Produktion. „Es ist das erste Drehbuch, das ich geschrieben habe“, sagt der kreative Kopf stolz.

Er gewann den Filmemacher Maximilian Lamm von „Monacoframe“ als Partner gewinnen. Der Geschäftsführer der Verleih-Firma „Filmcops“, Andreas Heinzel, stellte aus seinem Fuhrpark einen Polizeiwagen, Uniformen und weitere Requisiten zur Verfügung. Ein bekannter Hersteller sponserte die reichlich benötigten Taschentücher. Vor der Kamera standen neben ein paar Laiendarstellern und der Band die Schauspieler Wowo Habdank und Franziska Janetzko. Die Gemeinde Münsing unterstützte das ambitionierte Team großzügig mit Drehgenehmigungen. Elvine Engelhardt stellte ihre Ostufer-Apotheke für eine Verkaufsszene zur Verfügung, und beim Kellerer-Edeka-Markt durften die Jungs ebenfalls filmen.

Nächste Single schon in Vorbereitung

Münsing, unter anderem einer der Hauptschauplätze der TV-Serie „Hubert und/ohne Staller“, sei „da einfach super“, lobt Jan. Die Organisation, die Aufnahmen – entstanden an zwei herrlichen Frühsommertagen – sowie das anschließende Schneiden seien für ihn eine spannende Herausforderung, aber gleichzeitig eine großartige Erfahrung gewesen.

Der Vater eines kleinen Sohns ist dankbar dafür, dass seine Frau ihm den Rücken freihielt, damit er sein Herzensprojekt realisieren konnte. Geld verdienen wird man mit so einem YouTube-Video sicher nicht. Die Bekanntheit und Karriere des Nachwuchskünstlers könnte es dagegen schon befördern. „Vielleicht ist das eine gute Visitenkarte nach dem Motto: Das ist also der Jan, so präsentiert der sich“, meint der Musiker, der diesen Sommer mit seinem Programm aus bayerischem Mundart-Pop wieder auf zahlreichen Konzerten in ganz Bayern zu hören sein wird. Seine nächste Single ist bereits in der Vorbereitung. In erster Linie will der sympathische Singer-Songwriter jedoch eines erreichen: „Dass die Leute drei Minuten Spaß haben beim Hören und Anschauen des Videos, egal, ob sie nun selbst unter Heischnupfa leiden oder nicht.“

Info

Mehr über den Songwriter und Musiker auf seiner Homepage www.janwannemacher.de sowie auf Instagram und Facebook unter janhanwan.

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