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Blumen zum 95.: Jubilarin Liselotte Stiller mit Gratulant Klaus Heilinglechner. 

Liselotte Stiller feiert 95. Geburtstag

Musik ist ihr Leben

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„Ich habe einen ganz trockenen Mund“, gesteht Liselotte Stiller aufgeregt, als ihr Bürgermeister Klaus Heilinglechner mit Blumen und Geschenk am Donnerstagnachmittag zum 95. Geburtstag gratuliert. Für die Dame im hohen Alter ist es eine große Überraschung, dass der Rathaus-Chef persönlich zu ihr kommt.

Wolfratshausen – Im Speisesaal des ASB-Seniorenwohnparks Isar-Loisach haben sich schon einige Bewohner und Bewohnerinnen eingefunden, um der Jubilarin ein Ständchen zu singen und mit ihr anzustoßen. Tochter Bärbel Krohn aus Geretsried ist selbstverständlich zum offiziellen Bürgermeister-Termin gekommen. „Richtig groß feiern wir mit der Mutter erst am kommenden Wochenende“, verrät sie. Dann kommt die Familie von Liselotte Stiller zusammen: eine Tochter, drei Enkelsöhne und fünf Urenkel samt Anhang und Familie.

Die rüstige Rentnerin lebte bis zum März selbstständig in ihrer Wohnung in Waldram. Dann kam eine schwere Operation auf sie zu, die im hohen Alter immer ein hohes Risiko birgt. Seither ist Stiller pflegebedürftig und wohnt in der Wolfratshauser Pflege-Einrichtung am Moosbauerweg. „Mei, ich vergesse halt alles“, sagt sie etwas betroffen, als sie unserer Zeitung über ihr Leben erzählen soll. Tochter Bärbel hilft.

Liselotte Stiller wurde am 26. Oktober 1922 in Hohenelbe im Riesengebirge geboren. Sie lernte Verkäuferin im elterlichen Lebensmittelgeschäft im damaligen Sudetenland. 1946 siedelte Familie Stiller nach Thüringen um. In Rudolfstadt arbeitet Liselotte als Schulsekretärin. Ihr Mann war der Feuerwehr-Chef am Ort. Nach der Wende zog ihre einzige Tochter Bärbel Krohn mit Familie nach Geretsried. Sie holten die Mutter acht Jahre später zu sich in die Nähe nach Waldram. Zu dem Zeitpunkt war Stiller bereits verwitwet.

Musik bedeutete der 95-Jährigen alles im Leben. Fragt man sie danach, leuchten ihre Augen. Die operettenbegeisterte Liselotte war viele Jahre Mitglied der Feuerwehr-Kapelle. Sie spielte Klavier und Akkordeon. Sie liebte Brahms und Tanzmusik. Auch wenn man vieles vergisst: Die Musik bleibt scheinbar in der Erinnerung. Liselotte Stiller fängt leise, kaum hörbar, in der Runde ihrer Mitbewohner zu singen an: „Meine Liebe, Deine Liebe“. Es sei ihr Lieblingslied gewesen, erinnert sie sich. Ein Lied aus der Operette „Im Land des Lächelns“ von Franz Lehár.

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