Gott und die Welt

Der Mut, weiterzumachen

In der Reihe „Gott und die Welt“ macht sich diesmal Andreas Müller, Evangelischer Pastor in Wolfratshausen, Gedanken über die zweite Chance. 

Nun war es schon das zehnte Mal. Das Kind zieht sich an dem Tisch hoch, kommt auf den Füßen zu stehen, lässt den Tisch los, und die Schwerkraft zieht den dicken „Windelpo“ runter. Wieder sitzt es auf dem Boden. Aber aufgeben ist keine Option. Und so geht es weiter, bis es endlich steht.

Ich denke, jeder hat solche Szenen schon beobachtet. Man stelle sich ein fünfjähriges Kind vor, das immer noch in Windeln auf dem Boden sitzt. Und wenn man fragt, warum es nicht läuft, sagt es: „Das habe ich mit ungefähr 13 Monaten einmal probiert. Aber das klappt nicht.“ Völlig absurd! Es liegt in der Natur gesunder Kinder, das mit dem Laufen so lange zu probieren, bis es geht. Liegen bleiben ist keine Option!

Kürzlich las ich folgenden Satz von Winston Churchill: „Erfolg ist nichts Endgültiges, Misserfolg ist nichts Fatales: Was zählt, ist der Mut, weiterzumachen!“ Er hat diesen Mut in sehr schweren Zeiten bewiesen. Auch seiner Ausdauer ist es zu verdanken, dass der Nazi-Spuk in Deutschland 1945 endete.

Gott ist nicht der große Verbots-Onkel

Andreas Müller, Evangelischer Pastor in Wolfratshausen

Für mich persönlich ist die Botschaft der Bibel, die Botschaft von Jesus Christus der größte Antrieb, weiterzumachen. Denn ich glaube an Jesus als meinen Retter, der mir immer wieder eine neue Chance gibt, wenn ich auf die Nase falle und nicht weiterkomme. Die Botschaft der Bibel ist die Botschaft der neuen Chancen. Das bedeutet Gnade. Es ist die Entscheidung Gottes, mich nicht auf mein Versagen zu reduzieren, sondern mir immer wieder den Neuanfang zu ermöglichen.  In 1. Johannes 3,20 steht: „Und wenn uns unser Herz verdammt, so ist Gott doch größer als unser Herz.“

Ich denke an die Geschichte von Petrus, der drei Mal geschworen hat, Jesus nicht zu kennen. Aber Jesus lässt ihn nicht fallen, er gibt ihm eine neue Chance. Was für ein schönes Bild. Ich möchte jedem Mut machen, in Gott nicht den Verbots-Onkel und Spielverderber zu sehen, sondern den Gott der neuen Chance, des Neuanfangs und der Gnade zu entdecken. Darum kam er in Jesus in die Welt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes, gelingendes Jahr, ja Leben und, ganz kurzschrittig, ein gesegnetes Wochenende.

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