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Von den Vorderleuten im Stich gelassen: BCF-Torhüter Kevin Pradl musste fünfmal den Ball aus dem Netz holen.

„Ich war heute die ärmste Sau“

Nach 0:5-Klatsche: So fühlte sich BCF-Torwart Pradl

Wolfratshausen – Gleich fünf Mal musste Kevin Pradl, Torhüter des BCF Wolfratshausen, am Sonntag hinter sich greifen. Schuld an der 0:5-Niederlage gegen den SV Pullach hatte der 23-Jährige, der seit zwei Jahren das Tor des Fußball-Bayernligisten hütet, allerdings nicht.

Herr Pradl, war Pullach einfach eine Nummer zu groß für den BCF?
Wir haben gesehen, dass es mit unserem derzeitig engen Kader gegen so einen Gegner einfach nicht reicht. Im Hinspiel waren wir besser besetzt und haben nur knapp 0:1 verloren.

Fühlten Sie sich in vielen Situationen nicht von ihren Vorderleuten im Stich gelassen?

Klar, als Torhüter war ich heute die ärmste Sau. Ich will aber niemandem einen Vorwurf machen. Das muss ich einfach wegstecken, wenn ich mal fünf Gegentore kassiere.

Auf der Gegenseite stand mit Michael Hofmann ein ehemaliger Profi (1860 München, Anm. d. Red.) im Kasten. Der spielt trotz seiner 43 Jahre eine hervorragende Saison und hat auch heute keinen Treffer zugelassen.

Ja, das ist schon bewundernswert, wenn jemand in diesem Alter noch so eine Leistung abrufen kann. Ich werde mit 43 aber sicher nicht mehr spielen. Da möchte ich einen sicheren Beruf und Familie haben.

Stichwort Beruf: Sie sind Student und pendeln derzeit zwischen Berlin, Heidelberg und Wolfratshausen. Ist das auf Dauer nicht etwas anstrengend?

Ja, das kann man wohl sagen. Ich absolviere den betriebswirtschaftlichen Studiengang „Master of Pension Management“. Dafür muss ich ab und zu in Heidelberg und Berlin sein. Auch an diesem Wochenende bin ich erst am Samstagabend auf dem Münchner Flughafen gelandet.

Bleibt bei der Doppelbelastung noch Zeit für die Freundin?

(lacht) Ja, ich bin immer noch mit meiner Freundin zusammen und glücklich mit ihr. Auf Dauer will ich ihr und mir das aber nicht mehr zumuten.

Zurück zum Sport: Der BCF hat jetzt viermal in Folge verloren. Wie sicher sind Sie, dass die Mannschaft den Schalter noch umlegen kann?

Man darf nicht vergessen, dass wir in den vergangenen Wochen gegen die Spitzenteams der Bayernliga gespielt haben. Und zumindest gegen Rosenheim und in Heimstetten haben wir ganz gut mitgehalten. Nun geht in den verbleibenden fünf Partien gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Schon am Samstag in Ruhmannsfelden zählt für uns nur der Sieg. Aber da uns dann wieder einige bisher verletzte Spieler zur Verfügung stehen und auch die Sperre von Christian Duswald abgelaufen ist, bin ich zuversichtlich. Wir werden wieder punkten.

Das Gespräch führte Peter Herrmann

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