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Ungesichert: Die Deutsche Bahn verlässt sich am Mühlpointweg auf ein „generelles Betretungsverbot“ – die Kommune auf einen 46 Meter langen Doppelstabzaun. 

Am Mühlpointweg

Zaun am Gleisbett: Stadt und Bahn einigen sich auf Kompromiss

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Nach jahrelangem Tauziehen erhöht die Stadt Wolfratshausen die Sicherheit an den S-Bahngleisen am Mühlpointweg - und das auf eigene Kosten. 

Wolfratshausen – Miguel de Cervantes schuf um das Jahr 1600 seinen Romanhelden Don Quijote und ließ ihn einen Kampf gegen Windmühlen kämpfen, den der Ritter in spe nicht gewinnen kann. Gut 400 Jahre später ist es die Stadt Wolfratshausen, die die Deutsche Bahn niederringen will. Zankapfel ist ein Zaun entlang der Bahngleise am Mühlpointweg. Die Kommune pocht aus Sicherheitsgründen auf den Zaun, der Konzernriese stellt sich stur. Doch jetzt haben sich die beiden Parteien auf einen Kompromiss geeinigt.

Wann genau die unsägliche Geschichte ihren Anfang nahm, „das weiß ich gar nicht mehr genau“, räumte Peter Plößl (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung ein. Zumindest „freue ich mich sehr, dass die Angelegenheit nun – hoffentlich – zu einem guten Ende kommt“.

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Plößl hatte sich im September 2016 an die Spitze der Protestbewegung gestellt, nachdem die Bahn den von der Stadt geforderten Bau des besagten Zauns erneut abgelehnt hatte. Dieser sei aber immens wichtig, betonten Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Stadträte aller Fraktionen ein ums andere Mal. Auf rund 40 Metern Länge sind die Gleise am Mühlpointweg, nördlich des S-Bahnhofs, ungesichert. In unmittelbarer Nähe liegt die Angerwiese – ein beliebter Treffpunkt für Kinder, die in der Umgebung wohnen und dort toben oder Fußball spielen.

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Eltern und Anwohner hatten bereits 2013 auf das hohe Gefährdungspotenzial hingewiesen. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte ein Sprecher der Bahn seinerzeit: „In Deutschland herrscht außerhalb von Bahnübergängen ein generelles Betretungsverbot von Gleisanlagen.“ Eine Veranlassung, dieses Verbot mit einem Zaun zu untermauern, gebe es nicht.

Für Stadtrat Plößl war der Fall schon zu diesem Zeitpunkt „eine Lachnummer“, über die er genau genommen nicht lachen könne: „Es handelt sich hier um eine Frage von Leib und Leben.“ Plößl schaltete seinen Parteifreund, den damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ein – in der Hoffnung, dass der in der Causa Zaun ein Machtwort spricht. Schließlich ließ Dobrindt verkünden: Am Mühlpointweg – auf dem Grundstück der Bahn – dürfe eine „Einfriedung“ errichtet werden.

Das Haar in der Suppe: Die Flößerstadt übernimmt die Kosten für Planung, Bau und Instandhaltung des Zauns. Die erste Reaktion des Rathauschefs: Kommt nicht in die Tüte, für die Sicherheit sei der Grundstückseigentümer verantwortlich, nicht die Stadt. Zudem befürchtete der Bürgermeister, dass auch andere Unternehmen Pflichten auf die Kommune abwälzen, sobald ein Präzedenzfall geschaffen ist. Doch nach reiflicher Überlegung stellte Heilinglechner den Zaun in einer Bauausschusssitzung zur Abstimmung – das Votum fiel einhellig aus. Die Stadt tritt als Bauherr auf. Die Kosten dürfen nicht mehr als 50 000 Euro betragen.

Doch gut Ding will Weile haben: Fast ein Jahr später, in der jüngsten Stadtratssitzung, berichtete der Bürgermeister dem Gremium: „Die Abstimmung der Maßnahme mit der Deutschen Bahn als Grundstückseigentümer gestaltete sich recht aufwendig und kompliziert.“ Doch nun seien „die Erfordernisse geklärt und entsprechende Angebote eingeholt“.

Das Ergebnis: Mit den Arbeiten zur Errichtung eines Doppelstabzaunes mit einer Höhe von zirka 1,20 Meter und einer Länge von etwa 46 Metern ist die Firma Zaunbau Riesch aus Bad Tölz beauftragt worden. Zu den Kosten sagte Heilinglechner in der Stadtratssitzung nichts. Der Zaun soll Ende Mai stehen, er muss – das verlangt die Bahn – geerdet werden, um bei eventueller Überspannung den Starkstrom abzuleiten.

Übrigens: Mit dem ersten Spatenstich zur Verlängerung der S7 von Wolfratshausen nach Geretsried muss der Doppelstabzaun (auf Kosten der Stadt) wieder zurückgebaut werden. Laut aktuellem Zeitplan wäre das frühestens 2024.

cce

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