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Wohl bekommt’s: Die Vorstandsmitglieder Josef Wehbe (li.) und Winfrid Borcherdt (Mi.) verabschiedeten den langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Baugenossenschaft (BG) Wolfratshausen und Weißbierkenner, Paul Brauner (re.), am Donnerstagabend mit einem Tragerl ausgewählter Gerstensaftspezialitäten aus dem Amt. Darüber hinaus bedankte sich die BG bei Brauner mit einem Reisegutschein für sein herausragendes Engagement.

„Chapeau, lieber Paul“

Nach 32 Jahren: Baugenossenschaft verabschiedet Paul Brauner

Wolfratshausen – Eine Ära ist zu Ende. Nach mehr als drei Jahrzehnten, in denen er die Entwicklung der Baugenossenschaft (BG) Wolfratshausen entscheidend mitgeprägt hat, verabschiedete sich Paul Brauner in der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend aus dem Vorstand.

Am 22. November 1984 trat der damals frisch gewählte Stadtrat und Fraktionsvorsitzende der Wolfratshauser CSU die Nachfolge des wenige Wochen zuvor auf tragische Weise ums Leben gekommenen Vorstandmitglieds Werner Schmauser an. Mit seiner langjährigen Erfahrung – unter anderem als Geschäftsführender Beamter im Rathaus – erfüllte der „angesehene Mann mit christlich-sozialer Ader und sehr guter Vernetzung“ die entscheidenden Auswahlkriterien für die Nachfolge Schmausers, wie Ex-Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Schneider in einer launigen Laudatio auf den langjährigen Weggefährten am Donnerstag feststellte.

Vier Jahre nach dem Eintritt Brauners erlebte die BG einen historischen Augenblick: Im 40. Jahr ihres Bestehens ließ die Baugenossenschaft einen Wohnblock am Poignring abreißen. „Die damals ohne Zwischenfälle abgelaufene, sozialverträgliche Umsetzung der Mieter war eine Pionierleistung der BG, die in der Planung und Realisierung vor allem die Handschrift des Organisators Paul Brauner trug“, betonte Schneider. Dieses Konzept zur Schaffung neuer Wohnungen durch Abbruch und Verdichtung auf eigenem Grund sollte in den folgenden Jahren eine tragende Säule der Baugenossenschaft werden – von der Sanierung der 150 Wohneinheiten an Isarring und Rothbachstraße bis zum aktuellen Neubau am Poignring.

Brauner habe sich in dieser Zeit immer mehr zu einem professionellen Wohnungsunternehmer entwickelt, der seine Beamtenlaufbahn jedoch nie habe leugnen können. Zum Beispiel, „wenn er Probleme detailversessen erörterte und bei jeder Gelegenheit mit Listen ausgestattet war“, so Schneider.

Davon konnte sich auch Britta Wurm, Brauners Nachfolgerin im BG-Vorstand, in ihrer Einarbeitungszeit in den vergangenen Monaten ein Bild machen. „Du hast die Stecknadel im Heuhaufen gefunden“, nahm sie augenzwinkernd die Akribie ihres Vorgängers aufs Korn, bevor sie dessen Vorliebe fürs bayerische Lebenselixier outete: „Was bei unseren Treffen am Donnerstag nie fehlen durfte, war ein Weißbier“, verriet Wurm. Gemeinsamt mit ihren Vorstandskollegen Winfried Borcherdt und Josef Wehbe überreichte Wurm dem scheidenden Vorstandsmitglied ein süffiges Abschiedsgeschenk – eine Kiste mit 20 verschiedenen Weißbieren aus aller Welt.

„Du hinterlässt ein super bestelltes Haus“, bescheinigte Schneider in seiner Abschiedsrede. Und an die Mitglieder gewandt stellte er fest: „Herr Brauner war für die Baugenossenschaft Wolfratshausen und somit für Sie, die Mitglieder, sowie die Stadt Wolfratshausen ein absoluter Glücksfall.“ Christian von Stülpnagel, Aufsichtsratsvorsitzender der BG, würdigte die Leistung Brauners in einem einzigen Satz: „Alle Achtung für dieses Engagement über 30 Jahre, Chapeau, lieber Paul.“

von Rudi Stallein

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