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Ein Holzkreuz hängt im Büro von Michael Grasl, Bürgermeister von Münsing.
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Ein schlichtes Kreuz hängt bei Max Walleitner im Finanzamt.
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Auf das historische Stück ist man bei Andreas Czerweny in der Polizeiinspektion Wolfratshausen stolz.
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Zurechtgerückt hat Florian Schedler das Kreuz in der Polizeiinspektion Bad Tölz.
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Ein Bronzekreuz hängt bei Andrea Titz im Amtsgericht.
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Manfred Sitzberger von der Straßenmeisterei hängte im Dienstgebäude des Staatlichen Bauamts in Bad Tölz ein Kreuz auf.
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Ein Kreuz aus der Behindertenwerkstätte Herzogsägmühle hängt im Wasserwirtschaftsamt Weilheim.

Behörden haben ordnungsgemäß Kreuze aufgehängt

Nach Kreuzerlass: So sehen die Behörden im Landkreis jetzt aus

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Wer in das Amtsgericht oder eine andere Behörde geht, wird ab sofort von einem Kreuz begrüßt. Fristgerecht wurden die Kreuze an die Wände genagelt – ohne unbedingt zum großen Blickfang zu werden. Im Landkreis hat man sich meist für schlichte Ausführungen entschieden.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein Kreuz soll im Eingangsbereich jedes staatlichen Dienstgebäudes in Bayern hängen: Mit diesem Erlass hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für Aufsehen und rege Diskussionen gesorgt. Zum 1. Juni tritt die Anordnung nun in Kraft, und in den Amtsgebäuden halten die Kreuze Einzug.

Die Umsetzung war nicht so einfach wie gedacht. „Wie definiert man Eingangsbereich?“, fragte sich Max Walleitner, Leiter des Finanzamts in Wolfratshausen. Die Behörde verfügt über drei Häuser mit teils mehreren Eingängen: zwei an der Sauerlacher Straße, eines an der Heimgartenstraße. „Macht insgesamt fünf Eingänge“, sagt der 64-Jährige. Walleitner plädierte schließlich dafür, ein Kreuz zentral im Servicebereich aufzuhängen. „So geht im Prinzip jeder darauf zu.“

Sammelbestellung über zehn Kreuze

Mehrere Gebäude unterhält auch das Staatliche Bauamt Weilheim. Deswegen gab man hier gleich eine Sammelbestellung über zehn Kreuze auf. Wie Behördenleiter Uwe Fritsch auf Anfrage erklärt, habe es gegolten, die Hauptstelle an der Münchner Straße in Weilheim auszustatten, ferner das eigene Weilheimer Dienstgebäude des Hochbauamts in Weilheim, eine Außenstelle in Landsberg am Lech sowie sieben Straßenmeistereien im Einzugsgebiet, darunter die in Bad Tölz und Wolfratshausen.

„In den einzelnen Gebäuden waren davor schon Kreuze vorhanden, zum Beispiel in Besprechungsräumen“, berichtet Fritsch. Man habe sich nun aber entschlossen, zentral einheitliche Kreuze für die Eingangsbereiche an allen Standorten anzuschaffen. „Das hat dann auch einen Wiedererkennungswert.“ Fündig wurde man im Internet und entschied sich für ein schlichtes Holzkreuz von etwa 30 Zentimetern Größe, ohne Korpus – die Kreuze sollten keine Kunstgegenstände sein, wie man sie in einer Kirche erwarten würde, sondern einer Behörde angemessen. „Sie schauen gut aus“, findet der Behördenchef. Und auch Kostenbewusstsein legte das Bauamt an den Tag. Laut Fritsch lag der Preis unter zehn Euro pro Stück. Am Dienstag wurden die Kreuze angebracht.

Gerade rechtzeitig zum Stichtag geliefert

Einfach, dezent und eher klein: So sieht auch das Holzkreuz aus, das seit Dienstag im Hauptgebäude des Wasserwirtschaftsamts in Weilheim hängt. Verwaltungsleiter Jonas Wild hat die Sache für die Behörde in Angriff genommen. „Wir haben unser Kreuz bei der Behindertenwerkstätte Herzogsägmühle gekauft“, erklärt er.

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Ähnlich hatte man es im Vermessungsamt vor. „Wir hätten das Kreuz gerne in einer Behindertenwerkstatt oder einer Werkstatt einer Justizvollzugsanstalt bestellt“, sagt Peter Fischer, Vertreter des Wolfratshauser Amtsleiters in der Tölzer Außenstelle. „Doch die hatten Lieferschwierigkeiten, sodass es nicht möglich war.“ Nun wird dieser Tage ein anderes Holzkreuz angebracht.

Gerade noch rechtzeitig zum Stichtag geliefert wurde das Kreuz für das Amtsgericht in Wolfratshausen. Nicht zu groß sollte es sein, und sich harmonisch in sein Umfeld einfügen. „Wir haben uns für ein schlichtes Bronzekreuz entschieden“, berichtet Direktorin Andrea Titz. Auf der Suche nach dem besten Platz im Eingangsbereich fiel die Wahl auf eine Wand, die bereits ein Mosaik ziert. „Glücklicherweise ist es nicht ganz formatfüllend angeordnet, sondern an einer Seite mit einem schräg verlaufenden Abschluss“, so die Direktorin. In dieses freie Feld fügt sich das Kreuz nun gut ein. „Mit einem Alternativstandort hätten wir uns schwergetan – schließlich soll das Kreuz ja auch nicht über dem Fluchtwegeplan hängen.“

Polizei sieht die Sache mit dem Kreuz ganz entspannt

In der Tölzer Polizeiinspektion wurde am Donnerstagmorgen ein Kreuz im Eingangsbereich angebracht, „wie es vorgeschrieben ist“, sagt Markus Landthaler. Insgesamt gibt es somit in der Dienststelle zwei Kreuze, „das im Sozialraum ist aber immer schon dort gehangen“.

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Ganz entspannt sieht auch Andreas Czerweny, Leiter der Polizei Wolfratshausen, die Sache mit dem Kreuz. In den Räumen der Inspektion am Hans-Urmiller-Ring hängen gleich zwei Symbole. Eines im Eingangsbereich und bereits seit 2001 ein weiteres im oberen Stockwerk. Letzteres ist eine Leihgabe der Pfarrei St. Andreas in Wolfratshausen. „Auf das wir sehr stolz sind“, sagt Czerweny. „Der damalige Stadtpfarrer Nedilko Sabic hat es damals feierlich geweiht. Seitdem gehört es zu uns und unserem Gebäude.“

Auch Rathäuser hängen Kreuze auf

Obwohl es für die kommunalen Einrichtungen nicht zwingend vorgeschrieben ist, hängen auch in den meisten Rathäusern die christlichen Symbole. In Münsing haben sie seit Jahren ihren Platz in den hauptsächlich öffentlich genutzten Bereichen wie Sitzungssaal und Trauungszimmer, ein weiteres ist im Büro von Bürgermeister Michael Grasl zu finden. Das Holzkreuz hinter seinem Schreibtisch ist mit einem Palmbuschen geschmückt. „Es ist noch von meinen Vorgängern“, berichtet der Sprecher der Bürgermeister im Landkreis.

Die Gemeinde Münsing hat auch nach dem Erlass des Ministerpräsidenten nicht vor, die Kreuze umzuhängen. Persönlich sieht Grasl die Anordnung ohnehin als entbehrlich an. „Kommune und Freistaat haben ganz andere Aufgaben und Sorgen.“ Er fände es besser, wenn man die verfassungsmäßig verankerten Grundwerte der Gesellschaft ohne Erlasse dieser Art leben dürfe. „Weder die Forderung nach Entfernung von Kreuzen noch eine Verpflichtung zum Aufhängen halte ich für angemessen.“

sh/mel/ast

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