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Surfen auf einem Seitenarm der Loisach - das sollte Sportler und Touristen nach Wolfratshausen locken. Nun ist das Projekt ernsthaft in Gefahr. Denn es ist teurer als geplant.   

Wolfratshauser Surfwelle

Nach dem Preisschock: Das sagt die Initiatorin

Die geplante Surfwelle in Weidach soll um gut 260 000 Euro teurer werden als gedacht. Der Stadtrat reagierte geschockt. Wir sprachen mit Stefanie Kastner, eine der Initiatoren.

Wolfratshausen In der Weihnachtssitzung erlebte der Stadtrat eine böse Überraschung: Die künstliche Surfwelle auf einem Seitenarm der Loisach kostet rund 674 000 Euro. Bislang war man von 410 000 Euro ausgegangen. Die Räte haben bis Februar Zeit, sich zu entscheiden, ob das Projekt weiterverfolgt wird. Die Chefin des Vereins Surfing Wolfratshausen, Stefanie Kastner, verfolgte die Sitzung als Zuhörerin. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Dominik Stallein äußert sie einen Weihnachtswunsch und hofft auf den Mut der Stadträte.

Frau Kastner, haben Sie den Schock schon verdaut?

Noch nicht wirklich, aber wir können an den neuen Tatsachen nichts ändern. Als wir kurz vor der Stadtratssitzung die aktuellen Zahlen erfahren haben, war das natürlich auch für uns ein ordentlicher Schreck. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Stefanie Kastner, Chefin des VereinsSurfing Wolfratshausen

Auch für die Stadträte war die Präsentation ein Schock. Welchen Eindruck haben Sie von der Sitzung?

Ich bin mit einem schlechten Gefühl in die Sitzung gegangen. Uns war klar, dass die aktuellen Zahlen der Genickbruch für die Welle bedeuten können. Aber ich finde, dass Gisela Gleißl (Tourismusbeauftragte der Stadt, Anm. d. Red) und der Wasserbauingenieur Dr. Roland Hoepffner das Potenzial der Welle, die möglichen positiven Folgewirkungen und die Sachlage sehr gut dargestellt haben. Die Reaktionen der Stadträte waren verständlicherweise verhalten, eher negativ. Wir sind erst mal froh, dass in der Sitzung keine Vorentscheidung gegen das Projekt gefallen ist.

Das böse Erwachen könnte es für Sie im Februar geben.

Ganz klar, im Februar erst wird der Stadtrat entscheiden, ob das Projekt weitergeführt wird oder alles bis jetzt Erreichte im Mülleimer landet. Bis dahin haben die Gremiumsmitglieder ausreichend Zeit, sich anhand der jetzt vorliegenden Informationen ihre Entscheidung gut zu überlegen. Das wird sicher nicht einfach.

Hand aufs Herz: Haben Sie noch Hoffnung?

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wir glauben nach wie vor daran, dass die Welle Wolfratshausen eine außergewöhnliche Attraktion mit Alleinstellungsmerkmal im Oberland bringen wird. Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Gespräche mit Wolfratshauser Bürgern geführt, die sich die Welle wünschen. Darunter waren auch viele, die nicht auf das Surfbrett steigen werden, sich aber freuen würden, wenn durch die Welle ein neuer, frischer Wind durch die Stadt weht.

Ein Argument der Wellen-Befürworter ist, dass von ihr Gastronomie und Handel profitieren.

Wir sind davon überzeugt, dass das Geld gut investiert wäre, auch wenn es jetzt ein noch größerer Batzen ist als gedacht. Wenn man bedenkt, dass jeder investierte Euro durch eine Kommune bis zu sieben Euro an Investitionen nach sich zieht, lässt das schon etwas Hoffnung aufkommen. Und so kurz vor Weihnachten darf man sich ja auch etwas wünschen. Das wäre bei uns der Wunsch, dass der Stadtrat den Mut hat, dieses innovative, junge und sportliche Projekt mit Pilotcharakter zu realisieren. Nur wer wagt, kann gewinnen.

In der Stadtratssitzung haben viele Räte ihre Hoffnung auf weitere Zuschüsse und Privatspenden ausgedrückt. Glauben Sie, dass das möglich ist?

Wir hoffen ebenfalls, dass eine eventuelle Aufstockung der EU-Leader Förderung möglich wird. Das wäre eine grandiose Sache und auch ein kleines Wunder für uns. Als Verein haben wir bereits über 61 000 Euro an Spendengeldern akquiriert. Ich finde, das ist eine ordentliche Summe, und es war nicht einfach, diesen Betrag zusammen zu bekommen. Große Spenden werden wir als Verein in der Kürze der Zeit wohl nicht mehr auftreiben können. Vielleicht aber gibt es in der jetzigen Situation Firmen, die ein Scheitern der Welle durch eine finanzielle Unterstützung verhindern möchten. Das würde uns natürlich außerordentlich freuen.

Was wäre denn für Sie das Worst-Case-Szenario?

Dass in der Stadtratssitzung im Februar das Aus der Welle entschieden wird. Alle bis dahin geleistete Arbeit und das Engagement der letzten fünf Jahre wären dann umsonst. Die eingesammelten Spenden via Crowdfunding würden wieder an die Bürger zurücküberwiesen werden, Spendenzusagen zahlreicher Firmen wären hinfällig, gezeichnete Pläne und Vertragsentwürfe könnten in den Schredder. Damit stirbt das Projekt für immer, und es wird in Wolfratshausen nie gesurft werden. Eine große Chance wäre verpasst. An dieses Szenario mag ich im Moment ehrlich gesagt noch nicht denken und lieber auf ein Wunder hoffen.

dst

Lesen Sie auch: Wolfratshauser Surfwelle wird viel teurer: Das sagen die Lokalpolitiker

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