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Großeinsatz am Ickinger Wehr: Vier Touristen gerieten mit ihrem Schlauchboot am Sonntag in die Wasse rwalze und mussten gerettet werden. 

Gekenterte Bootstouristen

Nach Unfall am Ickinger Wehr: Ärger über „Spielzeugboote“ auf der Isar

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Da kann man nur den Kopf schütteln: Ein billiges Gummiboot ist am Sonntag ins Ickinger Wehr geraten - trotz Warnungen. Landrat Josef Niedermaier macht seinem Ärger darüber Luft.

Wolfratshausen  Dramatische Szenen haben sich am Sonntagnachmittag am Ickinger Wehr abgespielt. Obwohl das Landratsamt eine Warnung für Bootsfahrten auf Isar und Loisach herausgegeben hatte, machten sich zwei Frauen und zwei Männer mit einem billigen Gummiboot – ohne Schwimmwesten – auf den Weg. Sie gerieten wie berichtet in die Wasserwalze am Wehr, zur Rettung des leichtsinnigen Quartetts rückten schließlich rund 50 Einsatzkräfte aus.

Die Empörung über die gekenterten Bootstouristen ist groß. Mit Verweis auf den Artikel in unserer Zeitung macht Landrat Josef Niedermaier via Facebook seinem Ärger Luft. Ein solches Verhalten sei eine „Unverschämtheit“, schreibt Niedermaier. Sein Appell: „Bitte denkt mal an die Rettungskräfte, die dann bei solch einer großen Aktion wie Sonntag alle ihre Freizeit opfern und sich auch noch selbst in Gefahr bringen müssen.“

Niedermaier haben bereits erste Forderungen nach einer Sperrung der Flüsse erreicht. Aber: „So leicht geht das nicht“, erklärt der Behördenchef. Das Befahren ist nicht erlaubnispflichtig und erfolgt stets auf eigene Gefahr. Außerdem, so Niedermaier, würde ein Verbot auch die treffen, „die mit richtiger Ausrüstung und Können ihren Sport ausüben wollen“. Isar und Loisach seien Wildflüsse. „Da fährt man auch bei wenig Wasser nicht mit einem Billigboot ohne Schwimmwesten – und nicht alkoholisiert“.

„Das hat nichts mit Wassersport zu tun“

Über das Verhalten ärgert sich auch Daniela Werner, die in Lenggries Raftingtouren und Wassersportangebote organisiert. „Das, was solche Leute treiben, hat überhaupt nichts mit Wassersport zu tun“, stellt die Leiterin des Jugendgästehauses Isarwinkel auf Nachfrage unserer Zeitung klar. „Das ist wirklich ein Witz – solche Boote sind Spielzeuge auf der Isar.“

Abgesehen davon, dass Bootfahren bei so hohen Pegelständen wie am Wochenende extrem gefährlich sei, seien auch bei weniger Wasser ein stabiles Fahrzeug und die richtige Ausrüstung Pflicht. „Wir fahren immer nur mit Neoprenanzug und -schuhen, Schwimmweste und Helm – und natürlich ohne Alkohol“, sagt Werner. Vorfälle wie der am Ickinger Wehr würden den professionellen, ordnungsgemäß ausgeführten Wassersport in ein schlechtes Licht rücken.

Flößer schüttelt den Kopf

Auch Josef Seitner, dessen Familie in Wolfratshausen seit vier Generationen Floßfahrten auf Isar und Loisach anbietet, schüttelt den Kopf. Er und seine Kollegen warnen an der Ablegestelle in Weidach regelmäßig, wenn Touristen dort ihre Schlauchboote auspacken. „Aber da kann man reden was man will – wir finden kein Gehör“, so Seitners Erfahrung.

Wenn die Flüsse so viel Wasser führen, wie es nach den heftigen Regenfällen vergangene Woche der Fall war, stellt der Wolfratshauser den Floßverkehr ein. „Weil dann Lebensgefahr besteht“, sagt Seitner. Denen, die die Gefahr ignorieren und sich in Gummibooten, die mutmaßlich auch in einem gekachelten Swimmingpool kentern würden, Loisach und Isar hinabtreiben lassen, wünscht er Vernunft. Wer aufs Wasser will, solle sich vorab unbedingt über Zeitung, Internet oder Radio informieren, ob das bedenkenlos möglich ist.

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