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Die Coop-Wiese in Waldram: Hier entstehen neue Wohnungen. Nicht alle Bürger sind darüber glücklich. 

Bauen in Wolfratshausen

Nachverdichtung sorgt für Kritik, Heilinglechner erklärt Vorgehen

Für die einen ist es zu viel, für die anderen ist es zu wenig. Die Nachverdichtung in Wolfratshausen sorgt für Diskussion. Nun meldet sich Bürgermeister Klaus Heilinglechner zu Wort.

Wolfratshausen – 100 bezahlbare Wohnungen möchte die Stadt in den kommenden Jahren an vier Standorten bauen – auf der Coop-Wiese in Waldram sowie an der Auen- Bahnhof- und Sauerlacher Straße (wir berichteten). In jüngerer Vergangenheit sorgten zudem mehrere große private Wohnbauvorhaben für Aufsehen.

Die Meinungen zu diesen Maßnahmen sind gespalten: In der jüngsten Stadtratssitzung meldete sich während der Bürgerfrageviertelstunde eine Wolfratshauserin zu Wort, die mehr Wohnraum in der Stadt forderte. Es gibt allerdings auch Protest: Vor allem die Wohnbebauung auf der Waldramer Coop-Wiese erhitzte einige Gemüter. Ein geplantes Mehrfamilienhaus in Wolfratshausen rief Umweltschützer auf den Plan, die für den Erhalt eines Baumes kämpfen.

Kritik: „Kein Durchkommen mehr durch unsere Straßen“

Vergangene Woche wendete sich eine Leserin des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur mit einem Leserbrief an den Bürgermeister und den Stadtrat. Sie kritisierte die „wahnsinnige Bebauung“ in der Stadt, dank der „kein Durchkommen mehr durch unsere Straßen“ sei. Zudem seien es nicht nur viele, sondern auch „hässliche Gebäude“, die im Stadtgebiet entstehen würden.

Im Gespräch mit unserer Zeitung bezieht Rathauschef Klaus Heilinglechner Stellung zu den Vorwürfen. „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir eine Nachverdichtung in der Stadt haben“, räumt er ein. Das sei damit zu erklären, dass die Nachfrage nach Wohnraum in der Loisachstadt groß ist. „Das sind aber nicht nur Leute, die von außerhalb nach Wolfratshausen ziehen wollen, sondern in vielen Fällen junge Erwachsene, die hier groß geworden sind und hier auch bleiben möchten.“ Oftmals sei das der Auslöser für private Baumaßnahmen– zum Beispiel, wenn Erwachsene auf dem Grundstück ihrer Eltern bauen, um dort leben zu können oder auf einem geerbten Grundstück Mehrfamilienhäuser errichten. Diesen Plänen könne die Kommune – sofern alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden –„keinen Riegel vorschieben. Da gibt es für uns keinen Spielraum.“

Aussehen von Gebäuden ist Geschmackssache

Dass es nicht allen Anwohnern gefalle, wenn in der Nachbarschaft gebaut wird, kann der Rathauschef „nachvollziehen“. Auch Bedenken, die Verkehrsbelastung würde zunehmen, seien verständlich. Die Kommune ergreift allerdings Maßnahmen: „Wir nehmen alle wahr, dass die Straßen immer dichter zugeparkt werden. In Wolfratshausen gilt allerdings eine Stellplatzsatzung, an die sich Bauwerber zu halten haben.“ Nach Meinung des Rathauschefs würde diese Regelung in seiner Stadt „gut greifen, vor allem bei Neubauten“. Je Wohnung ab 50 Quadratmeter Wohnfläche muss der Bauherr zwei Pkw-Parkflächen vorweisen können. „Das zwingt aber keinen Autofahrer in der Garage zu parken – manche stellen sich trotz eines freien Parkplatzes auf die Straße.“ Ein Teil der Stellplatznot sei also hausgemacht. Um das Pkw-Aufkommen in der Stadt etwas zu zügeln, habe sich der Stadtrat in der Vergangenheit – Stichwort neue Stadtbuslinie – ebenfalls bemüht.

Und was die „hässlichen Gebäude“, über die sich Leserbriefschreiberin Christa Hüttl beschwerte, betrifft: Die würden, so der Bürgermeister „je nach Auge des Betrachters unterschiedlich wahrgenommen“. Eine Änderung erwartet er nicht: Dass die Stadtväter einen Bauantrag ablehnen, „weil uns das Haus nicht gefällt“, sei nämlich rechtswidrig. Dominik Stallein

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