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Mit rund 6000 Besuchern hatte die Stadt Wolfratshausen während der fünfwöchigen „Eiszeit“ an der alten Floßlände gerechnet. Diese Marke dürfte locker erreicht worden sein. 

Schlittschuhlaufen an der Floßlände

Die nächste Eiszeit kommt bestimmt

Fünf Wochen konnten die Bürger und Besucher Wolfratshausens an der alten Floßlände auf einer 450 Quadratmeter großen Eisflächen Schlittschuh laufen und Stock schießen. Mit einer Party am Sonntag endete die Eiszeit. 

Wolfratshausen – Es war ein nicht ganz risikofreies Pilotprojekt, auf das sich die Stadt Wolfratshausen und das Eiswolf-Catering-Team da eingelassen hatten. Über fünf Wochen lud an der alten Floßlände eine 450 Quadratmeter große Eisfläche zum Schlittschuhlaufen und Stockschießen ein. Die zuvor auch von einigen Stadträten geäußerten Bedenken, dass die „Eiszeit“ von den Bürgern nicht angenommen werden könnte oder dass die hohen Energiekosten den Aufwand nicht wert seien, erwiesen sich im Nachhinein als grundlos. Bis auf einige wenige Tage im Januar, als Tauwetter, Regen und starker Wind eine Öffnung verhinderten, verzeichneten die Kassierer einen regen Besuch.

„Es war eigentlich immer viel los. Und zum Glück gab es nur wenige kleinere Verletzungen“, sagt Michael Feldinger vom Bavaria Werkschutz. Obwohl nach der Abschiedsparty am Sonntagabend noch keine konkreten Zahlen vorlagen, dürfte die vorsichtige Kalkulation des städtischen Kulturamts zumindest eingehalten worden sein. Vor der Eröffnung rechnete man mit etwa 6000 Besuchern, die über Eintrittskosten und Schlittschuhverleihgebühren rund 40 000 Euro in die Kasse spülen sollten. Etwa 20 000 Euro steuerten Sponsoren über Bandenwerbung bei. So dürfte es bei dem insgesamt rund 100 000 Euro teuren Projekt nur ein überschaubares Defizit geben. „Eine detaillierte Kostenauflistung werden wir wohl frühestens im Februar haben“, sagt die städtische Tourismusmanagerin Gisela Gleißl.

Groß dürfte auf jeden Fall der Imagegewinn der Stadt sein. „Wir haben von den Besuchern und Kooperationspartner durchweg positives Feedback bekommen“, erklärt Jacqueline Rupp auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Leiterin des Eiswolf-Catering-Teams freut sich über einen ordentlichen Glühwein-, Bratwurst und Burger-Umsatz. Zudem entwickelte sich der Platz rund um die Feuertonne vor allem nach Einbruch der Dunkelheit zum beliebtesten Open-Air-Treffpunkt der Wolfratshauser. Unter anderem feierte der Verein „Surfing Wolfratshausen“ dort eine gut besuchte Party.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Stadträte aller Fraktionen waren gern gesehene Gäste – nicht nur beim gemeinsamen Eisstockschießen (wir berichteten). „Ich habe es selten erlebt, dass man auf ein Projekt so oft positiv angesprochen wurde“, bilanziert der Rathauschef. Er zeigt sich zuversichtlich, dass die Erfolgsgeschichte nun in den kommenden Wintern fortgesetzt werden kann. An der dafür notwendigen Zustimmung des Stadtrats zweifelt ohnehin niemand.

Am Ende der Abschiedsparty wich die Wehmut über den Abbau der Eisfläche deshalb bald schon der Vorfreude auf die künftige Etablierung des 38-tägigen Ereignisses. „Das will ich wieder haben“, sagt Eiswolf-Stammgast Thomas Isermann und spricht damit vielen Besuchern aus der Seele.

Peter Herrmann

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